Beiträge von Malte

    So:

    Also zunächst einmal: Das ist haargenau das Rad, das ich gesucht habe. Am Lenker kommen noch zwei Spacer raus, dann passt das schon.

    Leider bin ich nur zu 85 Prozent zufrieden: Die Schaltung macht mir in jeglicher Hinsicht Kummer.

    Punkt 1 ist, dass sich der komplette Antrieb vielleicht noch einfahren muss beziehungsweise noch etwas Feintunig braucht. Auf dem ganz inneren Ritzel kann ich nicht fahren, da springt die Kette unablässig wieder runter. Und auf dem zweiten von innen und dem äußersten Ritzel kann ich zwar fahren, aber dort darf ich nicht rückwärts treten, weil sonst die Kette auf die Strebe geschmissen wird. Das scheint mir nicht normal zu sein. Sobald man an der roten Ampel das Pedal wieder nach oben zieht oder während der Fahrt das Treten bleiben lässt und womöglich ein paar Grad rückwärts tritt, macht’s „Klong“ und haut wieder eine Kerbe mehr in die Kettenstrebe. Ich habe erstmal ein Tuch darum gewickelt, die Leute von Trenga sollen sich das mal ansehen.

    Punkt 2 ist die andere Seite des Schaltzuges: Die Shimano ST-RS405 sind von der Handhabung her super. Eine satt zupackende Bremse, ein schnalzender Punkt zum Schalten, genau wie ich es mag. Der Behälter für die Hydraulikflüssigkeit stört kein bisschen und bietet einen angenehmen Widerstand für den Handballen.

    Allein: Die Dinger sind unglaublich empfindlich. Ich kenne es so, dass diese Teile bei einem Rad ohne Ständer eben das sind, was man an die Wand, ans Straßenschild oder an den Fahrradbügel lehnt. Wenn dieser Gummi-Kram verschlissen ist, wechselt man ihn einigermaßen günstig aus. Nicht so bei den ST-RS405: Dort ist das Teil ganz außen ein Stück glänzendes Hartplastik. Den ersten dicken Kratzer habe ich mir gleich im Fahrradladen reingedonnert, als ich beim Bezahlen das Rad an den Tisch lehnte. Die übliche Rennrad-Parkposition auf dem Kopf traue ich mich mit den Teilen gar nicht, wahrscheinlich bricht der Plastik-Kram dann ab (abgesehen davon ist das bei Hydraulikbremsen ohnehin keine gute Idee).

    Klar, ein Fahrrad ist ein Gebrauchsgegenstand, aber wenn jeder Park- beziehungsweise Anlehnvorgang gleich mit Kratzern und ähnlichen Problemen einhergeht, halte ich das für eine Fehlkonstruktion. Ich hätte da lieber diesen weichen Plastiklappen drauf, den man nach zwei Jahren einfach ersetzt. Ich weiß nicht, wie man so etwas konstruieren kann. Das ist ja, als ob ich beim Auto jedes Mal auf dem Außenspiegel parke. Broken by Design.

    Naja. Trotzdem: Ein sehr schönes Rad. Und so leicht! Ich habe es mir mit dem Racktime Stand-it bauen lassen, da passen die beiden weißen Taschen prima ran und ich komme trotz des Zusatzgewichtes noch locker vom Fleck. Bis auf die unnötigen Schalthebel bin ich echt ziemlich begeistert.

    Ich habe mir mal den Radfahrstreifen auf dem Rugenfeld angesehen und gleich eine Gefahrenstelle bei Cycleways mit 35 Fotos angelegt.

    Der eigentliche Radfahrstreifen macht dabei keinen ganz so schlechten Eindruck: Einigermaßen breit, zusätzlicher Sicherheitsraum nach links zur Fahrbahn, bis ganz am Anfang keine parkenden Kraftfahrzeuge auf der rechten Seite. Trotzdem hat’s Hamburg erstmal verkackt: Die Radverkehrsführung innerhalb der Arbeitsstelle ist mal wieder sowas von nicht gekonnt, da mag ich mich langsam gar nicht mehr drüber aufregen.

    Zitat

    Die meisten RadfahrerInnen meiden jedoch die Bebelallee und ziehen die Parkanlagean der Meenkwiese vor. Vor geraumer Zeit befand sich an der Fußgängerbrücke, diezum Winterhuder Kai über die Alster führt, ein Schild, das RadfahrerInnen zum Langsam-Fahren aufforderte. Dieses Schild gibt es nicht mehr. Ein beträchtlicher Teil derRadfahrerInnen rast die Parkwege entlang.


    Wann gab es denn dort mal ein Schild? Andererseits: Ich glaube nicht, dass sich rasende Radfahrer von einem Schild beeindrucken lassen.

    Zitat

    Kinder haben in unseren dicht besiedelten Stadtteilen kaum Freiraum. Parkanlagensollten diesen Mangel ausgleichen und auch Erwachsenen einen Platz zur Erholungbieten. Durch die hohe Frequenz des Radverkehrs sind die Möglichkeiten, sich frei zubewegen oder zu entspannen, in den Anlagen rund um die Meenkwiese sehr beschränkt. Besonders gefährlich ist die Verkehrssituation in dieser Parkanlage für Kinder, zumal sich dort zwei Kindertagesstätten befinden.


    Ich will jetzt nicht mit der Philosophie anfangen, aber wenn ich mir anschaue, aus welchen Gründen Kinder sich nicht frei bewegen können, fallen mir ein paar andere Ursachen als der Radverkehr ein.

    Zitat

    Zu erfassen wären pro identischer Zeiteinheit,
    die Zahl und Verteilung der RadfahrerInnen, die die verschiedenen Verkehrswege der Bebelallee und die Wege in der Parkanlage um die Meenkwiese nutzen,sowie
    die Stausituationen und das Ausmaß der Emissionen der Stopp’s und Go’s.


    Ich mag mich ja irren, aber ich tippe mal ganz stark drauf, dass das Verhältnis von „Radfahrstreifen Bebelallee“ und „Parkanlage“ noch davon abhängt, ob gerade Wochenende ist oder nicht. Der regelmäßige Pendelverkehr dürfte ja eher auf der Bebelallee stattfinden, während der Freizeitverkehr durch den Park „rast“.

    Heute tagt der Hauptausschuss.

    Los geht’s um 18 Uhr mit einer Diskussion über neue Stühle. Die kosten nämlich ganz schön viel und man ist sich nicht sicher, ob man die wirklich brauche.

    Außerdem sei die Mikrofonanlage defekt. Man möge bitte lauter sprechen.

    Tagesordnungspunkt 6 bezüglich der öffentlichen Anhörung des Radweges wird vorgezogen aufgrund es Interesses des Publikums.

    Es habe sehr viele Fragen zum Radweg gegeben, die noch gar nicht beantwortet werden könnten, da die entsprechende Planung noch gar nicht vorläge.

    Es wird vorgeschlagen, die Terminierung der Anhörung noch zu verschieben, da ein gewisser Antrag zum Thema noch gar nicht beantwortet wäre.

    Es geht alles ein bisschen gesittet durcheinander, weil das Interesse am Radweg sher groß wäre.

    Flemming beantragt eine zeitnahe öffentliche Anhörung. Man wisse schließlich nicht, wie lange das Amt zur Vorlage von Plänen überhaupt brauche und man könne den Radweg schließlich auch vor der Fortführung der Planung komplett ablehnen.

    Applaus!

    Man brauche keine Planung, es ginge um die grundsätzliche Frage, ob überhaupt eine Planung stattfinden solle. Es wäre ihm zu Ohren gekommen, dass die Anwohner ein Bürgerbegehren anstrengen wollen.

    Applaus!

    Ein Anhörverfahren müsse innerhalb der nächsten vier Wochen anberaumt werden, um sich nicht komplett lächerlich zu machen.

    Applaus!

    Man streitet nun eine Weile darum, inwiefern das Minderheitenrecht hier verfahrensrechtlich greife und ob man eine Planung brauche.

    „Vor der Planung!“

    Flemming: Man brauche keine Planung für eine Anhörung.

    Applaus!

    Jemand anders: Man dürfe die knappen Planungsressourcen nicht für Projekte verschwenden, die von der Bevölkerung abgelehnt würden. Radweginfrastruktur solle lieber an der Elbchaussee gebaut werden, die Interessen der Anwohner müssten bewahrt werden, diese irrwitze Planung müsse… undeutlich.

    Applaus, „Jawoll!“

    Noch jemand anderes: Es müsse binnen vier Wochen, aber wenigstens vor der Sommerpause eine Vorstellung der Planung geben. Die rot-grüne Mehrheit bringe das Thema alle paar Jahre wieder auf die Tagesordnung, obwohl mehrere tausend Bürger diesen Radweg ablehnen.

    Applaus!

    Noch einer: Anhörung muss sein, bevor Planungsressourcen verschwendet würden. Die Planung müsse in der Elbe versenkt werden.

    Applaus!

    Jemand anderes: Demokratie funktionere nicht, indem man den Beschluss der Bezirksversammlung einfach ignoriert, weil es eine Gruppe von zweitausend Gegnern gäbe.

    Aufregung, „Unglaublich!“, „Abwählen!“, „Raus mit dir!“

    Der Autor des Antrags beteuert, es ginge um eine verbesserte Radverkehrsführung, nicht konkret um einen Radweg am Strand. Man müsse alle Alternativen kennen.

    „Unfassbar!“, „Was ist das eigentlich für eine Veranstaltung hier?“, „Was für ein Schwachsinn!“, „Sie kennen ihre eigene Planung wohl nicht!“

    Man diskutiert noch eine Weile herum, ob die konkrete Planung eines Radweges nun eigentlich noch Gegenstand des Antrages ist.

    „Mein Gott!“

    Man fasst zusammen: Es gibt eine Konfliktlage am Strand, da müsse eine Lösung gefunden werden. Ob diese Lösung nun konkret einen Radweg beinhaltet, weiß man nicht genau.

    Danach geht’s wieder um die Frage, ob der Strand so bleiben solle wie er ist. Falls man sich entschließe, den Strand verändern zu wollen, könne man ja diskutieren ob man einen Radweg planen möchte.

    Momentan weiß man offenbar gar nicht mehr, über welches Thema eigentlich eine Anhörung stattfinden soll. Unruhe im Publikum, „Vollidioten“.

    Flemming schlägt vor, eine Lösung für die Konflikte am Strand zu suchen, „Nein, wir wollen das nicht“, aber den Plan mit dem Radweg solle man fallen lassen.

    Diskussion für eine ergebnisoffene Diskussion. Da blickt mittlerweile keiner mehr durch.

    Der Radweg an der Elbchaussee kommt wieder zu Wort, „Wir wollen da keine Radfahrer“, aber man solle den Radweg am Strand nicht mehr weiterplanen.

    Applaus!

    Noch mal der Hinweis, dass es keine Planung gäbe, sondern nur Ideen. Der ganze Kram mit sechs Meter Breite und Ampelanlage wäre von den Medien in den Gang gebracht worden.

    Jemand gibt an, es wäre alles einfacher, wenn man einfach eine Planung für eine Radverkehrsführung von Wedel nach Altona in Auftrag gäbe, ohne den Strand in Mitleidenschaft zu ziehen, wäre alles einfacher.

    Flemming führt wieder eine Planung mit einem sechs Meter breiten Radweg an.

    Man schlägt den 2. Mai vor oder den 15. Mai oder den 24. April. Offenbar kein Kompromiss möglich.

    „Das gibt’s nicht!“, „Ihr habt doch einen Knall!“, „Und das sind erwachsene Menschen?“, „Abwählen! Abwählen! Abwählen!“

    Das Rechtsdezernat führt an, dass auch noch die Drohung im Raume stünde, zum Verwaltungsgericht zu ziehen. Es wäre sinnvoller, eine einvernehmliche Lösung zwischen den Fraktionen zu finden.

    Der Antragssteller wirft ein, dass in der Drucksache der 30. April genannt wäre und man diesen Zeitraum nicht verkürzen könne, um alle Einwendungen berücksichtigen zu können.

    Man berät sich, die Sitzung wird unterbrochen.

    „Ihr habt doch alle einen Schaden!“, „Das ist unfassbar!“, „Unglaublich!“, „Alle abwählen!“

    18.47 Uhr: Es geht weiter.

    Die einen bleiben beim 15. Mai, die anderen beim 24. April, man könne sich aber ein bisschen auf den 2. Mai einigen, vielleicht aber auch nicht.

    „Abwählen!“, „Unglaublich!“, „Bescheuerte Spinnerbande!“

    Abstimmung: 24 April, sechs Handzeichen, 15. Mai, acht Handzeichen.

    Anhörung ist am 15. Mai.

    Diskussion über die Art der Anhörung und der notwendigen Vorbereitungszeit.

    Das war’s.

    TOP 6 abgearbeitet um 18.52 Uhr.

    Gestern wurden in Hamburg einige Fleete gereinigt, dabei kamen Unmengen an alten Rädern zum Vorschein:

    Man beachte passend dazu das lustige [Zeichen 254] , das jemand hinterhergeschmissen hatte.

    Hamburg bekommt das mit der Fahrradinfrastruktur einfach nicht so richtig geregelt. Mal ist die neue Infrastruktur schon von vornherein so knapp bemessen, dass man sie nach einem halben Jahr im Winter schon nicht mehr nutzen kann, mal muss man in der HafenCity irgendwelche Radwege wieder abreißen, mal passt einfach alles nicht zusammen.

    Jetzt ganz neu und aktuell: Lustige Späßchen an der Hoheluftbrücke.

    Auf Google StreetView ist prima zu erkennen, wie das Unheil seinen Lauf nahm. Im August 2008 wurde der Grindelberg im Bereich der Brücke saniert und im Zuge dessen hier im Vordergrund eine Querungsmöglichkeit für Radfahrer in beide Richtungen eingebaut, die man hier im März 2010 schon sehen kann.

    Was dann passierte, ist auch nicht weiter verwunderlich: Radfahrer nehmen das Angebot an und queren in beiden Richtungen, radeln dann allerdings auch auf der falschen Straßenseite weiter, um hinter der U-Bahn-Brücke in die Isestraße einzubiegen. Das kam so ganz überraschend nicht, schließlich hängt immerhin ein [Zusazzeichen 1000-32] unter dem [Zeichen 206] herum, man hat damit also schon gerechnet. Trotzdem gab es dort immer wieder gefährliche Situationen, weil der Kraftverkehr natürlich nicht mit solchen Manövern rechnet und beim Warten auf eine Lücke auf dem Grindelberg immer den Radweg blockiert.

    Dann hat man sich etwas ausgedacht und im letzten Jahr das hier gebaut:

    Das ist zwar auf den ersten Blick total freundlich, allerdings wird man nach wie vor „übersehen“: Der Kraftverkehr aus der Isestraße fährt einfach über die rote Fläche hinüber und wartet dort auf eine Lücke im Fahrbahnverkehr. Dass da Radfahrer hinter dem Brückenpfeiler angerollt kommen könnten, pff, was ich nicht sehe, das ist auch nicht da.

    Radfahrer, die dann nach links in die Isestraße abbiegen möchten, müssten überdies noch § 10 StVO beachten und sind gegenüber allen anderen Verkehrsströmen wartepflichtig. Bloß gut, dass niemand die Verkehrsregeln so genau kennt, sonst entstünde dort schnell das reinste Chaos.

    Weil das aber immer noch so gefährlich ist, wird diese Stelle ein weiteres Mal umgebaut: Man verlegt beide Radwege auf die andere Seite des Pfeilers. Leider vertauscht man damit einfach nur sämtliche Sichtbeziehungen:

    Die vom Grindelberg in die Isestraße abbiegenden Kraftfahrer haben den „Geister-Radverkehr“ dank der Säule nicht mehr im Blick, die Kraftfahrer, die von der Isestraße in den Grindelberg abbiegen möchten, stehen noch immer blöd auf der Fahrradfurt herum:

    Der Schuldige ist in der Berichterstattung natürlich rasch ausgemacht: Die blöden Radfahrer, die nicht diesen Umweg fahren wollen, sondern direkt in die Isestraße düsen möchten.

    Das ist nicht ganz falsch, aber eigentlich auch nur die halbe Wahrheit, denn die Gefährdung geht zweifelsohne vom Kraftverkehr aus, der hier andere Verkehrsteilnehmer bei jeder möglichen Gelegenheit „übersieht“, die Fahrradfurt versperrt oder auch mal falsch herum entgegen der Einbahnstraße fährt, um abzukürzen.

    Insofern mutet es schon fast komisch an, dass der Radverkehr an dieser Stelle während der Bauarbeiten am sichersten unterwegs ist: Da ist der Kraftverkehr zwischen Grindelberg und Isestraße einfach mal unterbunden worden. Ein paar Stellplätze sind gerade nicht benutzbar, damit Kraftfahrer unter der Brücke wenden können, ansonsten geht dort alles seinen geregelten Gang.

    Man möchte fast sagen: Wenn Hamburg diese Sache mit der Fahrradstadt so wichtig ist, wie es immer tut, könnte es ja einfach diese Sperrung beibehalten und den motorisierten Durchgangsverkehr aus der Isestraße heraushalten. Der Sicherheit und der Lebensqualität täte das sicherlich ganz gut.