Ich habe mir die Sache am späten Gründonnerstag-Abend mal angesehen und es ist die gruseligste Infrastruktur, die man für den Radverkehr bauen kann: Freigegebene Gehwege mit mutmaßlich sozialer Benutzungspflicht, fröhlichen
an ungefähr jeder Einmündung und Kreuzung und eine inkonsequente Beschilderung, bei der ohnehin niemand weiß, wo man fahren darf und soll und muss.
Ich bin weiterhin der Meinung, dass es eigentlich nur eine Frage der Zeit ist, bis es an solchen Stellen knallt — und fühle mich wiederum bestätigt, bei Überlandfahrten im Zweifelsfall lieber komplett auf meine Vorfahrt zu verzichten und mich da auch auf gar keine Experimente einzulassen.
Hier kann man gerade noch einige Markierungen von der Unfallaufnahme erkennen:

Annäherung an die Unfallstelle von Süden. Es handelt sich um einen freigegebenen Gehweg, der hin und wieder aber auch nicht freigegebenen ist — man sieht ja, was gemeint ist, nä? Zwischen Fahrbahn und dem freigegebenen Gehweg befindet sich ein kleiner Graben, der aber einen Wechsel zwischen Gehweg und Fahrbahn unterbindet. Ohne diesbezüglich eigene Erfahrungen aus Pritzwalk zu haben mutmaße ich mal, dass es auch hier eine soziale Benutzungspflicht gibt — Radfahren scheint in Pritzwalk jetzt nicht so ganz etabliert zu sein:

Aus dieser Straße von hinten näherte sich der Lastkraftwagen. Angesichts der schlecht einsehbaren Einmündung fiel der Behörde wohl außer
für Radfahrer nicht sein — Maßnahmen für den Kraftverkehr, beispielsweise
mochte man wohl nicht ergreifen:

Blick aus der Unterführung nach Süden. Hier fuhr der verunglückte Radfahrer entlang. Offenbar gewährte ein Lastkraftwagen einem weiter vorne fahrendem Radfahrer Vorfahrt — also das, was an solchen Stellen quasi immer passiert und immer wieder für gefährliche Missverständnisse sorgt. Eventuell auch hier: Womöglich dachte der verunfallte Radfahrer, er könne auch noch weiterfahren, der Lastkraftwagen ließe ihn auch noch durch.

Und Lastkraftwagen gibt’s da eine Menge: Am späten Abend waren in den zehn Minuten, die ich dort in der Gegend herumhüpfte, sicherlich fünf Lastkraftwagen unterwegs. Das halte ich für überdurchschinttlich.

Noch mal ein Blick auf die Unfallstelle, der Radfahrer kam aus der Gegenrichtung. Ich sehe hier eine gewisse Verantwortung der Behörde an diesen Vorfällen: So einen Mist sollte man einfach nicht anordnen.
