Oh: Das Land Niedersachsen wird die alten Bahnstrecken der OHE aufkaufen und in eine Kleinbahngesellschaft überführen:
Ich gehe an solche Ankündigungen ja seither eher pessimistisch ran, aber das Land Niedersachsen hat das jetzt tatsächlich beschlossen und geht noch weit über die ersten Überlegungen hinaus: Es soll jetzt nicht nur der Güterverkehr auf dem alten OHE-Netz Berücksichtigung finden, sondern auch der Personenverkehr:
Persönlich bin ich, ohne irgendwelche Zahlen oder Zusammenhänge zu kennen, eher skeptisch, was den Güterverkehr angeht. Bei der OHE wurde in den vergangenen Jahrzehnten der Rückbau nicht mit solcher hemmungslosen Freude betrieben wie bei der Bundesbahn, insofern sind viele Gleisanschlüsse und Bahnhöfe noch intakt, aber wer wird dann da halt wieder vom Lkw auf die Schiene zurückkommen?
Beim Personenverkehr male ich mir schon eher größere Perspektiven aus, wenigstens von Celle über Beckedorf nach Munster liegen einige touristisch interessante Ziele, zu denen sich wenigstens im Sommer Ausflugsverkehr lohnen könnte.
Immerhin dürfte damit aber erst einmal der Fortbestand des Schienennetzes gesichert sein. Schade, dass einige Strecken, etwa von Wittingen nach Oebisfelde, erst vor ein paar Jahren abgebaut wurden. Die hätte man vielleicht auch noch retten können.
Und quasi gespiegelt zu dem Loch an ÖPNV, das sich im Bereich der Lüneburger Heide befindet, herrscht auf der anderen Seite der Schnellfahrstrecke Hannover—Hamburg immer noch Kahlschlag. Das einst umfangreiche Eisenbahnnetz in der Altmark wurde erheblich ausgedünnt, es besteht eigentlich nur noch eine Verbindung von Uelzen über Salzwedel nach Stendal, alles andere wurde zum Teil schon im real existierenden Sozialismus plattgemacht, die verbliebenen Strecken überlebten die Wende teils nur um wenige Jahre.
Von Wittenberge bis Salzwedel liegen noch Schienen mit einer Lücke von etwa fünf Metern, die der DRE gehören, die auch gerne neue Bahnverbindungen ankündigt… allein: Es kommt kein Zug:
Bei dem Artikel hätte ich mir schon gewünscht, dass etwas mehr auf die Hintergründe der fehlgeschlagenen Reaktivierung eingegangen wird, anstatt dass sich da einer zum Fahrplanwechsel an den Bahnhof stellt und erstaunt feststellt, dass ja gar kein Zug fährt. Aber auch da wundere ich mich ja: Abseits der Ballungszentren gibt’s in der Altmark nunmal kaum noch etwas, Industrie hat sich dort wohl auch nur gehalten, weil sie politisch dort gewünscht war. Was sollen die Leute dort mit einem Zug, der dann womöglich im Zweistundentakt zu Zielen fährt, zu denen sie gar nicht wollen?