Beiträge von Malte

    Hier im bla... grünen Herzen Deutschlands wohnt kaum einer. Hat Nachteile, aber die Züge sind seltenst derart über!füllt wie bei dir da oben

    Tjoa. Wollte ja eigentlich heute zum Christopher Street Day nach Pirna fahren. Was für eine absurde Idee, dass so eine Fahrt über fünf Stunden mit zwei großzügigen Umstiegen funktionieren könnte. Der ungarische EuroCity fuhr nicht und dem tschechische EuroCity zwei Stunden später fehlten drei Wagen, natürlich auch der, in dem ich sicherheitshalber reserviert hatte.

    wow. In der Metropolregion wohnen muss Hölle sein.

    „Hölle“ möchte ich es nicht nennen. Aber was öffentliche Verkehrsmittel angeht, fliegt momentan tatsächlich alles auseinander. Wäre mein Vater nicht gerade im Krankenhaus, weswegen ich alle zwei Tage nach Kiel fahre und überdies gern einigermaßen pünktlich dort wäre, ginge ich dem ganzen Zirkus einfach aus dem Weg und bliebe zu Hause, bis Europameisterschaft, Ferien und Baumaßnahmen vorbei sind. Aber man kann’s sich nicht immer aussuchen.

    Heute hab ich echt einen Lauf: ICE fällt aus, also Regionalverkehr. Dann flog ich aus der 1. Klasse, damit dort eine Gruppe älterer Fahrgäste auf dem Weg zum Kreuzfahrtschiff sitzen konnte. Fand ich schon mäßig geil, dass ich eingequetscht im Gang stehe, aber durch die Glastür sehen kann, wie die Junggebliebenen ihre Piccolos tranken. Aber die hatten schon in Berlin einen ausgefallenen Zug und unser Zug fuhr nur mit einem Teil statt mit zweien, ich seh’s auch irgendwo ein, dass Leute mit Stock nunmal sitzen müssen.

    Die Rückfahrt fiel für mich auch aus, weil das Zugpersonal serviceorientiert eine Schulklasse in der 1. Klasse platziert hatte. Der Rest des Zuges war dem Freitag angemessen komplett zum Bersten gefüllt, also schaffte ich es zehn Minuten vor Abfahrt nicht mal bis in den Zug, um den jungen Leuten beim Schnapstrinken zuzusehen.

    Aber wenn ich mich in meiner Bahn-Bubble umhöre, dann gibt es für mich wenig Hoffnung, dass hier noch mal irgendwas besser wird. Stattdessen sollen wir im Interesse der schwarzen Null noch mehr sparen, also Verbindungen streichen und den Ausbau der Strecken unterlassen. Ich bin ja sehr gespannt, ob die U 5 in Hamburg oder die Bahnstrecke von Lüneburg nach Soltau überhaupt noch in Betrieb gehen.

    Die Bahn hat mir jetzt auch meine Fahrt nach Dresden Mitte August storniert und mir diese Alternative angeboten:

    Noch mal kurz dargestellt, wie es denn so läuft, diese Fahrkarten umzubuchen.

    Erstmal schaue ich nach, ob es an dem Tag noch andere akzeptable Verbindungen gibt. Das ist im Sommer drei bis vier Wochen vor dem Termin für eine Fahrt zwischen Freitag und Sonntag eher selten der Fall, zumal ich ja auch nicht der einzige bin, der sein Fahrrad mit zu einem Radrennen nehmen möchte. Aber ich bin flexibel genug, um auch zu unchristlichen Uhrzeiten zu reisen, im Zweifelsfall komme ich auch einen Tag vorher an, muss dann noch mein Hotel umbuchen, oder übernachte irgendwo in der Mitte der Strecke. Was für ein Aufwand.

    Dann rufe ich an der BahnBonus-Hotline an. Die Wartezeit beträgt dort in der Regel weniger als eine Minute, es kann aber auch mal eine halbe Stunde dauern. Für die Fahrt nach Dresden erfahre ich, dass ich bitte ins Reisezentrum gehen möchte, weil ich die Fahrradreservierungen auch dort gebucht hatte. Das ist schon komisch, denn die Fahrt nach Berlin hatte ich beim gleichen Besuch gebucht, die konnte aber am Telefon umgebucht werden. Ist wohl abhängig vom Mitarbeiter, ob das geht oder nicht geht.

    Früher habe ich im Reisezentrum in der recht kurzen Warteschlange meine BahnBonus-App vorgezeigt und bekam eine Wartenummer für BahnBonus-Kunden, mit der ich in der Regel nicht mehr als fünf Minuten warten musste. Die eigentliche Umbuchung ging dann schnell vonstatten, das konnte ich also bequem auf dem Weg zur Arbeit erledigen.

    Nun gibt es in einigen Reisezentren, etwa in Köln, Hannover und in Hamburg, erst einmal eine Art Rezeption mit zwei Menschen, die schon mal die gröbsten Fälle klären und aussortieren. In den Stoßzeiten laufen auch noch Mitarbeiter die Warteschlange auf und ab und erklären den Leuten, dass sie ihr 49-Euro-Ticket auch in der App kaufen können oder bei Verspätungen einfach in einen anderen Zug steigen können, ohne eine Bescheinigung abzuholen. Soweit, so sinnvoll.

    Leider steht man sich jetzt schon die Beine in den Bauch, bevor man die Wartenummer in die Hand bekommt. Und je nachdem, wie die eigentlichen Schalter besetzt sind, gibt es auch keine BahnBonus-Wartenummern mehr. Das heißt, ich warte erst vor der Rezeption eine halbe Stunde, bis alle anderen Anfragen verarztet und noch ein bisschen Small-Talk gehalten wurde, bekomme dann eine Wartenummer, auf der dann „20-30 min Wartezeit“ aufgedruckt werden, aus denen dann aber wie vor zwei Tagen eher 53 Minuten werden. So kann man natürlich auch seine Zeit verbringen.

    Bei mir als Sonderfall mit BahnCard 100 ist es natürlich schon kompliziert, den hilfsbereiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an der Warteschlange und an der Rezeption deutlich zu machen, was ich eigentlich möchte: Meine Fahrradreservierung umbuchen, weil mein Zug ausfällt. Dieser Fall ist natürlich nicht vorgesehen, beziehungsweise kann für Reisende mit digitalem Ticket gar nicht auftreten, weil deren Fahrkarten inklusive Fahrrädern automatisch umgebucht werden, soweit ich das jetzt rausgekriegt habe.

    Ich hingegen muss mich gegen die ganzen Ratschläge erwehren, dass ich mein Fahrradticket ja auch im DB-Navigator oder am Automaten kaufen könnte. Dass ich mit einer BahnCard 100 kein Ticket, sondern nur eine Reservierung benötige, kann ich den Leuten gar nicht vernünftig erklären. Das führt dann auch mitunter dazu, dass ich keine Wartenummer bekomme, weil es meiner Ansprechpartnerin zu dumm wird, und ich dann wütend mit dem nächsten Zug von Hamburg nach Hannover ins andere Reisezentrum fahre, bis sich meine Wut ins Unermessliche steigert, weil meine Trotzreaktion gänzlich unnötig war, denn in Hamburg-Dammtor, -Harburg und -Altona hätte es ja auch noch Reisezentren gegeben. Nun.

    Aber sobald ich dann am Schalter stehe und mein Leid vortrage, ab dann läuft alles super. Die Leute wissen sofort Bescheid, welche Knöpfe sie in ihrem Programm drücken müssen. Und: Sie buchen mir auch eine neue Sitzplatzreservierung. In meiner BahnCard 100 sind einhundert kostenlose Sitzplatzreservierungen inbegriffen, die allerdings bei Zugverspätungen oder -ausfällen nicht erstattet werden. Das ist den Leuten am Schalter aber offenbar egal. Ich finde, das kann man auch mal positiv hervorheben: Da hatte ich wenigstens bei dieser Thematik überhaupt gar keine Probleme mehr.

    Aber trotzdem kostet es mich eben jedes Mal anderthalb Stunden Zeit, die ich eigentlich besser zu verbringen gedenke.

    Okay, das mit dem Koffer wird jetzt ernst. Die Bahn hat mir jetzt auch meine Fahrt nach Dresden Mitte August storniert und mir diese Alternative angeboten:

    Die ursprüngliche Fahrt war übersichtlich: Von Lüneburg nach Hannover Hbf mit dem ICE 1205, von dort mit dem IC 1947 weiter nach Dresden. Offenbar sind beide Züge aus dem Fahrplan verschwunden. Das ist einfach nur noch inakzeptabel.

    Die Rückfahrt zwei Tage später hat sich auch geändert, da bekomme ich bestimmt auch noch irgendwann eine Nachricht

    Na, da ist sie ja schon. Die Bahn weiß schon seit einiger Zeit, dass mein Zug nicht wie geplant fährt, schickt mir aber lieber 26,5 Tage vor Abfahrt eine Nachricht. Ich mein, ist ja schon nett, dass sie mir überhaupt schreiben.

    Die Suche nach Alternativen fördert übrigens folgendes zu Tage:

    Ich wollte von Berlin über Hannover nach Lüneburg fahren, dieses Mal fällt der ICE 1586 von Hannover Hbf bis Lüneburg ersatzlos aus. Immerhin habe ich ja schon eine Ersatzverbindung über Hamburg gebucht. Mal sehen, wie lange die denn noch im Fahrplan steht. Ich denke, es ist langsam mal Zeit für einen Fahrrad-Transportkoffer. Ich weiß allerdings noch nicht so ganz, wo ich mein Fahrrad im ICE 4 dann deponieren soll, ohne die Fluchtwege zu blockieren.

    zur Erinnerung: die Linie von Nürnberg (BY) - Jena (TH) - Naumburg (ST) - Leipzig (SN) hat man eingestellt, weil nicht alle Bundesländer mitmachen wollten...

    Ich habe es auch so in Erinnerung, dass dieser „grenzüberschreitende“ Verkehr hier im Norden äußerst schwer fällt. Auf irgendeiner Informationsveranstaltung zur Y-Trasse hatte auch jemand erzählt, diese Durchbindung des RE 83 von Kiel über Lübeck bis Lüneburg wäre ein politischer Kampf sondergleichen gewesen und es hätte sich nur knapp verhindern lassen, bei der letzen Ausschreibung, die erixx Holstein gewonnen hat, die Strecke nicht in Büchen in einen Nord- und einen Südteil zu teilen. Eine Teilung in Büchen wäre für mich auch ein Grund gewesen, diesen Zug nicht zu benutzen, denn an diesem Bahnhof im Nirgendwo, wo es abends außer Neonazis nichts gibt, möchte ich nicht umsteigen.

    Andererseits könnte man ja auch ohne Niedersachsens Beteiligung beispielsweise die Linien 7, 70, 71 und 8, 80, 80X, 81 „irgendwie“ verknüpfen — ich nehme an, wäre da ein politischer Wille, gäbe es auch einen Weg der Umsetzung.

    Stattdessen wird in Niedersachsen das Metronom-Netz geteilt, so dass die Züge von Bremen nach Hamburg nicht nach Uelzen oder Hannover weiterfahren, sondern wiederum ihrerseits den Hamburger Hauptbahnhof verstopfen. Wie oben erwähnt bin ich mir nicht sicher, ob das sinnvoll ist, aber es gibt offenbar keine schneller und kostengünstigeren Wege der Betriebsstabilisierung.

    Aber vielleicht storniert die Bahn ja sowieso noch ein paar Mal meine Fahrradreservierung bis dahin.

    Nun denn:

    Es fährt ein Zug in gleicher Fahrplanlage, aber mit anderer Nummer. Und dessen Fahrradstellplätze sind auch schon ausgebucht. Ich habe Donnerstag nachgesehen, da stimmte die Zugnummer noch, heute ist alles ausgebucht? Irgendwas stimmt da nicht. Ich habe jetzt einen der letzten freien Stellplätze an dem Tag bekommen.

    Die Rückfahrt zwei Tage später hat sich auch geändert, da bekomme ich bestimmt auch noch irgendwann eine Nachricht, habe mir aber eben am Telefon sicherheitshalber schon mal einen neuen Stellplatz gebucht, bevor auch dort alles abgegrast ist.

    Ich wundere mich ja, ob die Bahn sowas vielleicht doch mal besser lösen möchte. Da ändert sich die Zugnummer und Schwupps sind alle Sitzplatz- und Fahrradreservierungen weg?

    Habe ich eigentlich von den lustigen Fahrten nach Frankfurt und zurück erzählt, als sehr viele Fahrgäste mit Fahrrädern in das doppelt überbuchte Fahrradabteil reinwollten und diejenigen, die noch einen Platz bekommen hatten, recht erstaunt waren, warum der Zug plötzlich eine andere Nummer hat? Und auf dem gebuchten Fahrradstellplatz schon jemand sein Rad eingehängt (und angeschlossen) hat? Ich habe den Eindruck, bei Fahrgästen mit Fahrrad ist die Quote derjenigen größer, die ihre Fahrkarte auf Papier mitschleppen und dementsprechend keine Benachrichtigung bekommen haben. Und diejenigen, die eine Benachrichtigung bekommen haben, müssen ja auch mal auf den Trichter kommen, dass gerade nicht nur der Sitz- sondern auch der Fahrradstellplatz flöten gegangen ist. Damit rechnet doch im Jahr 2024 niemand mehr.

    über Uelzen-Stendal? Weil die Verbindung HH-Berlin über Ludwigslust-Nauen doch eh voll gesperrt ist? :/

    Die Baumaßnahmen dort droben beginnen aber erst Mitte August. Mir stellt sich eher die Frage, wie ich von Lüneburg nach Hamburg komme, ob da mein gebuchter ICE 1676 bis Hamburg Hbf durchfährt oder in Harburg endet. Der RE 3, der eventuell durchfährt, ist ja keine Alternative, weil der am Wochenende ohnehin schon knüppelvoll hier in Lüneburg einfährt, da komme ich mit dem Rad ohnehin nicht rein.

    Also im Zweifelsfall zwei Stunden früher mit der RB 31 bis Harburg fahren, von dort mit dem Rad 15 km zum Hauptbahnhof kurbeln und dann mit dem ICE 509 weiter nach Berlin. Darauf zu pokern, dass ich in Harburg in die S-Bahn reinkomme, halte ich auch am Sonnabendmorgen für gewagt, wenn ich einen Anschlusszug erwischen möchte.

    Aber vielleicht storniert die Bahn ja sowieso noch ein paar Mal meine Fahrradreservierung bis dahin.

    Ich halte ja wirklich nichts von diesem Geraune, dass Deutschland den Bach runterginge, und das in atemberaubender Geschwindigkeit und auch allein wegen der bleeden Grün’n, aber als jemand, der täglich in der Bahn seine Zeit absitzt, habe ich tatsächlich das Gefühl, dass hier gerade alles auseinanderfliegt.

    Erstmal wird in Hamburg an den Norderelbbrücken kurzfristig gebaut. Kann man nichts machen, muss halt sein — passiert. Das Ausmaß an Zugausfällen zwischen dem 15. Juni und dem 12. August lässt sich noch nicht so ganz fassen, je nach Quelle fallen alle Regionalzüge aus oder auch nur fast alle, man soll dann mit der S-Bahn von Harburg zum Hauptbahnhof gondeln.

    Wie ich dann am 3. August zum Velocity-Radrennen nach Berlin komme, weiß ich noch nicht, denn der Fahrplan, der weiß es auch noch nicht.

    Dann folgt wieder die obligatorische Debatte, ob das Deutschlandticket teurer oder abgeschafft wird oder wenigstens in einen Regionen nicht mehr gilt. Mir sind die finanziellen Probleme im Hintergrund nur oberflächlich bekannt, aber ich fürchte, das Vertrauen in öffentliche Verkehrsmittel wird dadurch nicht gestärkt. Aber ich glaube, wenn jetzt der ganz große Paukenschlag kommt und das Deutschlandticket wieder eingestellt wird zugunsten von Tarifringen und -waben, dann regiert nach der nächsten Wahl die AfD ganz allein ohne CDU als Juniorpartnerin.

    Und weil wir’s in der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt mit Geld nicht so haben, sollen beispielsweise in Niedersachsen einige Regionalverbindungen gekürzt werden. Angeblich steht mal wieder der Zug zwischen Lüneburg und Dannenberg zur Disposition sowie der Stundentakt zwischen Uelzen und Braunschweig, wo’s ja jahrelang auch im Zweistundentakt irgendwie funktionierte, sowie einige Verbindungen in anderen Gegenden Niedersachsens, in denen ich mich nicht herumtreibe.

    Und im Norden Niedersachsens soll das Metronom-Netz Bremen-Hamburg-Hannover-Göttingen geteilt werden, um Personalausfällen entgegenzuwirken. Ich bin mir nicht sicher, ob solche Maßnahmen den Betrieb tatsächlich stabilisieren, denn wenn in kleineren EVUs Personal fehlt, kann’s nicht aus anderen Gegenden verschoben werden, aber ich maße mir nicht an, das beurteilen zu können.

    Externer Inhalt www.instagram.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    War ja jetzt quasi der nächste erwartbare Schritt, nachdem auch DJI plötzlich dicke Powerstations herstellt und seine Akkus ja irgendwo verbauen muss:

    https://www.instagram.com/amflowbikes

    Das ist ja auch wieder so ein Gebiet, auf dem wir als Europäer im Begriff sind, den Anschluss zu verlieren (und uns auch noch dafür feiern, weil wir als Gesellschaft ja nicht an elektrische Antriebe glauben). Northvolt überlegt ja auch schon, ob es sein Werk in Heide wirklich bauen möchte oder lieber als Bauruine in der Marsch stehen lässt: https://www.ndr.de/nachrichten/sc…rthvolt420.html

    Ob DJI, die momentan vor allem als chinesischer Drohnenhersteller bekannt sind, sich jetzt anschicken, den Markt für E-Bike-Antriebe aufzumischen und Shimano und Bosch aus dem Rennen zu nehmen?

    Externer Inhalt www.instagram.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne Ihre Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
    Durch die Aktivierung der externen Inhalte erklären Sie sich damit einverstanden, dass personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr Informationen dazu haben wir in unserer Datenschutzerklärung zur Verfügung gestellt.

    Zur Freigabe: nach meinem Kenntnisstand werden Fernverkehrszüge nicht kurzfristig freigegeben für D-Ticket.

    Nach meiner Beobachtung gibt es solche Freigaben mittlerweile seltener als noch vor ein paar Jahren, aber sowas gibt’s durchaus immer noch.

    Wobei: Spitzensteuersatz, Beitragsbemessungsgrenze, Private krankenversicherungen... eigentlich musste oben anfangen :rolleyes:

    Tja, aber das wäre wohl politischer Selbstmord. Die Leistung der Bahn sind aber pünktlich zur Fußball-EM momentan dermaßen unterirdisch, dass ich im Moment zwei bis vier Anträgen für Fahrgastrechte pro Tag einreiche. Hier ein verpasster Anschlusszug, dort fährt der Zug nicht bis zum Ziel, da ein kompletter Ausfall. Dann hier ein Unwetter, so dass die Strecke zwischen Hamburg und Bremen nicht mehr befahrbar ist, dann dort ein Unwetter, dass der halbe Zugverkehr zum Erliegen kommt, boah. Gerade jetzt sitze ich in der miefigen, nach Urin stinkenden Unterführung im Bahnhof Neumünster, weil mein vollbesetzter Regionalzug es wegen einer Signalstörung nur bis Neumünster geschafft hat. Man soll in den nächsten, leider ebenfalls zum Bersten gefüllten Zug einsteigen. Keine Chance. Eigentlich wollte ich gestern mit der Bahn nach Essen fahren, aber das war ja so absurd, da kann man nur noch verzweifelt lachen.

    Mich wundert immer mehr, dass wir uns in dieser Hinsicht mit einem kaum akzeptablen Mittelmaß zufrieden geben. Und wenn das mit der Finanzierung der Bahninfrastruktur so weitergeht, dann werden wir kaum solche tollen Sachen wie eine Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover oder wenigstens eine Ertüchtigung der Bestandsstrecke bekommen, von den notwendigen Instandhaltunsmaßnahmen mal ganz zu schweigen. Hier in Lüneburg steht ja auch schon wieder zur Debatte, ob 2027 tatsächlich wieder ein Nahverkehrszug von Lüneburg nach Soltau fahren wird oder ob man’s lieber lassen soll.

    Was aber immerhin nicht zur Disposition steht: Der Lückenschluss der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Man mag ganz verzweifelt feststellen: Dafür ist immerhin Geld da.

    Die ostdeutschen Bundesländer, in denen sich unter anderem schlechte bis gar nicht vorhandene Infrastruktur mittlerweile auch in den Wahlergebnissen widerspiegelt, soll noch ein bisschen stärker vom Rest der Bundesrepublik abgekuppelt werden:

    (S+) Deutsche Bahn: Plan zur Streichung von Fernverkehrsverbindungen – besonders im Osten
    Die Deutsche Bahn will nach SPIEGEL-Informationen zahlreiche Fernverkehrsverbindungen abschaffen. Der Grund: Kosten. Vor allem betroffen sind demnach Orte in…
    www.spiegel.de

    Betroffen ist auch die ICE-Linie 26, die von Stralsund über Hamburg und Lüneburg nach Karlsruhe führt. Mit der Linie fahre ich täglich zur Arbeit nach Hamburg. Nach meiner letzten Information, die im Zuge der Debatte um die Neubaustrecke der Bahn zwischen Hamburg und Hannover erging, waren die Fahrgastzahlen der Halte Celle, Uelzen und Lüneburg so gut, dass sogar mehr als der vereinbarte Zweistundentakt angeboten wurde. Mal sehen, inwiefern die Ausdünnung des Fahrplans nur den oberen Ast von Hamburg nach Stralsund betrifft oder auch andere Bahnhöfe entlang der Linie.

    Aber schön, dass sich so für den Bürger mal ganz konkret auswirken wird, dass der Klimatransformationsfonds im letzten November in die Luft geflogen ist und sich in Kombination mit den ganzen politischen Fehlentscheidungen der letzten Jahrzehnte hinsichtlich der Verkehrswende so langsam deutlich wird, dass man dieses gesamte Konstrukt namens Eisenbahn aufs Abstellgleis schieben kann.

    Ich denke, ich mache hier erst einmal zu. Mir gefällt der Tonfall nicht, wir sind hier schließlich nicht im Straßenverkehr, und die Art und Weise, wie hier „diskutiert“ wird.

    Bei der Mopo hat noch einer angesprochen

    Aber in den dortigen Drunterkommentaren wird auch wieder fabuliert, warum man denn als Radfahrerin unbedingt auf die eigene Vorfahrt bestehen müsse. Ich frage mich an solchen Tagen wieder mal, was eigentlich noch passieren muss, damit endlich mal ein Umdenken einsetzt. Aber das brauche ich wohl weder bei Kraftfahrern noch in der Verwaltung oder Politik erwarten.

    Wir sind hier sehr weit vom Thema abgedriftet. Mich würde einmal die Motivation von Malte interessieren, sich diesen Aufwand mit der DB halbwegs regelmäßig anzutun. Ich persönlich hätte nach ein bis zweimaligen derartigen Erlebnissen die Faxen dicke und würde nach Alternativen suchen oder solche Ausflüge streichen. Und Malte hat bestimmt Alternativen. Ein Bulli oder Hochdachkombi mit Fahrradträger, Schlafplatz und solider Werkstattausstattung hätte für solche Radsportevents bestimmt etwas für sich. Um den Fahrpreis zu drücken, finden sich bestimmt Glekchgesinnte, die dankbar für eine Mitfahrgelegenheit sind, wenn nicht sowieso die bessere Hälfte mitreist.

    Momentan ist es tatsächlich so, dass mein Kalender vor Arbeit geradezu platzt. Das ist auch mit der einzige Grund, warum ich hier im Radverkehrsforum momentan kaum aktiv bin.

    So blöd es klingt, ich kann es mir im Moment zeitlich nicht leisten, zwei mal fünf Stunden plus Stau im Auto zu sitzen und nicht arbeiten zu können. Bis zum 9. Juni läuft der Europawahlkampf, in dem ich sehr aktiv bin, am 9. Juni ist Fahrradsternfahrt, bei der ich in der Organisation zugange bin, dann habe ich noch eine nebenberufliche Tätigkeit, die auch am Wochenende läuft — wenn ich für die Fahrt nach Köln das Auto nehme, fällt für mich ein ganzer Arbeitstag aus. Und das sind im Zweifelsfall im Wahlkampf zwei Videos weniger, die ich bearbeiten kann, oder bei der Sternfahrt drei Newsletter weniger, die ich formulieren kann, oder bei der Critical Mass unzählige Bugs, die ich nicht beheben kann.

    Irgendwas ist halt immer. Insofern ist für mich die Fahrt in der Bahn, wie man so schön sagt, im Moment tatsächlich alternativlos.

    Aber auch welche Radsportevents das sind, die Malte besucht. Ich bin zwar Fahrrad-begeistert, aber nicht Fahrradsport-begeistert. Eher das Gegenteil. Und was mir beim Fahrradsport besonders missfällt, das ist diese ungeheure lange Auto-Schlange von Versorgungsfahrzeugen, Team-Fahrzeugen, Trainerfahrzeugen usw. Wenn wer bei so was mitmacht, dann fährt er doch nicht mit dem Zug oder doch?

    Ich fahre bei solchen Jedermann-Rennen mit. Da gibt’s keine langen Autoschlangen, weil die nur bei den Profis mitfahren. Bei den Normalsterblichen gibt’s allenfalls hin und wieder ein Motorrad, das im Notfall Unterstützung leistet.