Beiträge von Malte

    Parking Day Ottensen am Spritzenplatz. Als ich kurz vor 15 Uhr ankam, war gerade die Polizei damit befasst, falschparkende Kraftfahrzeuge aus den Haltverboten zu entfernen. Offenbar wurde zunächst mit freundlichen Suchanfragen in den örtlichen Cafés und mit persönlicher Ansprache gearbeitet, bei zwei hoffnungslosen Fällen war aber schon der Abschleppdienst unterwegs, also wurde die Sache schon gleich viel teurer.

    Das ist natürlich der Hit. Zwei empörte Kraftfahrer konnten gar nicht fassen, dass das Haltverbot tatsächlich gelten sollte, denn normalerweise gelten Haltverbote nicht und man könne ja trotzdem dort parken. Der absolute Meltdown fand dann statt, als die Kraftfahrer erfuhren, warum sie jetzt auch noch den Abschleppdienst bezahlen sollten: Damit ein paar renitente Radfahrer Kunstrasen auslegen und die Parkflächen bespielen könnten — im wahrsten Sinne des Wortes.

    So ganz schwer zu verstehen sind die Haltverbote aber nicht, für Interessierte gibt’s auch noch eine auskunftsfreudige Rückseite:

    Der Abschleppdienst rückt an, kann den Transporter aber nicht mitnehmen, weil der zu groß ist. Das hat ja mal wieder prächtig funktioniert.

    Drei Minuten später gibt sich dann ein Gast aus dem gegenüberliegenden Café, der die Szene offenbar schon eine ganze Weile beobachtet hat, als Fahrer zu erkennen — und es wird anscheinend diskutiert, ob das Haltverbot denn wirklich gilt oder ob denn vor dem Wagen nicht noch genug Platz zum Parken wäre, denn da ist doch sooooooo viel Platz.

    Manchmal frage ich mich wirklich, wie es denn grundsätzlich um den Straßenverkehr in Deutschland bestellt ist. Die Leute kommen schon bei einem simplen, nicht so richtig misszuverstehenden Haltverbot auf lustige Ideen, das ist ja kaum zum Aushalten.

    Ich bewachte mit meinem Rad eine Weile die freigewordene Parkfläche und habe zu meinem eigenen Erstaunen nicht aufs Maul bekommen. Heute war ein richtig guter Tag!

    Die Hamburger Morgenpost war mit der Kamera dabei:

    Die Grünen mit ihrem Eisfahrrad:

    Und ansonsten war das echt eine nette Sache — auch wenn sich das Feedback der vorbeikommenden Passanten eher in Grenzen hielt („Was wollen diese Radfahrer denn noch alles?“, „Ihr Spinner zahlt nicht mal Steuern!“).

    Dennis Thering, Verkehrsexperte der Hamburger CDU, hat eine Pressemitteilung mit vielen großen Buchstaben zum Parking Day veröffentlicht:

    Zitat

    Thering: Unterstützung der Parkplatzguerilla durch Regierungs-Grüne ist Akt der politischen Nötigung

    Im Rahmen des sogenannten „Parking Day“ werden heute in Eimsbüttel und Ottensen Parkplätze besetzt. Die Initiatoren verklären diese verkehrspolitische Guerillaaktion als „zivilen Ungehorsam“ gegen die „Platzverschwendung durch Autos“. Die Grünen in Hamburg unterstützen diese Umtriebe aktiv. Aus Sicht der CDU ist dieser Akt der verkehrspolitischen Nötigung mobilitätsfeindlich und zutiefst bürgerfeindlich. Denn einerseits wurden in Hamburg seit 2011 bereits weit mehr als 2.000 öffentliche Parkplätze vernichtet. Infolgedessen haben die Parksuchverkehre, die für rund 40 Prozent der verkehrsbedingten Schadstoffemissionen verantwortlich sind, massiv zugenommen. Andererseits lebt die Hamburger Bürgergesellschaft von der gemeinsamen Suche nach Lösungen. Autofahrer zu erpressen und diese dadurch zu scheinbar besseren Verkehrsteilnehmern erziehen zu wollen, ist gleichermaßen Gift für die Mobilität und das politische Klima in Hamburg. Die CDU wirbt daher umso mehr für ihr im Mai 2016 veröffentlichtes Radverkehrskonzept. Dieses setzt auf Angebote und Anreize und nicht auf Zwänge, Erpressung und Verbote.

    Dazu erklärt Dennis Thering, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion: „Erfolgreiche Radverkehrspolitik geht nur mit Augenmaß und ohne Zwang. Beispielsweise heute einer Frau, die mit ihrem kranken Kind zum Arzt will, den Parkplatz zu blockieren, ist das genaue Gegenteil. Zudem ist es angesichts der massiven Parkplatzvernichtung und dem explosionsartigen Wachstum der Parksuchverkehre einfach anmaßend. Die Grünen als Regierungspartei haben mit der Unterstützung dieser Guerillaaktion den Pfad der verkehrspolitischen Tugendhaftigkeit endgültig verlassen. Verkehrsumerziehung durch politische Nötigung ist zum Scheitern verurteilt. Dafür das Versammlungsrecht zu missbrauchen, zeigt das zutiefst gespaltene Verhältnis der Grünen zur modernen Großstadt, die es außerhalb der Fußgängerzonen auch gibt, und in der die meisten Menschen leben und arbeiten. Nur Anreize und Angebote in Kombination mit aufrichtiger Überzeugungsarbeit können andere Verkehrsteilnehmer nachhaltig zum Umstieg auf das Rad bewegen.“


    Ich frage mich ja langsam, ob die Hamburger CDU außer Parkplatzvernichtung auch noch andere Themenfelder besetzt.

    Ich will mal ganz direkt nachfragen: Das Radverkehrsforum wird nun bald vier Jahre alt. Das ist durchaus ein tüchtiges Alter für ein Forum und ehrlich gesagt deutlich länger als ich die Lebenszeit des Forums ursprünglich einmal erwartet hätte ;)

    Nun soll es aber nicht „Maltes Forum“ oder „Maltes Fahrradforum“ sein, nein, ich möchte das eigentlich gerne relativ demokratisch handhaben.

    Drum frage ich mal ganz direkt: Was könnte man eurer Meinung nach hier verbessern? Die Foren anders aufteilen? Threads früher teilen, sobald sich die Beiträge zu sehr vom ursprünglichen Thema entfernen? Kennt ihr irgendwelche Plugins, die ihr hier gerne hättet?

    Wenn ihr Vorschläge habt: Nur her damit :)

    Zitat

    Auto ist stärker, wenn nicht Platz gemacht wird, wird Platz gemacht hahahahah... Ne mal im ernst, nur weil die keinen Führerschein haben und vor sich hin schleichen, bei Rot über Ampeln rasen, und das wie immer OHNE Licht..... fast euch mal an eure eigene Nase.... Geisterfahrer....*kopfschüttel*

    Zitat

    Seh schon das gibt dann satt auf die Hörner für diese Aktivisten , und mit was ? Mit Recht !

    Zitat

    alle wegböllern die spacken


    Ich weiß nicht — ist das diese „Verrohung der Sitten“, die unser ehemaliger Bundesverkehrsminister damals festgestellt hat?

    Früher hat man sich selbst bei einem hochemotionalen Thema wie Parkplätzen nicht gleich den Tod gewünscht.

    Beziehungsweise man hat es nicht unter seinem echten Namen für jeden lesbar ins Netz geschrieben.

    Beziehungsweise die Moderation hätte derartige Aufrufe zur Gewalt wieder entfernt.

    Nee, das wird bestimmt komplett harmlos verlaufen.


    Naja, da wird offen mit Gewalt gedroht.

    Zitat

    dann erhalte ich wohl morgen meine erste anzeige wegen körperverletzung...!

    Zitat

    Terroristen.

    Zitat

    Wieso gibt es immer mehr durchgeknallten Spinner?

    Zitat

    Die schlimmsten Rowdy's im Strassenverkehr sollten erst einmal lernen, sich den STVO Regeln gem. zu verhaltenIn keiner Stadt wird so rücksichtslos auf Fußwegen gefahren wie in HH. Daran sollte der Fahrrad Club arbeiten. Man kann nur hoffen das jeder Parkplatzblockierer verwarnt wird!!!

    Zitat

    Eine weitere Gruppe Terroristen ist am Start

    Zitat

    Sofort Strafzettel austeilen !
    Diese Clowns haben offensichtlich zu viel Geld .


    Ich weiß nicht — vielleicht bin ich da mit meinem Erfahrungen etwas übervorsichtig, aber ich habe nicht so richtig Bock darauf, mal wieder so richtig zu kassieren.

    Ich weiß nicht so richtig, wohin mit diesem Video, also mache ich mal einen neuen Thread auf, vielleicht können wir ja noch ein paar mehr dieser Videos sammeln. Ich bin heute mal die Stresemannstraße entlanggefahren, so wie man als normalsterblicher Radfahrer eben fährt — also artig auf dem bestens ausgebauten und breiten Radweg, nicht mit mäßiger Geschwindigkeit, sondern volle Kanne in der Doorzone und mit mittlerer Rücksichtslosigkeit. Kids, don’t try that at home.

    Eigentlich ist diese Straße wirklich die absolute Hölle. Und wenn man das wirklich mal aus der Perspektive eines „normalen Radfahrers“ betrachtet, ist umso unverständlicher, warum überhaupt jemand in Hamburg mit dem Rad fährt. Diese Straße ist eine reine Zumutung für den nichtmotorisierten Verkehr. Und, nicht vergessen, da fahren eben auch mal locker ein paar hundert Radlinge pro Stunde durch.

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    Wir können ja mal einen kleinen Wettbewerb starten: Wer findet eine noch schlimmere Straße und kann eine Durchfahrt auf Film bannen?

    Oh, das Autoblatt legt nach und gibt den Artikel zur „Diskussion“ frei:

    Angesichts der Kommentare nehme ich wohl morgen mal lieber die Bahn — ich habe nicht so richtig Lust darauf, dass mir jemand den Start ins Wochenende mit einem Paar Blauaugen versüßt.

    Morgen ist Parking Day, unter anderem auch an bislang drei Straßen in Hamburg:

    Das Hamburger Autoblatt berichtet darüber im gewohnt negativer Wortwahl und bezeichnet die Umwidmung der Parkflächen als „zivilen Ungehorsam“, obwohl die Sache nach meiner Kenntnis als Demonstration angemeldet und die Parkflächen mit Haltverboten freigehalten werden, sonst würd’s ja auch alles gar nicht funktionieren: Radfahrer besetzen Parkplätze in Ottensen und Eimsbüttel

    Schon witzig, dass diese künstlerische Aktion dermaßen konflikträchtig ist, dass die Polizei zur Überwachung abgestellt wird — aber eben nicht, weil man befürchtet, die Demonstranten könnten Schindluder treiben, sondern: „Der Autofahrerfrust scheint programmiert.“

    Der Frust entlädt sich derweil auf facebook in den einschlägigen Stadtteilgruppen:

    Zitat

    Keine Unterstützung den Tugendfaschisten vom ADFC!!

    Oder:

    Zitat

    Keinen Metern den Fahrrad Nazis !

    Oder etwas unsachlicher direkt in meinem Posteingang, weil’s für die Öffentlichkeit wohl nicht mehr taugte:

    Zitat

    ich box dich um du grüne fahrrad hure

    Naja — es wird bestimmt spannend, da kann man wohl nur von Glück reden, dass morgen die Polizei anwesend ist.

    Geplant sind die folgenden Standorte:

    Kommt jemand mit?

    Immerhin, die Bahn verkehrt im 30min-Takt. Um 18:30 sitzen NOCH weniger Passagiere drin, immerhin lässt dieser Zugbegleiter mit sich reden und schaut zufällig in eine andere Richtung, als wir einsteigen. :rolleyes:

    War das am Sonnabend? Da ist einer in der Westerland-Pendler-Gruppe auf facebook ausgerastet, weil in Niebüll zwei Radfahrer zugestiegen sind! In der Sperrzeit!!!

    19.30 Uhr

    Fußverkehr:

    Es ist fußläufig viel erreichbar. Allerdings: fehlender Platz und Konflikte zwischen den einzelnen Verkehrsarten. Der größte Handlungsbedarf besteht offenbar in einer Verbesserung der Querungsmöglichkeiten. Außerdem wird die fehlende Aufenthaltsqualität bemängelt.

    Radverkehr:

    Die positiven Aspekte sind schnell abgeklappert: Es gibt zwei durchgängige Radverkehrsführungen, die allerdings schon von der Qualität schlecht sind.

    Negativ: Schlechte, schmale, umwegige Radwege. Man wird quasi zum ordnungswidrigen Fahrmanövern. Es wird das Parken in zweiter Reihe bemängelt, außerdem wird häufig schräg geparkt und rückwärts ausgeparkt. In Ermangelung von Lieferantenflächen stehen Lieferfahrzeuge auf den Radwegen herum.

    Was verbessert werden müsse: Es müsste eine regelkonforme Infrastruktur eingerichtet werden, die nach Möglichkeit in einheitlicher Führung ausgebildet wird, so dass man sich nicht nach jeder Kreuzung wieder umgewöhnen müsse.

    Öffentlicher Nachverkehr:

    Positiv erwähnt wurde die zentrale Lage der Bushaltestelle, die guten Umsteigemöglichkeiten und die kurzen Wege. Alle Buslinien halten im Herzen von Eppendorf an einer einzigen Haltestelle, ohne auf viele Straßen verstreut zu sein. Sehr einprägsame Wegeverläufe.

    Allerdings wäre die Wartefläche zu schmal, außerdem wurde die Insellage der Haltestelle bemängelt.

    Es gab viele Ideen, um die Situation zu verbessern, allerdings war diesbezüglich das Meinungsbild eher diffus. Man wünscht sich aber generell eine zentrale Mittelinsel wie am Eidelstedter Platz oder Wandsbek Markt.

    Kraftverkehr:

    Interessant: Es überwiegt der Wunsch, den Verkehr aus dem Eppendorfer Marktplatz herauszuziehen. Man war sich aber über die Umsetzung dieser Idee nicht ganz im Klaren, aber die Stoßrichtung finde ich sehr interessant.

    19.45 Uhr

    Zeit fürs Fazit. Generelle Stoßrichtung scheint die Verdrängung des motorisierten Durchgangsverkehrs zu werden. Allein mit diesem Instrument wird man offenbar einiges an Verbesserungen erreichen können. Problematisch ist aber bei einer bloßen Verdrängung die damit einhergehende Belastung der umliegenden Straßen.