Ich bin nun gestern Abend und heute in der Mittagspause dort entlang gefahren. Das war jetzt außerhalb der mir bekannten Stoßzeiten für den Radverkehr, darum konnte ich nur fünf Radlinge bergab beobachten, von denen vier tatsächlich auf dem schmalen grauen Streifen gefahren sind. Auf der Fahrbahn macht’s ebenfalls keinen Spaß: Gestern Abend wurde ich zwei Mal angehupt, heute in der Mittagspause immerhin ein Mal. Ich bin dort auch schon ein paar Mal ohne huppflichtige Kraftfahrer langgedüst, aber momentan soll es wohl nicht sein.

Nun ja. Dass hier nun seit dem Ende der Sanierung vor einem Monat noch die Schilder fehlen, lässt dem Radverkehr nur die Wahl zwischen dem ordnungswidrigen Befahren des Gehweges und dem Stress auf der Fahrbahn nebenan — außer man erkennt eben in diesem grauen Streifen auf der linken Seite einen so genannten „anderen Radweg“ ohne Benutzungspflicht. Ich halte das noch nicht einmal für abwegig, denn der alte Radweg war ja tatsächlich nicht soooo viel breiter, da kann man schon mal auf die Idee kommen, dass das wohl der Radweg sein soll.
Hier einmal zum Vergleich:


Hier oben ist auch noch genügend Platz, so dass sich Fußgänger und Radfahrer eigentlich nicht in die Quere kommen sollten. Nur: Es geht halt auch bergab — hier erreicht man problemlos auf dem Rad 30 Sachen oder mehr, und da finde ich den ungeordneten Verkehr auf dieser Fläche schon sehr unangenehm.

Ich komme leider um den Sarkasmus nicht umhin: Bäume sind halt heilig, außer es soll Platz fürs Auto geschaffen werden. Hier wurde die Nebenfläche neu gepflastert, aber schön an jedem ehemaligen Wurzelaufbruch einmal hoch und wieder herunter. Klar: Die Bäume abhacken oder die Wurzeln niederplaneren, das ist auch nicht geil, das will ich auch nicht. Aber das kann ja nun auch nicht der Weisheit letzter Schluss sein.


An der Sackgasse, die zu einem kleinen Parkplatz am Kurpark führt, wird der zukünftige Fuß- und Radweg jetzt als Aufpflasterung entlanggeführt. Für den ausfahrenden Verkehr gilt dann wohl erst recht § 10 StVO, was angesichts der Sichtverhältnisse ja bestimmt super mit der zu erwartenden Geschwindigkeit der bergab rollenden Fahrräder harmonieren wird. Eine entsprechende Beschilderung für die Nebenfläche fehlt hier ebenfalls.

Und dann gibt’s halt das hier. Am Ende der Straße ist der graue Streifen halt einfach deutlich breiter. Keine Ahnung, wie man das hier an dieser Stelle nicht fälschlicherweise als „anderen Radweg“ ohne Benutzungspflicht interpretieren soll.

Noch mal als Vergleich die Positionen und Breiten von altem und neuem Radweg an der Planungsgrenze. Es gibt auch keine Auffahrmöglichkeit von der Fahrbahn hoch auf den Radweg.

Nun gut. Ich bin ja gespannt, mit was man diese Nebenfläche beschildern will. Zeichen 240? Oder doch als freigegebenen Gehweg? Die Freigabe mit der einhergehenden Schrittgeschwindigkeit kann man sich ja schenken, denn erstens ist diese Regelung kaum bekannt und zweitens fährt doch hier bergab niemand mit Schrittgeschwindigkeit.