Ich bin da heute im Zuge meiner Kieler-Straße-Vermeidungs-Strategie eher zufällig langgefahren und stellte fest, dass die Bauarbeiten offenbar größtenteils abgeschlossen sind und die Brücke befahrbar ist. Größte Überraschung: Es gibt Schutzstreifen.
Na gut, die 5,50 Meter restliche Fahrbahnbreite zum Applizieren einer Mittellinie im Sinne der Verwaltungsvorschriften wird man wohl irgendwie hinbekommen haben.
Es passiert danach das, was ich halt bereits im Eingangsbeitrag bemängelt hatte: Man wird wieder auf den buckeligen Radweg geleitet. Da gibt’s also ein Stück neuer Infrastruktur in der Mitte, die anschließt an einen alten Rumpel-Radweg, der teilweise nur ordnungswidrig befahren werden kann.
Hier geht’s los:
Die rote Pflasterung endet umgehend, ab hier kann man sich toll die Zähne auf dem Buckel-Radweg ausschlagen:
Und natürlich ziehe ich den Ärger an wie ein Magnet: Der Kraftfahrer hinter mir flippt an der Hupe vollkommen aus, weil ich eben nicht der Aufleitung vom Schutzstreifen auf den Radweg gefolgt bin, während vor mir das beste Beispiel zu sehen ist, warum man den Radweg nicht befahren kann: Da parkt nämlich gerade jemand umständlich ein.
Das Überholmanöver wird angesichts der Mittelinsel abgebrochen, die Nervensäge hinter mir biegt gleich rechts ab. Da hat sich das Pushen des Blutdrucks ja mal richtig gelohnt. Der weiße Transporter rangiert derweil weiterhin mit geöffneter Heckklappe hin und zurück:
Hier geht noch ein Stückchen Radweg weiter:
Hier endet der allerdings seit der letzten Sanierung des Gehweges. Ab hier ist entweder Fahrbahnradelei oder Schieben angesagt:
Das wird im Sommer bestimmt total super, wenn auf den Radwegen wieder die ganzen Besucher des Niendorfer Geheges parken und auf dem Gehweg einige Radfahrer zwischen den Fußgängern kampfradeln:
Wieder ein Stück Radweg:
Neue Farbe, neues Glück. Mein Handtuch zum Händetrocknen ist breiter als dieses Ding:
Naja, toll, okay, geplant wird eben nur für den Bereich der jeweiligen Sanierung, da hat man eben Schutzstreifen geplant und im Westen einen Anschluss an die bisherige Radverkehrsinfrastruktur hergestellt. Ich find’s trotzdem total schade, dass man bei dieser Gelegenheit nicht wenigstens einfach auf die Aufleitung verzichtet hat, die nun jedem Kraftfahrer suggeriert, er dürfe Fahrbahnradlern nun Feuer unterm Hintern machen. Eine Aufleitung auf einen Radweg, den man anschließend nur ordnungswidrig befahren kann, ist einfach nur witzlos.
Aber das gehört wohl auch irgendwie zur Fahrradstadt Hamburg.