Beiträge von Malte

    18.50 Uhr:

    Großes Erstaunen an den Plakatwänden mit den Plänen: „Mit dem Rad auf der Straße?“, „Mit dem Rad durch den Kreisverkehr?“, „Was sind denn Schutzstreifen?“

    Manchmal hat man echt das Gefühl, dass die Leute aus ihrem Viertel, nein, aus ihrer Straße überhaupt nicht rauskommen. Was Schutzstreifen sind müsste doch eigentlich so langsam jeder einmal mitbekommen haben. Und mit dem Rad durch den Kreisverkehr zu fahren mag zwar ungewohnt sein, ist aber in Hamburg-Eimsbüttel eigentlich jetzt auch keine so ganz große Weltneuheit.

    Vielleicht ist das auch einfach ein Zeichen dafür, dass die meisten Menschen halt nur „irgendwie so“ am Straßenverkehr teilnehmen und sich erst intensiver mit Verkehrsinfrastruktur beschäftigen, wenn vor der eigenen Haustür gebaut werden soll.

    19.02 Uhr: Es geht los

    Jürgen Roloff begrüßt das Publikum. Eigentlich der gleiche Kram wie am Wördemannsweg.

    Er fragt nach der Besetzung des Publikums:

    Direkte Anlieger in der Högenstraße: Recht viele.
    Kleingartenkolonie: Auch ein paar.
    Radfahrer: Fast alle.

    „Müssen Autofahrer jetzt gehen?“

    Roloff fragt nach Fußgängern: Gibt’s auch ein paar.

    19.07 Uhr: Thorsten Rösch vom Bezirksamt Eimsbüttel ist dran und macht erstmal das Mikrofon kaputt.

    Noch mal die ganze Einleitung mit dem Bündnis für Radverkehr und der Definition für Velorouten und so weiter und so fort.

    19.12: Uwe Wilma vom Büro Argus

    Büro Argus: Sandra Wischmann, Uwe Wilma

    Das Planungsbüro Argus möchte eigentlich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt berücksichtigen, bei einer Veloroute ginge es aber nunmal um eine Bevorgugung des Radverkehrs. Im Planungsauftrag des heute vorgestellten Abschnitts geht es um die Högenstraße.

    Besondere Berücksichtigung habe die Schule inklusive Schulwegsicherung und der Kinderspielplatz gefunden.

    In der Högenstraße gäbe es einen hohen Parkdruck, wo ein Fahrzeug stehen kann, stünde auch ein Fahrzeug. Die ohnehin schmalen Gehwege würden dadurch noch schmaler. Aufgrund der Barrierefreiheit wären derart schmale Gehwege nicht mehr zulässig und müssten verbreitert werden.

    Weiter südlich gäbe es ebenfalls einen schmalen Gehweg, der dort mit einer schmalen Fahrbahn einhergeht. Die erforderliche Fahrbahnbreite von drei Metern wäre dort nicht gesichert.

    Weiter im Norden gibt es einen relativ breiten Querschnitt mit separaten Parkplätzen.

    Innerhalb der Kleingartensiedlung gäbe es teilweise Kraftverkehr.

    Es schließt sich eine Diskussion über den Verlauf der Veloroute an, die von Roloff unterbrochen wird.

    Man habe einen guten Kompromiss im Spannungsfeld zwischen einem beschleunigten und sicheren Radverkehr, der Erhaltung des Parkraumes und dem Baumbestand geplant.

    Erläuterung der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen. Man habe gezählt:

    Högenstraße: 130 Kraftfahrzeuge und 150 Radfahrer pro Stunde
    Steenwisch: 480 Kraftfahrzeuge pro Stunde

    Man habe überraschend festgestellt, dass dort schon jetzt mehr Rad- als Kraftfahrer unterwegs sind. Idee: Einrichtung einer Fahrradstraße.

    Es folgt eine Erläuterung einer Fahrradstraße, was das ist und wie es funktioniert. Über 60 Prozent der Verkehrsteilnehmer wüssten nicht, was eine Fahrradstraße ist. Wilma habe das aber bis vor zwei Jahren auch nicht gewusst, da habe er seine erste Fahrradstraße geplant.

    In Hamburg gelte zusätzlich noch die PLAST 9, die habe eine engagierte Baubehörde mal entworfen, damit Hamburg etwas eigenes hat. Die PLAST 9 würde im nächsten Monat allerdings aufgehoben.

    Jetzt folgt die Vorstellung des aktuellen Planungsstandes.

    Zwischen dem Langenfelder Damm und Steenwisch wäre der Straßenraum heutzutage vom parkenden Verkehr geprägt. Künftig gäbe es eine fünf Meter breite Fahrgasse, so dass Radfahrer nebeneinander fahren könnten. Entlang der Parkstände gäbe es Rückstoßräume, so dass Kraftfahrer rückwärts ausparken können. Man habe versucht möglichst viele Parkplätze zu erhalten. Bei dem neuen Wohnungsbau am Langenfelder Damm habe man allerdings eine Aufstellzone für die Feuerwehr einplanen müssen, die einige Parkplätze gekostet hätte.

    Der Knotenpunkt Högenstraße und Steenwisch werde durch einen Kreisverkehr ersetzt. Diese Kreisverkehre wären für Fahrradstraßen nicht empfohlen, die Fahrradstraße wird laut Planung am Kreisverkehr unterbrochen.

    An den Armen des Kreisverkehrs wird jeweils ein Fußgängerüberweg eingerichtet. Das wäre sicher als die momentane Fußgängerampel, die lediglich einen einzelnen Arm der Kreuzung sichere, so dass viele Fußgänger lieber abseits der Ampel queren. Wilma hält das aufgrund der Vorbildfunktion gegenüber den Schulkindern für problematisch.

    Steenwisch bis Brehmweg:

    Dort wäre die Fahrbahn zu eng für Parkstände entlang der Fahrbahn.

    Schnell weiter: Brehmweg bis Wendeanlage:

    Aufgrund der Baumpflanzungen erhalte dieser Bereich eine Art Alleecharakter, außerdem gäbe der Verkehrsraum genügend Platz für Parkstände und breite Gehwege.

    Wendeanlage bis Spannskamp:

    Der Baumbestand werde etwas reduziert, dafür würden direkt nebenan neue Bäume gepflanzt.

    Die Anbindung am Spannskamp werde mit einer Vorfahrt für Radfahrer wie am LOOP in Wilhelmsburg geplant. Dort hat also der Radverkehr künftig Vorfahrt, der Fahrbahnverkehr müsse warten. Es werde dort auch eine Beleuchtungsanlage geben.

    Thema Parkplätze:

    Man habe für jeden Abschnitt eine Parkraumbilanz angefertigt, die allerdings keine ordnungswidrig geparkten Parkplätze enthält.

    Insgesamt entfallen 27 Parkplätze entlang der Högenstraße. Mir ist allerdings nicht klargeworden, wie viele ordnungsgemäße Parkplätze es insgesamt gibt. Insgesamt gibt es nach dem Umbau vier zusätzliche Bäume.

    Nun werden noch ein paar Variationen vorgestellt, wie man mit kleinen Änderungen an der Planung zusätzlichen Parkraum schaffen könne. Das geht allerdings nur zulasten von Bäumen oder Fahrradbügeln. Dafür gäbe es aufgrund einiger Fahrbahnverengungen aber eine Art Verkehrsberuhigung.

    19.45 Uhr: Einstieg in die Fragerunde

    Frage 1: Man könne vieles vereinfachen, wenn man in der Nähe ein großes, öffentliches Parkhaus baue, eventuell dort, wo jetzt dieses MyPlace-Lagerhaus wäre. Sie fände es außerdem gut, wenn man aus Sicherheitsgründen der stehende Verkehr weiter zurückgedrängt würde. Applaus!

    Frage 2: Wird im Bereich der Kleingärten das Parken künftig untersagt?

    Frage 3: Man könne die Fahrradstraße nicht mit „Anlieger frei“ beschildern, weil man sonst den Durchgangsverkehr am Steenkamp abschneide.

    Frage 4: Der nördliche Abschnitt der Fahrradstraße werde ja asphaltiert, auf wessen Kosten passiere das? Wird es eine Ausgleichsfläche für diese Versiegelung geben? Außerdem: Die Veloroute zwischen Steenwisch und Langenfelder Damm soll ja eine Fahrradstraße mit „Anlieger frei“ werden, werden dann die Kreuzungen zu Sackgassen für Nicht-Anlieger?

    Antworten:

    Zu den Quartiersgaragen: Der Bezirk versuche schon an einigen Stellen eine Einrichtung von Quartiersgaragen. Man werde das im Auge behalten.

    Parken im Bereich der Kleingärten: Dort wäre ja eine Fahrradstraße eingerichtet, also würde nur das Halten, aber nicht das Parken gestattet.

    Steenwisch: Am Knotenpunkt Steenwisch / Langenfelder Damm werde man eine alternative Verkehrsführung vorschlagen, dort werde bald ohnehin eine Planung für den Langenfelder Damm vorgelegt.

    Zu der Sackgasse: Ja, man dürfe die Fahrradstraßen auch nicht queren. Man müsse wenden und in der anderen Richtung wieder ausfahren.

    Es tut sich große Verwirrung auf, was denn „Kfz frei“ und „Anlieger frei“ bedeutet. Bei einigen fällt der Groschen jetzt ganz schön laut.

    Man könne ja auch einfach Freundschaft mit den Anliegern der Högenstraße schließen, dann habe man immer ein Ausrede. Total super, dass bei der Planungsvorstellung gleich solche Tipps mitgegeben werden.

    Für versiegelte Flächen fände in der Regel kein Ausgleich statt.

    Frage 5: Zum Kreisverkehr: Dort müssten drei Bäume gefällt werden? Warum ist dort überhaupt ein Kreisverkehr nötig?

    Frage 6: Es gäbe in der Umgebung bald eine neue Baustelle auf einem Grundstück, so dass 45 Parkplätze auf einem Grundstück entfallen werden. Die müssten auch irgendwo parken.

    Frage 7: Zur Verlängerung der Fahrradstraße Richtung Basselweg. Warum kann man den Verlauf der Veloroute nicht mehr ändern? Es werden momentan quasi alle Abschnitte entlang der Veloroute 2 neu geplant, warum gibt es dort nur kleine Stückchen anstatt einer übergreifenden Planung? Außerdem: Wie wird der Übergang von der Fahrradstraße in den Langenfelder Damm geplant? Außerdem: Warum plant man entlang einer Veloroute eigentlich noch Senkrechtparkstände? Die wären so problematisch, gibt es dort Empfehlungen oder Erfahrungen?

    Frage 8: Gibt es eigentlich eine Verpflichtung, die Högenstraße in eine Fahrradstraße zu verwandeln?

    Antworten:

    Zum Veloroutenausbau in Abschnitten: Man könne diese zwölf Kilometer lange Veloroute nicht in einem Schwung planen. Auch den Basselweg werde man planen, dort ist aber nicht der Bezirk, sondern LBSG zuständig. Die Veloroutenführung wurde in den 90er Jahren festgelegt, kürzlich noch diskutiert aber größtenteils beibehalten. Das müsse man als Bezirk so akzeptieren. Die Route könne man aber gerne im Anschluss diskutieren.

    Zum Langenfelder Damm: Dort begönnen die Planungen auch bald. Die Veloroute gehe dort aber lückenlos weiter.

    Zum Kreisverkehr: Am Kreisverkehr werde man zwei Bäume fällen. Ein Kreisverkehr wäre die sicherste Querungsmöglichkeit an dieser Stelle. Mehrere Zwischenrufe bekunden, dass dort alles bestens funktionere und man keinen Kreisverkehr brauche.

    Zum Längs- oder Schrägparken: Man habe versucht, möglichst viele Parkstände zu erhalten. Man habe mit dem Rückstoßraum entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen. Eine Untersuchung aus Dresden habe ergeben, dass das Querparken sogar sicherer wäre, weil man als Radfahrer auf rückwärts ausparkenden Kraftfahrzeugen reagieren könne, auf plötzlich geöffnete Autotüren aber nicht.

    Es gäbe natürlich keine Pflicht, hier eine Fahrradstraße einzurichten, allerdings sehe das Bündnis für den Radverkehr vor, nach Möglichkeit eine Fahrradstraße einzurichten.

    Frage 9: Warum muss man die Högenstraße unbedingt umbauen, dort gäbe es kaum Probleme. Man könne mit kleineren Verbesserungen mehr erreichen und stattdessen das Geld an anderen Stellen investieren. Wenn die Streckenführung von Radfahrern aber nicht akzeptiert werde, dann wäre diese Fahrradstraße ohnehin eine Totgeburt. Außerdem: Wenn Radfahrer und Kraftfahrer gegeneinander ausgespielt werden, weil Radfahrer bevorzugt werden, wäre das nicht gut. Hier würden Parkplätze vernichtet und Kraftfahrer müssten hinter Radfahrern herfahren. Außerdem: Wenn man Radfahrern das Hinterherfahren zumuten könne, müsse man nicht alles zubetonieren.

    Frage 10: Wann soll mit dem Bau begonnen werden und die lange ist die Bauzeit? Wird dazu die Högenstraße für Fußgänger gesperrt?

    Frage 11: Neue Fahrradbügel an der einen Ecke wären überflüssig, dort parke ohnehin niemand, dort könne man einen Parkplatz einrichten. Außerdem: Wenn Fahrradfahrer auf der Fahrradstraße so schnell führen, könne man nicht mehr den Hund dort laufenlassen. Außerdem nehme man nur den Hörgensweg für diese Planung, lasse aber die benachbarten Straßen außer Acht. Es würden rund um die Högenstraße über 50 neue Wohneinheiten geplant, das werde den Parkdruck weiter erhöhen, wo sollen die Leute dann parken?

    Antworten:

    Zur Streckenführung: Dazu habe man schon etwas gesagt, man könne die Führung der Veloroute momentan nicht ändern. Man habe Geld für die Ertüchtigung der Velorouten bekommen, den man aber aus rechtlichen Gründen nicht woanders einsetzen könne. Man müsse die Straße ohnehin umbauen, da sie in einem sehr schlechten Zustand wäre.

    Man versuche die Belange aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen. Entlang einer Veloroute wäre der Radverkehr aber nunmal die bevorzugte Verkehrsart.

    Baubeginn wäre vom Frühjahr 2018 an. Die Länge der Umbauarbeiten wäre noch nicht ganz klar, da noch nicht klar ist, wie schlecht der Zustand der Straße überhaupt ist. Wenn man dort noch Kopfsteinpflaster fände, verlängere sich die Bauzeit. Für Fußgänger wird die Arbeitsstelle permanent offen sein.

    Zu den Fahrradbügeln: Darüber werde man noch mal nachdenken, den Hinweis nähme man mit, genau wie mit der Fußgängerampel.

    Es gäbe keine Vorschrift, entlang einer Fahrradstraße den Hund anzuleinen.

    Zwischenfrage: Es gäbe in der Umgebung momentan sechs Arbeitsstellen, könne man das nicht berücksichtigen?

    Antwort: Das werde man berücksichtigen.

    Frage 12: Bleibt die wunderschöne Linie an der Högenstraße, die den Grenzverlauf zwischen Preußen und Dänemark kennzeichnet?

    Ja, die bleibe.

    Frage 13: Zu der Schaffung weiterer Parkflächen, die vorhin aufkaum: Wäre die Einengungen für zusätzlichen Parkraum nicht kontraproduktiv für eine Fahrradstraße?

    Frage 14: Die Kinder wünschen sich eine Bedarfsampel an einer Stelle (???), um im morgendlichen Radverkehr die Fahrbahn queren zu können.

    Frage 15: Das Rechtsabbiegen von der Högenstraße in den Spaanskamp wäre sehr eng und problematisch. Das wäre sehr, sehr eng, könne man das nicht abrunden?

    Antworten:

    Zu den verkehrsberuhigenden Maßnahmen für Parkplätze: Käme drauf an, an Querungsstellen für den Fußverkehr wäre auch eine Verlangsamerung des Radverkehrs sinnvoll.

    Zu der Bedarfsampel oder dem Zebrastreifen vor der Schule: Das wäre in Tempo-30-Zonen oder Fahrradstraßen nicht zulässig, das würde nur in ganz großen Ausnahmefällen möglich. In Tempo-30-Zonen soll Fußgängern an jeder Stelle das Queren der Fahrbahn überall ermöglicht werden, eine Ampel oder ein Zebrastreifen kanalisiere die Fußgängerströme.

    Die Ecke werde man abrunden, da spricht nichts dagegen.

    Frage 16: Undeutlich. Es gäbe aggressives Verhalten von Radfahrern entlang der Straße und Radfahrer verhielten sich rücksichtsloser, wenn es dort eine Fahrradstraße gäbe. Außerdem könne man nicht einfach so viele Parkplätze streifen.

    Frage 17: Zu den Kleingärten: Es handle sich dort um eine Art Naherholungsgebiet, dort kommen alle Verkehrsteilnehmer bestens miteinander zurecht. In einer Fahrradstraße wäre das anders, gerade in Hinblick mit Hunden.

    Frage 18: Bemängelt die angeblich fehlende Information zur Informationsveranstaltung am Wördemannsweg. Warum macht man anstatt des Kreisverkehrs nicht einfach eine zweite Ampel dorthin? Außerdem habe es schon in der Osterstraße mehrfache Kollisionen mit Kantsteinen gegeben.

    Antworten:

    Zum Anwohnerparken: Man untersuche gerade die Auswirkungen vom Anwohnerparken, das gäbe es momentan nur auf St. Pauli. Diese Studie ginge noch bis zum nächsten Jahr, dann werde man das Anwohnerparken eventuell ausbauen. In der Högenstraße werde es das erstmal nicht geben.

    Zu den Kantsteinen: Man fahre hier auf der Fahrbahn, dort gäbe es ja keine Kantsteine. Problematische Stellen an den Übergängen werde man absenken.

    Im Bereich der Kleingärten dürfe man auch heute eigentlich schon nicht parken. Dort müssten mindestens drei Meter Platz freibleiben, damit die Feuerwehr noch durchpasse.

    Frage 19: Könne man das Dreieck zwischen Högenstraße und Langenfelder Damm stadtplanerisch nicht anders planen? Wenn das nicht mehr für den Autoverkehr vorgesehen wäre, könne man da viel draus machen.

    Frage 20: Nochmal zur Parksituation. Die Zählung der Parkflächen wäre im Winter durchgeführt worden, im Sommer kämen noch die Anlieger der Schrebergärten und viele Wohnmobile dazu, die nunmal parken werden.

    Frage 21: Warum muss der schöne Weg durch die Kleingärten unbedingt betonieren? Das wäre eine sehr schöne Grünfläche. Könne man die Velorouten nicht durch die Hagenbekstraße legen?

    Frage 22: Was ist mit der Einbahnstraßenregelung der Vehrenkampstraße?

    Antworten:

    Die Planungen für den Langenfelder Damm wären bereits im Gange und würden auch von Argus durchgeführt.

    Zu den Velorouten: Nochmals: Man habe die Veloroutenführung 2016 noch einmal diskutiert und die Routen wären so erhalten geblieben.

    Zum Parken: Man gehe davon aus, dass in der Kehre nicht geparkt würde. Zum Grün im Nordabschnitt und der Betonierung werde man sich noch etwas einfallen lassen.

    Die Einbahnstraßenregelung in der Vehrenkampstraße werde beibehalten.

    20.58 Uhr: Ende der Veranstaltung.

    Roloff bedankt sich für die Geduld, auch wenn viele Dinge nicht im Detail hätten geklärt werden können.

    Zitat

    Um dieses Thema weiter zu vertiefen, lade ich zu einer Diskussionsveranstaltung am 7. Juni um 19 Uhr in mein Niendorfer Bürgerbüro ein. Zum Thema „Hamburgs Verkehrspolitik auf dem Prüfstand“ werden wir mit Dennis Thering MdHB, Verkehrsexperte und stellv. CDU-Fraktionsvorsitzender, sprechen. Neben dem Thema der Unfallzahlen wird es auch um eine Halbzeitbilanz des rot-grünen Senats, um Baustellenchaos und Fluglärm, sowie um die Großprojekte A7 Deckel, U5 und S21 gehen.


    Um Anmeldung beim Veranstalter wird gebeten.

    Würde sagen, das Schild gilt nicht für Radfahrer, die sich auf einem durch Breitstrich von der Fahrbahn abgetrennten Bereich der Straße befinden...

    Dann muss man eben einen Meter vorher zu Beginn dieses Streifens auf die richtige Seite fahren ;)


    Wie seht ihr das: müssen Radfahrer da links vorbei oder rechts vorbei oder ist die Beschilderung widersprüchlich (und alles ist richtig)?

    Radfahrer müssen links vorbei, ganz klare Sache. Aber wie in Hamburg gilt eben so oft: Man sieht doch, was gemeint ist.

    Ich sitze gerade schon wieder in so einem halben Mehrzweckabteil. Die Konfiguration ist halt momentan links ein Fahrrad und rechts ein Fahrrad, dazwischen eine Menge Fahrgäste auf den Klappsitzen und zwei Falträder in der Mitte des Ganges. Das macht die Fahrradmitnahme auch um 6.21 Uhr nach Hamburg schon echt stressig.

    Wenn ich mir dann vorstelle, tatsächlich mal im Sommer eine längere Radtour zu unternehmen und dann Hin- oder Rückfahrt mit der Bahn zu bestreiten… das kann man ja echt vergessen. Das Fahrradabteil des Metronoms platzte gestern bei jeder Fahrt, in Schleswig-Holstein bestellt man nun halbe Mehrzweckabteile, in die nie und nimmer elf Räder passen, weil ja auch noch Fahrgäste sitzen wollen?

    Warum bestellt man im Fahrradland Schleswig-Holstein überhaupt noch eine Fahrradmitnahme?

    Probleme beim Metronom:

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    Derweil bei der Regionalbahn Schleswig-Holstein: Offenbar werden teilweise die Mehrzweckabteile in den Steuerwagen halbiert und auf elf Fahrräder limitiert. Und im Endeffekt passen nur zwei Räder in den Türraum, weil ihm Mehrzweckabteil ja auch noch irgendwie Kinderwagen, Rollstühle und Sperrgepäck mitreisen müssen.

    War das damals erlaubt, einen Zebrastreifen über Straßenbahngleise zu legen? :huh:

    Früher hatten diese Zebrastreifen ja auch eine andere Funktion, die gab’s ja auch ständig im Bereich von Kreuzungen. Insofern werden die Vorschriften damals andere gewesen zu sein.

    Ich gehe ebenfalls davon aus, dass diese Markierungen schon uralt sind, mittlerweile führt der Fußgängerüberweg ja direkt in den Fahrradständer und den dahinterliegenden Zaun.

    Auf jeder Podiumsdiskussion zum Thema „Fahrradfahren in Hamburg“, bei jeder Vorstellung einer Umgestaltung einer Straße fällt immer zwangsläufig eine Phrase: „Hamburg ist schließlich nicht Kopenhagen oder Amsterdam“.

    Diese Phrase zielt darauf ab, dass Hamburg eine viel größere Stadt mit viel mehr Wirtschaftsverkehr wäre und man in Hamburg nicht vernünftig mit dem Rad fahren könnte, weil die Distanzen viel zu groß wären.

    Ich bin der Meinung, dass das nicht stimmt. Hamburg unterscheidet sich aber in einem anderen Punkt ganz gewaltig von Amsterdam und Kopenhagen.

    Kopenhagen

    Kopenhagen habe ich mittlerweile mehrmals besucht, zuerst als kleiner Knirps irgendwann im letzten Jahrtausend, zuletzt im November letzten Jahres für ein paar Tage. Ausnahmslos jedes Mal übernachtete ich auf dem Campingplatz Absalon, von dort aus sind es knapp über neun Kilometer in die Innenstadt. Diese neun Kilometer kann man ganz problemlos in einer halben Stunde zurücklegen, man fährt mit Ausnahme eines kurzen Stückes ausnahmslos auf fahrbahnbegleitenden Radwegen. Jene Radwege sind zwar nicht immer besonders schön, wie man das eigentlich aus der Fahrradstadt Kopenhagen erwarten müsste, aber selbst an ihren schlechtesten Ecken noch immer schöner als jegliche Fahrradwege in Hamburg.

    Doch obwohl immer behauptet wird, Kopenhagen wäre deutlich kleiner als Hamburg, kommt hinter dem neun Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Campingplatz noch eine ganze Menge an Wohngebieten, von denen aus Menschen ebenfalls mit dem Rad in die Innenstadt pendeln. Die sind dann eben keine 30 Minuten unterwegs, sondern vielleicht 45. Oder 60. Aber es geht, ganz problemlos, es dauert lediglich länger.

    Nebenan verläuft seit einiger Zeit auch der Radschnellweg C99 entlang, der die Reisezeit stellenweise noch einmal verkürzt.

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    Amsterdam

    In Amsterdam war ich erst zwei Mal, an das erste Mal kann ich mich nicht mehr erinnern, das zweite Mal war im Sommer 2014. Unser Campingplatz befand sich damals tatsächlich relativ dicht am südöstlichen Stadtrand, von dort waren es in die Innenstadt ungefähr zwölf Kilometer mit dem Rad, die man recht problemlos in den von Google veranschlagten 40 Minuten zurücklegen konnte. Man fährt dabei einen Großteil der Strecke auf einem eigenen, vom Kraftverkehr vollständig entkoppelten Straßennetz entlang, auf dem man wirklich komfortabel und schnell zum Ziel kommt. Weiter in der Innenstadt fährt man dann tatsächlich auf den berühmten Radwegen entlang der Straßen, aber auch dort kommt man immer noch sehr schnell voran.

    Hamburg

    In Hamburg geht das alles angeblich nicht, weil Hamburg viel größer wäre als Amsterdam und Kopenhagen.

    Von meiner Wohnung zu meinem Arbeitsplatz fahre ich von Tür zu Tür etwa neun Kilometer, für die ich etwa eine halbe Stunde benötige. Ich behaupte einfach mal: Das schafft jeder einigermaßen gesunde Mensch.

    Wenn ich nun mit dem Zirkel einen Kreis mit einem Radius von zehn Kilometern um den Hamburger Rathausmarkt schlage, überdecke ich damit schon einen wesentlichen Teil des Hamburger Stadtgebietes. Der Hamburger Westen ist bis auf Rissen und Blankenese komplett dabei, im Nordwesten fehlt nur ein Teil von Niendorf und Schnelsen, im Osten komme ich immerhin bis zum Öjendorfer Park und bis Steilshoop. Im Norden wird’s mit dem breiten Flughafen natürlich ein bisschen blöder, Richtung Süden ist die Elbe im Weg, aber wenn ich dort aufgrund des Wilhelmsburger LOOPs einen zusätzlichen Kilometer Toleranz mit aufschlage, habe ich ganz Wilhelmsburg mit dabei.

    Ich behaupte mal: Jeder Verkehrsteilnehmer, der momentan nur aufgrund der Distanz mit dem Auto fährt, schafft es bei hinreichender Gesundheit auch innerhalb dieses Gebietes mit dem Rad zu fahren. Wer mag, kann sich dabei elektrische Unterstützung besorgen, das dürfte im Endeffekt noch immer wesentlich billiger als die tägliche Fahrt mit dem Auto sein.

    Es wird auch andauernd behauptet, Hamburg hätte ja so viele Steigungen, da könne man nicht mit dem Rad fahren. Eigentlich ist doch die einzig nennenswerte Steigung an der Nordseite der Norderelbe auf einem etwa hundertfünfzig Meter breiten Streifen angesiedelt. Aber auch da gilt meiner Meinung nach: Wenn man nicht gerade den Waseberg oder die Blankeneser Straßen hochzuckelt, kriegt man das hin. Die Helgoländer Allee oder die Steigung hinten am Stadtpark mögen unangenehm sein, aber das fährt man ja in der Regel nicht jeden Tag zehn Mal. Ehrlich: Das geht. Okay, Harburg hat auch noch einiges an Steigungen zu verzeichnen, aber Harburg liegt ohnehin außerhalb dieses Neun-Kilometer-Radius’.

    Was halt nicht geht ist so ein vollständiges vom Straßenverkehr entkoppeltes Radwegenetz wie in den Amsterdamer oder Kopenhagener Vororten. Für so etwas ist Hamburg schon zu dicht bebaut, das wird sich nachträglich kaum mehr dazwischenquetschen lassen. Umso wichtiger halte ich es aber, dass man entlang der Hauptstraßen und auch abseits der Hauptstraßen brauchbare Möglichkeiten schafft, mit dem Rad fahren zu können. Denn das ist meines Erachtens der wesentliche Unterschied zwischen Hamburg und den beiden Fahrradstädten: Hier ist der komplette Straßenverkehr zum Großteil immer noch auf die motorisierte Fortbewegung ausgerichtet, für Radfahrer werden lediglich kleine Nebenflächen vorgehalten.

    Wie soll angesichts dieser Raumaufteilung denn ein Gefühl dafür entstehen können, dass man sich anstatt mit dem Auto auch mit dem Rad bewegen kann? Die Radverkehrsinfrastruktur wurde irgendwie so halbherzig zwischen Parkplätze und Fahrstreifen und Hauswände gelötet, ist aber ein brüchiges Stückwerk, das anders als in Kopenhagen und Amsterdam überhaupt nicht das Signal aussendet: Hey, nimm heute mal das Fahrrad zur Arbeit.

    Denn das Gefühl kenne ich auch selbst: Es gibt Tage, an denen ich keine große Lust habe, mit dem Rad ins Bureau zu fahren. Das liegt aber weder am Regen noch am Gegenwind noch an der Temperatur, sondern allenfalls daran, dass ich hin und wieder auf dieses ständige Gehoppel zwischen zwölf verschiedenen für den Radverkehr vorgesehenen Straßenteilen, das ständige „Übersehen“ und den ganzen Ärger mit auf dem Radweg parkenden Kraftfahrzeugen keine Lust habe. Fährt man in Hamburg mit dem Rad, so kostet das erst einmal eine gewisse Überwindung, sich auf eine Fahrt in diesem fahrradfeindlichen Verkehrsraum einzulassen, schlimmer noch, man muss quasi überlegen, wo man eigentlich langfahren möchte, wenn man einigermaßen seine Ruhe haben möchte.

    In Kopenhagen und Amsterdam hingegen signalisiert der Verkehrsraum: Du kannst hier vorankommen, egal ob mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad. Wo auch immer ich dort mit dem Fahrrad hinfahren möchte, ich kann mir sicher sein, dass der Weg nicht absolut beschissen wird. Klar, da sind auch mal Arbeitsstellen im Straßenverkehr, da wird es auch mal eng und buckeliger, aber es wird nie so ätzend wie in Hamburg. Hier muss ich mir bei einer Fahrt vom Michel nach Altona überlegen, wo ich überhaupt entlangfahren möchte, weil man auf der Reeperbahn oder der parallel verlaufenden Simon-von-Utrecht-Straße zwar mit dem Rad fahren kann, das aber eigentlich überhaupt gar keinen Spaß macht.

    Ich glaube, das ist so ziemlich der einzige Punkt, der Kopenhagen und Amsterdam von Hamburg unterscheidet: Da drüben ist man als Radfahrer im Straßenraum akzeptiert, womöglich sogar willkommen, hier in Hamburg muss man jetzt irgendwie den Radverkehr in den vorhandenen Verkehrsraum hineinoperieren.

    Ich schmeiße einfach mal diesen Artikel zu den Velorouten unten in Harburg in den Raum: Radverkehr läuft künftig quer über Kreuzungen

    Ich habe beim Durchlesen zwei Dinge festgestellt:

    • Ein wesentlicher Teil der Harburger Verkehrsteilnehmer scheint offenbar noch nie die Verkehrsinfrastruktur nördlich der Elbe gesehen zu haben. Mich wundert’s ja ohnehin immer, wenn bei der Vorstellung der Planungen das obligatorische Raunen durch den Saal geht, wenn plötzlich Begriffe wie Schutz- oder Radfahrstreifen fallen. Da gibt’s Leute, die zwar täglich mit dem Auto fahren, aber von so etwas noch nie was gehört haben.
    • Der Artikel lässt das relativ einfache Linksabbiegen unglaublich schwer erscheinen. Gerade die Sache mit dem Suchen der Lücke im fließenden Verkehr dürfte ja die meisten Leser davon überzeugen, dass die Sache ultramegagefährlich wird.