Wir sind gestern noch einmal diesen geilen Radweg Sonderweg zwischen Borgstedt und Holtsee entlanggefahren.
Man sieht auf den Fotos, wie eng das Ding inzwischen zugewachsen ist. Das könnte das Fahrradland Schleswig-Holstein bestimmt noch prima als Natur-Radweg oder sowas vermarkten — schließlich meldete der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag vor ein paar Tagen:
Schleswig-Holstein ist das Radland Nummer eins
Den Titel „Radland Nummer eins“ macht man fest an… der Quote der Radwege neben außerörtlichen Straßen. Und manche wären sanierungsbedürftig, jaja, alles halb so wild, man kann ja auch mal langsamer fahren oder absteigen.
Gestern beim Gran Fondo hatten wir tatsächlich eine ganze Menge Radwege, die befahrbar waren; auf denen man also nur alle fünfzig Meter oder so etwas mit Schäden rechnen musste. Dann gab es viele Radwege, an denen vor Wegschäden gewarnt wurde, die eigentlich in Rücksicht auf Mensch und Material keine Geschwindigkeiten von mehr als fünfzehn Kilometern zuließen.
Und dann gibt es den Natur-Radweg Borgstedt–Holtsee. Einfach gigantisch, wie schmal das ist. Ungelogen ein dickes Schlagloch pro Meter. Rechts bröckelt’s ab, links auch.
Und eigentlich ist es ja gar kein Radweg: Die Zeichen 240 wurden ja vor unbestimmter Zeit entfernt, man sieht teilweise noch die verwaisten Pfosten dort herumstehen. Angenehm ist das Fahren auf der Fahrbahn allerdings auch nicht, weil man immer noch darauf hingewiesen wird, dass es ja einen, „HUP HUP EIN RADWEG!“, pardon, einen bestens ausgebauten und breiten Radweg gäbe.
Ich weiß auch nicht, wie man dort eigentlich mit Familie und Kind langfahren soll. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ungeübter Verkehrsteilnehmer eines der Abertausenden Schlaglöcher erwischt und die Tour danach gelaufen ist, die ist ja gar nicht mal so gering. Natürlich kann man das Problem teilweise umgehen, indem man unten am Kanal entlangfährt und sofern man nicht ausgerechnet nach Eckernförde will, kann man auch noch eine Weile länger dort herumbummeln.
Dennoch ist das ja kein Zustand — ich bin gespannt, wie viel in zwei Jahren noch von diesem Radweg übrig ist.