Beiträge von Malte

    An jedem zweiten Donnerstag — diese Woche nicht, aber nächste — findet am Hamburger Lattenplatz die so genannte Fahrraddisco statt:

    Ich werde versuchen, da regelmäßig vorbeizuschauen — vielleicht haben ja auch andere Forenteilnehmer aus der Region Lust, auf ein Bier dorthin zu radeln?

    Das Unheil nimmt seinen Lauf:

    Das BMVI weiß ja auch total gut Bescheid: E-Fahrräder durften bislang nicht auf Radwegen fahren? Lesen die eigentlich ihre eigenen Verordnungen mal gründlich durch oder darf da jeder Schulpraktikant mal seine Pressemitteilung veröffentlichen?

    Ich bin ja tatsächlich gespannt, wie sich das Erwachsenen-Gehwegradeln in die generelle Anti-Radfahrer-Stimmung einfügen wird und was vor allem zivilrechtlich dabei rumkommt. Ein Erwachsener, der ordnungswidrig auf dem Gehweg radelt, hat ja bei Unfällen meistens eine gewisse Teilschuld, läuft das nun anders, wenn er ein Kind dabei hat?

    Ich glaube, ich nehme morgen weißes Textilklebeband und einen Edding mit. Statt „Gerüstbau“ könnte man ja auch sowas wie „Radweg“ oder „ist verboten“ hinschreiben — das Geh- und Radwegparken im Gebiet des Eimsbütteler Marktplatzes wurde ja schon vor einiger Zeit verboten geklaut. Gestört hat das aber niemanden, weder die Kraftfahrer noch das Ordnungsamt.

    Dort auf dem Radweg zu fahren ist aber immer wieder ein Erlebnis. Mal kommt einem da ein Kraftfahrzeug entgegen, dann geht plötzlich wie von Geisterhand eine offenbar ferngesteuerte Heckklappe auf, dann laufen da plötzlich Fußgänger herum, immer wieder toll.

    Weil das Gerüst dort steht, müssen alle Autos einen Meter dichter an der Fahrbahn parken:

    Habe mal beim PK 23 nachgefragt, was die denn dazu sagen.

    Von Poyenberg bis Hamburg-Eidelstedt — herzlich Willkommen in Schleswig-Holstein!

    Da geht erstmal ein benutzungspflichtiger Radweg entlang einer Überlandstraße los und buckelt und buckelt und buckelt und dann wurde es so extrem, dass sich die Straßenverkehrsbehörde gar zu dieser Maßnahme genötigt sah:

    Na gut — also rauf auf die Fahrbahn. Der Radweg freigegebene Gehweg verschwand im Verlauf der weiteren Strecke tatsächlich mehrfach und machte einer Sandkiste oder einem Schotterbett Platz.

    Auf der Fahrbahn konnte der erste Kraftfahrer gerade noch ausweichen, der zweite überholte mit einem ordentlichen Überholabstand, der Dritte musste hupen, weil er die Beschilderung falsch verstanden hatte, dann kam ein Lastkraftwagen eines größeren Lebensmittelhändlers und schob sich trotz Gegenverkehr an mir vorbei. Immerhin verzichtete er darauf, sein Horn zu zünden. Glücklicherweise begann kurz danach die nächste Ortschaft mit einem benutzungspflichtigen Radweg auf der linken Straßenseite, von Maßregelungen hatte ich erstmal die Nase voll.

    Kein Auto weit und breit, aber unbedingt eine Benutzungspflicht an Dutzenden Ausfahrten vorbei. Na klar:

    Und außerorts gleich wieder sowas hier, nur dieses mal als benutzungspflichtiger Fuß- und Radweg:

    Und sowas:

    Buckelig wie eine Achterbahn. Mehr als zwölf Kilometer pro Stunde sind da echt nicht drin:

    Hochsicherheitsradweg in Barmstedt:

    Und wieder außerorts:

    Die Kombination aus [Zeichen 240] und [Zeichen 101] ist übrigens keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Eigentlich stand nach jeder Ortschaft erneut diese Kombination — das Fotografieren habe ich irgendwann aufgegeben. Man scheint sich tatsächlich außerstande zu sehen, die Radverkehrsinfrastruktur einigermaßen gebrauchsfertig vorzuhalten.

    Ich bin ein wichtiges Schild und dieses Mal wirklich ernst gemeint:

    Das ist halt das Problem, wenn man [Zeichen 250] inflationär aufstellt, eigentlich aber [Zusatzzeichen 1020-30] vergessen hat oder die Absperrelemente so aufstellt, dass sich der gemeine Verkehrsteilnehmer dennoch durchdrängelt.

    Deswegen schrieb ich ja auch vorher ;) Dürfte so gegen 16 Uhr in Hamburg ankommen. Also hopp hopp :P

    Wir sind doch schon mal durch den Grandweg durchgefahren, etwa gegen 18 Uhr? Das war doch die Nummer, bei der wir keine hundert Meter weit gekommen sind, bevor uns jemand umfahren wollte.

    Guter Plan, da dieser Zeitraum innerhalb der Kieler Woche liegt. Da würde ich auch ohne Fahrrad zu gewissen Zeiten nicht darauf vertrauen, im ÖPNV mitgenommen zu werden. Und Freitag Abend/Nachmittag gehört definitiv zu diesen "gewissen Zeiten".

    Wobei Freitagnachmittag von Kiel nach Hamburg und spätabends von Hamburg nach Kiel ja noch die ungefährlichere Richtung ist.

    Am 21. Juni findet am Landgericht Hamburg offenbar die Berufungsverhandlung wegen dieses Vorfalls im Sitzungssaal 162 statt. Los geht’s wohl morgens gegen 9 oder 10 Uhr, das versuche ich noch in Erfahrung zu bringen.

    Wenn mein Arbeitgeber mich vor die Tür lässt, werde ich mir das natürlich ansehen und Notizen machen. Will noch jemand hingehen?

    Ich nahm daher an, dass dort im Verlauf der Bundesstraße ein einseitiger Zweirichtungskombiweg verlauft mit [Zeichen 240] , der am Bahnübergang unterbrochen ist und die Straßenverkehrsbehörde dort voraussetzt, dass Radfahrer mangels Radverkehrsanlage auf das Radfahren verzichten.

    Das ist allerdings auch tatsächlich eine fiese Ecke — der Radweg führt dort um das alte Stellwerk herum und man kann als Fußling nur hoffen, dass von gegenüber kein allzu schneller Radfahrer angerollt kommt. Da bin ich tatsächlich auch schon mal beinahe als Fußgänger über den Haufen gefahren worden.

    Die Radverkehrsinfrastruktur entlang der Bundesstraße entspricht hingegen weitgehend dem schleswig-holsteinischen Standard.


    Aber in RD sollte doch so eine alte Bahnstrecke reaktiviert werden. Zu irgendeinem Stadtfest haben die sogar mal provisorische Bahnsteige gebaut, um dafür zu werben. ich glaube, drei Bahnhöfe waren geplant...

    Ah, du meinst die Verlängerung der RB 75 bis Seemühlen-Nord. Ja, die Bummelbahn beim Rendsburger Herbst habe ich sogar fotografiert, aber das wird wohl nichts werden. Die Finanzierung war offenbar ja schon geklärt, aber die Anwohner wollen keine Fahrradstraße aktive Bahntrasse vor der Tür haben.

    Wobei ich mir auch nicht sicher bin, was denn nun der tatsächliche Nutzen dieser Strecke wäre — der Regionalbahn Schleswig-Holstein geht es ja offenbar primär darum, dass ihr Bummelbahn-LINT nicht über eine Dreiviertelstunde im Rendsburger Bahnhof herumsteht und ein Gleis blockiert. Am Kieler Hauptbahnhof wurde ja auch schon an zwei Bahnsteigen herumgeschnitzt, um die zusätzlichen Fahrten leisten zu können.