Beiträge von Malte

    Zur Abgrenzung gegen VC und PC müsste noch eine griffige Formulierung für das Radfahren gefunden werden, wie es im allgemeinen in Kopenhagen oder Utrecht (usw.) praktiziert wird, also das Radfahren auf angemessenen in der Regel abgetrennten Verkehrswegen. Wegen des allgemeinem Trend nach Forderung von "protected bike lanes" würde auch eine Abkürzung "Protected Cycling" (PC) zutreffen, andernfalls ggf. Seperated Cycling (SC) oder besser vielleicht Comfort Cycling (CC) oder Dutch Cycling (DC)?

    Angesichts des Kontextes, in dem diese Begriffe Anwendung finden, ist das Radfahren in Kopenhagen doch auch einfach was mit PC.

    Parkdruck allerorten. Lösung: Gebühren erhöhen bzw. überhaupt erst einführen.


    (Ach ja: und vielleicht mal die Zahl der Parkplätze dem Bedarf anpassen?)

    Ich muss dabei immer an die lustige Diskussion mit ein paar facebook-Radfahrer vom letzten Frühjahr denken, als ich in meinem jugendlichen Leichtsinn vorschlug, man könnte doch mal ein ordentliches Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof nachdenken. Neben nachvollziehbaren Argumenten wie „es gibt nur Einpendler, keine Auspendler in Hamburg“ oder „da ist gar kein Platz“ dominierte aber ein ganz anderer Aspekt die Debatte: Ein Fahrradparkhaus ist das Kennzeichen einer autogerechten Stadt.

    Schließlich könnte sich der Autoverkehr weiter ausbreiten, wenn Fahrräder ins Parkhaus verbannt werden. Stattdessen müssten Fahrräder das Straßenbild dominieren und drum vor dem Bahnhof angeschlossen werden.

    Naja.

    Sind denn die ppm-Angaben auf der airview.blueair.com/ - Seite ein internationaler Standard, der in Deutschland wenig gebräuchlich ist?
    Und würde es Sinn machen, auf der Luft jetzt - Seite die Werte in beiden Einheiten, also in Mikrogram/m³ als auch in ppm anzugeben?

    Öhm, mit meinem Physik-Leistungskurs vom Gymnasium sollte ich darauf eine fachliche Antwort geben können, aber… äh… „ppm“ als „Parts per Million“ gibt eben die Anzahl der Moleküle an, während Mikrogramm pro Kubikmeter eine Masse angibt. Beides signalisiert den Anteil des Schadstoffes.

    Bei dem ganzen Gemaule über die Fahrradmitnahme in der Bahn darf man nicht vergessen: Als Radfahrer tut man sich den Kram ja einigermaßen freiwillig an. Ich könnte meine Fahrt auch ohne Fahrrad antreten, wäre dann am Ziel vielleicht nicht wie gewohnt mobil, aber ich käme schon irgendwie zurecht.

    Heute wurde mir dann wieder einmal deutlich, dass man als Rollstuhlfahrer diesen Komfort nicht hat.

    Los ging’s unten an der Stadthausbrücke, wo ein Rollstuhlfahrer recht hilflos vor dem defekten Aufzug stand. Offenbar konnte er auch nicht besonders gut sehen, jedenfalls war ihm die Lampe, die den Defekt signalisierte, nicht aufgefallen. Er war Tourist, wollte zum Michel, hing aber nun im Tiefbahnhof fest.

    Nun kann man dem HVV vieles vorwerfen, aber er hat eine für meine Begriffe sehr genaue Anzeige, welche Aufzüge gerade in Betrieb sind:

    Dort wird sogar aufgelistet, ob die Tasten in tastbarer Blindschrift dargestellt sind — das macht auf mich als Sehenden durchaus Eindruck, ob das den Ansprüchen eines Blinden genügt vermag ich natürlich nicht zu beurteilen. Jedenfalls war der Aufzug an der Stadthausbrücke — Überraschung! — als defekt gekennzeichnet, während der an den Landungsbrücken funktionieren sollte.

    Ich wusste bis dahin noch gar nicht, dass die Landungsbrücken mittlerweile mit einem Aufzug ausgestattet war, aber wenn die App das sagt, dann wird das wohl stimmen. „Just take the next train in this direction“, flötete ich in meinem schönsten Englisch, bis mir auffiel, dass der Mann anschließend gefühlte fünfhundert Meter den Berg hochrollen müsste. Das war sicherlich nicht in seinem Sinne.

    Und nun? Zurück zum Jungfernstieg und von dort zurück zum Michel rollen dürfte ungefähr genauso anstrengend sein… äääh, ach, am Jungfernstieg ist nur die U2 per Aufzug erreichbar, aber nicht die S-Bahn? Meine Fresse. Zurück zum Hauptbahnhof und von dort rollen? Nee, bestimmt nicht. Aber am Hauptbahnhof könnte er in die U3 umsteigen und bis St. Pauli fahren. Das ganze Hin und Her nähme etwa anderthalb Stunden in Anspruch, aber dann wäre er am Michel, der hat übrigens einen Aufzug und zwar schon ziemlich lange.

    Die Rettung kam dann in Gestalt zweier kräftiger Männer, die anboten, ihn die Rolltreppe hochzukarren und oben die letzten beiden Treppen von der Verteilerebene zur Straße zu tragen. Puh, gerade noch gutgegangen. Im Ernst: Sonst hätte ich ihn von den Landungsbrücken bis zum Michel den Hügel hochgeschoben. So viel Nächstenliebe muss sein.

    So. Einige Stunden später stand ich mit meinem Rad am Gleis 6 im Hauptbahnhof und wartete auf den RE 70 nach Kiel. Zuvor bummelte da aber die RB 81 nach Bargteheide herum und ein weiterer Rollstuhlfahrer sprach mich an, ob ich für ihn die „Hilfe-Taste“ am Zug drücken könnte. Bei den Doppelstockwagen gibt’s vorne im Steuerwagen ausfahrbare Rampen neben dem Mehrzweckabteil und mit Drucktastern neben der Tür kann man sich Hilfe anfordern, damit jemand diese Rampe bedient. Dumm nur, dass zwischen Wagen und Bahnsteig ein recht breiter Spalt war und der Rollstuhlfahrer nicht an die Taste kam.

    Kein Problem, das mache ich für ihn und damit nahm das Drama seinen Lauf: In Bargteheide hält die RB 81 am Gleis 1 (oder nicht am Gleis 1?), dort stünde die Rampe aufgrund des niedrigen Bahnsteiges so steil, dass sie aufgrund der Unfallgefahr nicht eingesetzt werden darf. Ihm wurde dann vom Zugbegleiter der Plan unterbreitet, mit dem RE 80 nach Bad Oldesloe zu fahren und von dort zurück nach Bargteheide. Allein dieser Umweg ist schon eine Zumutung, aber: Der RE 80 hält am Bahnsteig, an dem der Aufzug laut der HVV-Anzeige defekt ist. Ging also nicht. Tja, und nun? Es wurde sondiert, welcher Zug denn als nächstes in Bargteheide nicht am Gleis 1 hält oder in Hamburg nicht am Bahnsteig 7 abfährt, aber so richtig kam da nichts zustande. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, nahm der arme Mann dann ein Taxi.

    So. RE 70. Die Rampe war… defekt:

    Und draußen wartete ein Rollstuhlfahrer, der gerne von Hamburg nach Kiel fahren wollte. Der Plan war, dass der Rollstuhlfahrer mit der S-Bahn bis zum Bahnhof Dammtor fährt, dort den Bahnsteig wechselt und nach somit insgesamt vier Fahrten mit dem Aufzug an zwei verschiedenen Bahnhöfen dann über die andere Seite des Zuges ins Mehrzweckabteil rollt. Im Bahnhof Dammtor gibt es einen Mittelbahnsteig, da hält die Bahn an der rechten Seite, da passt das wieder. Das war allerdings in der verbleibenden Viertelstunde nicht mehr zu schaffen. Immerhin waren dort die Aufzüge in Betrieb, das hatte ich mittlerweile in Erfahrung gebracht.

    Dass wir den Mann einfach so über die Lücke zwischen Wagen und Bahnsteig in den Zug hievten kam aber aus Versicherungsgründen nicht in Frage. Ich kann zwar die Begründung mit der Versicherung nachvollziehen — am Ende kippt der Rollstuhl um, der Mann wird schwer verletzt und niemand will’s bezahlen —, aber dass man keinen Rollstuhl über eine Lücke von vielleicht dreißig Zentimetern heben dürfe, das wollte mir nicht in den Kopf.

    Dann wurde die S3-Zentrale angerufen, damit jemand käme und diesen Hubwagen zur Verladung von Rollstühlen bringe. Das geht aber auch im Jahre 2017 nicht binnen einer Viertelstunde, also machte sich der Zugführer bereit, schon mal eine verspätete Abfahrt zu melden, die dann aufgrund des straffen Fahrplanes für Folgeverspätungen sorgen würde. Dann fiel ihm ein: Halten wir in Kiel denn eigentlich an der richtigen Seite?

    Die Leute mit dem Hubwagen waren hingegen schon am Bahnsteig 7 gut beschäftigt, denn da waren offenbar mehrere mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ausgestiegen, die nun irgendwie vom Bahnsteig hin die Wandelhalle gebracht werden mussten.

    Der Rollstuhlfahrer am RE 70 saß dann doch plötzlich im Mehrzweckabteil. Da ist drei Mitmenschen mit Muskeln im Arm endgültig der Kragen geplatzt, so dass die Sache auf dem kurzen Dienstweg geregelt wurde.

    Dagegen sind die ganzen Probleme, die ich mit meinem Fahrrad in der Bahn habe, ungefähr gar nichts. Vielleicht sollte ich das hin und wieder mal bedenken.

    Die "Konversation" ist schon länger wieder weg. Du darfst es gern für fahrradstadt.hamburg verwenden.

    Super, danke!

    Bezüglich „es tut sich was“ und „Falschparker“ noch mal ein schönes Beispiel von gestern Abend:

    Ein Radling hat sich sogleich beim Vorbeifahren gemault, weil er an dem Fahrrad hängengeblieben ist, das dort vorne ins Lichtraumprofil des Radweges ragte. Soweit ich das gesehen habe, hat der Typ nicht mal seinen Lastkraftwagen entladen, sondern nur jemanden abgeholt? Weiß nicht. Jedenfalls total sinnlos geparkt: Der rechte Fahrstreifen ist eh komplett blockiert, aber damit der Radverkehr auch gestraft wird, steht man noch halb auf dem Radweg?

    Ich bin da vorhin mal vorbeigefahren. Momentan scheint aufgrund der Bauarbeiten ohnehin nur ein Fahrstreifen pro Richtung frei zu sein, insofern wird das alles etwas enger, so richtig Party im Tunnel dürfte da schwierig werden.

    Der Plan, den wir Mittwochabend beim Radraum gefasst haben, sah vor, am Montagabend gegen 20 Uhr dort aufzutauchen und mal die Lage zu sondieren, sowie eventuell mit Straßenmalkreide oder ähnlichem ein paar Sprüche an die Wand oder auf die Fahrbahn zu malen. Und je nachdem, wie die Lage dort ist, kann man für den darauffolgenden Montag was planen.

    Wer wäre denn alles am 20. Februar dabei?

    Hat jemand, der hier mitliest, sich schon mal mit dieser Internetseite beschäftigt und sich ein genaueres Bild davon gemacht, was es damit auf sich hat? ?(


    Das halte ich erst einmal für ein nettes Spielzeug.

    Eigentlich ganz nett, wenn auch wenig erbaulich, dass man sich in Echtzeit die aktuell herrschenden Luftschadstoffe anzeigen lassen kann.


    Da läuft ja nichts in Echtzeit ab. Das Ding sucht sich für die eingegebene Adresse die entsprechenden Koordinaten heraus und sucht wiederum mit diesen Koordinaten die nächstgelegene Messstation. Für die Elbgaustraße steht die nächste Station an der Kieler Straße und das ist ein bisschen doof, denn die misst nur NOx und PM2,5, darum wird auch kein Ozon oder ähnliches angezeigt. Man bekommt eben nur angezeigt, was die nächstgelegene Messstation auch misst.

    Bei luft.jetzt klappere ich wenigstens noch alle Stationen im Umkreis ab, bis ich möglichst viele verschiedene Schadstoffe beisammen habe.

    Bezüglich des Begriffs „Echtzeit“: Es hängt jeweils von der Art der Messung ab, wie aktuell die Daten sind. Einige Datensätze kann man stündlich abfragen und erhält den Mittelwert aus der vergangenen Stunde, dann gibt’s Acht-Stunden-Mittelwerte und manchmal liegen die Daten auch erst einen Tag später vor. Mit „Echtzeit“ hat das nichts gemeinsam.

    Ob das nun tatsächlich eine Werbemaßnahme ist oder die Firma sich einfach gern mit dem Thema beschäftigt mag ich nicht zu beurteilen. Jedenfalls ist das sehr aufwändig gemacht, taugt aber eigentlich nicht um regelmäßig die Schadstoffwerte in der Umgebung abzufragen.

    Diesel-Fahrverbot in Berlin: „Wir sind keine Umweltschweine“

    Ich kann den Ärger schon nachvollziehen: Man kauft sich ein neues Auto von 30.000 Euro und das ist dann einfach mal nach anderthalb Jahren ungefähr gar nichts wert, lässt sich allenfalls mit extremen Abstrichen noch ins Ausland verkaufen. Nur:

    Zitat

    „Sollen wir uns einen Benziner kaufen? Doch wie lange dürfen wir damit dann noch in die Innenstadt – wo unsere Politiker ja so verlässlich sind?“


    Die besagten Politiker sind bei diesem Thema ausnahmsweise mal der falsche Ansprechpartner, finde ich. Wenn ich das richtig sehe, haben nicht die Politiker bei den Abgaswerten geschummelt, sondern die Automobilindustrie. Nur den gegenüber wird kein Groll gehegt, da wird so getan, als hätten die aus Notwehr gehandelt.


    Ich weiß nicht, ob ich hier ein Foto vom Unfallort hochladen kann, da ich neu bin.

    Du kannst unten im Feld „Dateianhänge“ Fotos hinzufügen.

    Mir ist allerdings noch nicht ganz klar, wie sich die ganze Sache abgespielt hat. Um welche Kreuzung geht es denn, beziehungsweise auf welcher Straßenseite bist du denn gefahren?

    Ich habe jetzt endlich nach langer, langer Zeit eine Art Zeitleiste für die Startseite von Cycleways eingebaut:

    Man kann nun endlich erkennen, was es neues gibt, anstatt auf der Karte irgendwelche Ratespielchen zu spielen, ob diese eine Zahl gestern wohl noch kleiner war als heute und sich orientierungslos dort herumzuklicken. Mögt ihr bitte einmal kurz draufschauen, ob das in eurem Browser so funktioniert?

    Die Feinstaubkarte kenne ich bereits, allerdings sehe ich da keine direkte „Konkurrenzsituation“. Die Leute bauen dort ihre eigenen Feinstaub-Sensoren für PM10 und PM25 und stellen deren Messwerte in einer Karte an. Das halte ich übrigens für ein wirklich großartiges Projekt, das ich gerne mit einem eigenen Sensor unterstützen möchte, allerdings mangelt es mir sowohl an einem brauchbaren Platz zum Messen als auch an der Geschicklichkeit zum Zusammenstecken des Teils.

    luft.jetzt zeigt hingegen auf einen Blick an, wie es um die Schadstoffwerte in der Umgebung momentan bestellt ist, ohne dass man sich mühsam in den Karten vom Umweltbundesamt oder Luftdaten.info herumscrollen muss, bis man gefunden hat, was man sucht.

    Es spricht ja auch nichts dagegen, künftig die Messwerte von luftdaten.info ebenfalls bei luft.jetzt anzuzeigen — soweit ich das verstanden, haben die Leute dort keine Einwände gegen eine Weiterverwendung der Daten. Momentan bin ich mir hingegen etwas unsicher, was die Qualität derer Messwerte angeht.

    Die Qualität der Messwerte ist ja schon beim Umweltbundesamt nicht besonders vielsagend: An der Stresemannstraße können ja locker alle fünf Messwerte im roten Bereich liegen, während fünfzig Meter weiter im Hinterhof der dritten Häuserzeile geradezu Reinraumbedingungen herrschen könnten. Hingegen können zehn Kilometer von der Messstation entfernt wiederum ähnliche Werte gemessen werden.

    Bei luftdaten.info beispielsweise zeigt die Station südwestlich vom Hamburger Stadtpark andauernd PM10-Werte jenseits der 100µg/m3 an, während benachbarte Stationen nicht mal ein Viertel dessen messen. Da habe ich eher das Gefühl, jemand benutzt sein Messrohr als Aschenbecher, so dreckig ist’s dort nicht mal im Sommer, wenn im Stadtpark fünfhundert Leute ihren Kohlegrill anschmeißen. Will sagen: Da bin ich mir manchmal nicht so ganz sicher, wie praktikabel die Messung überhaupt ist, insofern wäre es auch nicht sinnvoll, solche Werte in einer Übersicht auszuspielen. Da muss ich mir mal was überlegen.