Ich bin vorhin mal an dem Kasten vorbeigefahren und es ist ernsthaft das Lächerlichste, was ich mir im Zusammenhang mit dieser Feinstaub-Stickoxid-Debatte überhaupt vorstellen kann. Auf den Fotos wirkt das Ding erstmal nur wie ein Hindernis auf dem Radweg, was schon für hinreichende Aufregung im Netz sorgt, aber wenn man vor diesem Ding steht, dann merkt man erst, wie absolut dämlich dieses Vorhaben ist: Um Gottes Willen dem Kraftverkehr keinen Platz wegnehmen, um Gottes Willen den Kraftverkehr nicht einschränken, nicht lenken, nicht reduzieren, sondern lieber diesen Apparat betreiben, um die Messwerte im Bereich der Station in den Griff zu bekommen.
Mir fällt dazu nichts mehr ein.
Immerhin wurde dem Ding nun ein Zeichen 240 mit einem anschließenden Zeichen 237 spendiert:



Hier sieht man noch mal diese Lamellen, durch die wohl später der Luftaustausch stattfinden soll:


Und man hat sich dann doch nicht getraut, das Ding direkt neben die Messstation zu stellen, so dass die gereinigte Luft aus der Wäscherei direkt in die Messstation geleitet würde:

Aber ich fände es von der Stadt Kiel ehrlicher, offen zu kommunizieren, dass man diese Grenzwert-Debatte überspringt. Die Stickoxid-Werte sind ja nicht nur im Umfeld der Messstation zu hoch, sondern auch in anderen Bereichen der Stadt. Dort finden die Überschreitungen aber nicht so öffentlichkeitswirksam statt, weil dort keine Stationen stehen, sondern die Überschreitungen lediglich aus den Modellen hervorgehen.
Man betreibt also diese ganze Publicity-Show, um den Messwert an dieser einen Station in den grünen Bereich zu drücken, und senkt damit die Luftqualität auf… ja, vielleicht 600 Metern. Toll. Da kann man echt nur applaudieren.
Bitte: Baut das Ding wieder ab, stellt klar, dass es keine Fahrverbote gibt und dass die Stadt Kiel von dieser ganzen Stickoxid-Feinstaub-Debatte nichts hält. Aber bitte stellt nicht sechs dieser peinlichen Kästen auf. Hier landen mit Kreuzfahrtschiffen Gäste aus aller Welt an, die mit Bussen auf dem Weg zu den Sehenswürdigkeiten der Umgebung hier vorbeigefahren werden — was sollen die denn von uns denken?

