Beiträge von Malte

    Nur mal grob zum Stöbern hier reingeschmissen: Hier gibt es die ersten Umsetzungen für den Zielfahrplan im Jahr 2030: http://www.grahnert.de/fernbahn/datenbank/dtakt2030/

    Das ist sowieso ganz interessant, weil sich der Fernverkehrsfahrplan bis runter ins Jahr 1987 durchsuchen lässt. Wahnsinn, was es damals alles an Interregio- und Intercity-Verbindungen gab, beispielsweise freitägliche IC-Verbindungen namens „Seestern“ und „Seemöwe“ von Eckernförde nach Köln. Flensburg war damals auch ein häufig angefahrener Bahnhof, nach Munster fuhr noch der Bundeswehr-Intercity und Kopenhagen wurde von unzähligen Fern- und Nachtzügen angesteuert. Schön zu erkennen: Züge von Schleswig-Holstein ins restliche Deutschland machten häufig eine längere Pause in Hamburg-Altona — dort musste die Lokomotive gewechselt werden, weil es in Schleswig-Holstein noch keinen Fahrdraht gab.

    PK 14 hat geanwortet und stimmt mir zu, dass das nicht so ganz in Ordnung wäre. Angesichts der Bedeutung dieser Strecke für den Radverkehr werde man im nächsten Jahr eine bessere Radverkehrsführung ausarbeiten und die Absperrungen optisch besser kenntlich machen, wie auch immer das dann aussehen wird.

    Allerdings zieht man sich darauf zurück, dass es sich nicht um eine Baumaßnahme handle und deshalb wohl die von mir verlinkte RSA nicht gültig wäre. Da muss ich noch mal nachforschen — das ändert allerdings nichts daran, dass man auch in der Behörde der Meinung ist, dass diese Metallzäune sehr unglücklich sind.

    Heute morgen waren tatsächlich alle Absperrmaßnahmen beiseite geräumt worden — und die Schilder um jeweils 90 Grad verdreht worden, mutmaßlich um sie als „unbeachtlich“ abzustellen. Leider wurde auch die dazugehörige Warnbake mitgedreht, die man nunmehr um weitere 90 Grad zwecks Wiederherstellung der Verkehrssicherheit drehen müsste. Ich verstehe auch nicht, warum nicht zusätzlich eine Minute eingeplant wird, um das ganze Gefaffel einfach nach rechts an die Wand oder an den Baum zu stellen, wo es wirklich niemanden mehr stört.

    Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Natürlich gilt das Sichtfahrgebot auch für Radfahrer. Aber gleichzeitig gilt, dass man bitteschön keine Hindernisse in den Straßenraum stellen darf.

    Woran stellt du fest, das die Kette verschlissen ist? Mit der Rohloff Lehre gibts einige Messfehler.

    Einerseits mit der Rohloff-Lehre, andererseits auch durch optische Überprüfung der Ritzel — und dieses Mal ganz unfreiwillig mit Problemen beim Schalten. Da war bis auf das Kettenblatt tatsächlich schon alles hinüber.

    Ich habe mir Ende 2014 in einem spontanen Kauf von einem Hamburger Radfahrer ein damals zwei Jahre altes Merida Cyclo Cross 4D angeschafft, das ich eine ganze Weile gefahren bin und momentan angesichts der Konkurrenz eines Brompton-Faltrades eher als so genanntes Bahnhofsrad zum Einsatz kommt.

    Was mich vor allem tierisch nervt ist die fehlende Lichtanlage: Momentan nutze ich einen Scheinwerfer und ein Rücklicht von knog, die angesichts ihrer Akkuleistung wohl langsam in die Jahre gekommen sind — mehr als eine Stunde pro Ladung ist nicht mehr drin und das schränkt natürlich den Aktionsradius ganz gewaltig ein.

    knog bietet theoretisch einen Austausch der Akkus an, aber angesichts der Erfahrungsberichte, die ich dazu gelesen habe, findet der Austausch in Australien statt und dauert mehrere Monate. Das ist also auch nicht unbedingt etwas, was jetzt kurzfristig in der dunklen Jahreszeit in Frage kommt.

    Nun stellt sich mir die Frage: Warum kein Dynamo-Licht? Für einen Scheinwerfer ist sogar eine entsprechende Bohrung im Gabelschaft vorgesehen, das Rücklicht ließe sich irgendwie mit einer entsprechenden Halterung an der Sattelstütze befestigen. Das Laufrad mit einem Dynamo aufzubauen wäre sicherlich nicht so ganz günstig, aber hilft ja nichts.

    Nun mag man natürlich kritisieren, dass Dynamobeleuchtung an einem solchen Rad nichts zu suchen hätte, aber gut, optisch macht es ohnehin nicht mehr den allerbesten Eindruck.

    Bevor ich aber zum nächsten Fahrradhändler um die Ecke losrenne: Was meint ihr dazu? Doch lieber neue Akkubeleuchtung anschaffen?

    Brompti hat vor ein paar Wochen nach knapp 6.700 Kilometern ein neues Schwingenlager für knapp 90 Euro inklusive Einbau bekommen. Den Austausch des kompletten Antriebes habe ich selbst übernommen und verletzungsfrei hinbekommen, das waren dann noch mal knapp 80 Euro. Das Kettenblatt hätte wohl noch ein paar tausend Kilometer überlebt, ansonsten surrt da mittlerweile die vierte Kette.

    Das heißt allerdings nicht, dass eine Kette nur knapp 1.600 Kilometer schafft, denn die erste hatte ich ja umgehend nach zwei Monaten mit Kettenreiniger ruiniert. Im Prinzip sind wohl 2.000 Kilometer pro Kette drin. tfnab als erklärter Materialschänder schafft allerdings noch mehr — da würde ich ja interessieren, wie er das macht.

    Während der Hamburger Klimawoche gibt es auch ein paar Themen, die den Radverkehr betreffen. Interessant war beispielsweise am Donnerstag die Aussage des Oberbürgermeisters, warum eine Stadtbahn in Hamburg ein weiteres Mal begraben wurde:

    https://www.youtube.com/watch?v=Prok1ylVkb4

    Im Moment wird gerade ein weiteres Mal über die Fahrradstadt diskutiert:

    Ich will solche Veranstaltungen nicht schlechtreden, aber für unsereins ist das eben die x-te Veranstaltung mit einem ähnlichen Teilnehmerkreis auf dem Podium und ähnlichen Aussagen und den gleichen Ergebnissen: Eigentlich soll die Fahrradstadt diskutiert werden, aber eigentlich geht es nur darum, wie viel Platz dem Kraftverkehr abgezwackt werden kann, ohne dass es dem Kraftverkehr stört. Und das ist eigentlich schade.

    Angesichts der Klimaziele hätte ich gerne mal eine Veranstaltung mit ganz schnell und knallharten Antworten: Wie kriegen wir jetzt den Radverkehr auf mindestens 35 Prozent rauf? Und zwar nicht bis 2040 oder 2030, sondern bis 2022.

    Was Mir, Gaffron und Hieff auf dem Podium über Straßenraum, Leistungsfähigkeit und Platz debattieren, ist alles komplett gut und richtig, aber wir werden keine Klimaziele mit einer weiteren U-Bahn erreichen, die ab 2025 geplant, ab 2035 gebaut und ab 2065 komplett befahren werden kann, wir werden die Klimaziele nicht mit Straßenumbauten und dem ganzen vorgelagerten Planungsprozess und Streitigkeiten vor dem Verwaltungsgericht erreichen. Fahrradstraßen? Puh, allein der Planungsprozess einer Fahrradstraße, der heute angestoßen würde, dauerte bis mindestens fünf Jahre — in denen wir eigentlich schon längst klimaneutral leben sollten. Oh.

    Zwischendrin rechnet Hieff vom ADAC Hansa mit der Statistik in der Hand vor, dass in den letzten Jahren der Kraftverkehr kaum von öffentlichen Verkehrsmitteln oder vom Radverkehr substituiert wurde. Und darausfolgend lautet das Fazit der Debatte ein kleines bisschen, dass man da nunmal nichts machen könnte. Schade um die schönen Klimaziele, aber aller Anstrengungen zum Trotz klebt der Hamburger nunmal am Fahrersitz.

    Da fand ich Mir und Gaffron immer wieder erfrischend, die in der Debatte den umgekehrten Weg einschlugen: 40 Prozent weniger Emissionen bis 2030 wären das Ziel (meines Erachtens deutlich zu wenig), was muss also bis dahin im Straßenverkehr getan werden?

    Dann Publikumsfragen.

    Der erste Fragesteller ist auf Krawall gebürstet, aber nicht gegen Radfahrer, sondern gegen gekaufte Politiker, Medien und den ADAC. Man könne schon lange eine autofreie Stadt haben, gäbe es keine gekaufen Politiker. Dann will ihm der Moderator das Mikrofon wieder wegnehmen und der Typ brüllt noch hinterher: „LEUTE ES GIBT KEINEN KLIMAWANDEL ES WIRD KALT NICHT WARM!!!“

    Dann Fragen zur Osterstraße.

    Dann Fragen zu einer Schwebebahn von 1890 und warum die nicht neu geplant würde. Oder wenigstens eine Seilbahn!

    Nächste Frage zur Aggressivität im Straßenverkehr. Warum komme endlich eine Sympathiekampagne fürs Radfahren?

    Etwas traurig, aber absolut berechtigt: Wie bekommen wir die Politik dazu, endlich zu handeln? Leider wird die Antwort abgetan als flammender Appel, der leider unbeantwortet bleibt.

    Es wird sich hinsichtlich des Klimawandels nicht viel ändern — aber wir treffen uns sicherlich bald zur nächsten Diskussion, wie die Fahrradstadt klappen kann.

    Und ich denke mir: Wir müssen dringend weniger diskutieren und mehr machen.

    Ich wollte mich ja eigentlich aus den Befindlichkeiten des Hamburger Straßenverkehrs heraushalten, aber manchmal platzt mir halt doch der Kragen, wenn ich diesen Stuss zwei Mal täglich aus dem Zug von der Verbindungsbahn sehen muss. Soll sich da jemand das Bein brechen?

    Der Fuss e.V. hat offenbar den Entwurf der nächsten Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften gefunden. Ich bin mir unsicher, ob das dieses Dokument ist, das gemeinhin als „zweite Fahrradnovelle“ bezeichnet wurde und irgendwie schon Pfingsten vorliegen sollte. Der Fuss e.V. hat schon mal damit auseinandergesetzt und schon einige Probleme für den Fußverkehr aufgetan: Minister Scheuer plant neue Fußgänger-Schikanen

    Das sind ganz schön viele Seiten mit ganz schön vielen Details, vielleicht können wir ja in den nächsten Tagen mal raussuchen, was mit dem Radverkehr passieren wird.

    Nachdem hier eine ganze Weile Baucontainer auf dem Radweg standen, was eigentlich relativ unproblematisch ist, weil es sich seit einigen Monaten hier ohnehin um eine ganz arg verkehrsberuhigte Sackgasse handelt, ist nach Abschluss der Baumaßnahmen noch eine Toilette geblieben. Nun ja: Man kommt ja noch vorbei und immerhin wird nun niemand auf diesem Zweirichtungsradweg mit dem Tarnfarbenpfosten kollidieren.

    Andererseits: Wenn ich mir jetzt anschaue, was mit den Kunden von Thomas Cook passiert, kann man ja echt nicht klagen, „nur“ ein paar Stunden länger mit dem Zug herumzugondeln. Die Kalamitäten, im Urlaub von einem insolventen Reiseveranstalter im Stich gelassen zu werden, sind ungleich größer: "Ein Fall von Staatshaftung"

    Tja: Gestern fuhr der EC 379 anscheinend ohne Fahrradabteil von Kiel nach Prag, obwohl die Fahrradmitnahme sowohl im Navigator als auch am Bahnsteig angezeigt wurde. Allein: Es war kein Fahrradabteil zu finden. Das stellten dann auch vier Fahrgäste mit Fahrrädern in Hamburg fest, die den Zug einmal nach vorne und wieder nach hinten abliefen, um sich dann vom Personal aufklären zu lassen, dass die Fahrkarte und Reservierung fürs Fahrrad eine tolle Sache wäre, aber nunmal kein Anspruch auf Mitnahme des Fahrrades bestünde — und bei fehlendem Fahrradabteil schon gar nicht.

    Nun gibt es pro Stunde mehrere Verbindungen von Hamburg nach Dresden, allerdings immer mit reservierungspflichtigem Fernverkehr und mehrmaligen Umsteigen, sowie einer Reisezeit von mindestens sechs statt vier Stunden. Alle zwei Stunden gibt’s eine Direktverbindung mit dem tschechischen EuroCity, aber ob die dann noch vier weitere Räder aufnehmen kann? Puh.

    Heute morgen tat dann sogar der DB-Navigator kund, dass es mit der Fahrradmitnahme im EC 379 nichts würde. Das war aber dreist gelogen:

    Das heißt aber auch, dass der EC 378, der gestern Abend bis Kiel gefahren ist, entgegen der Informationen aus dem Navigator schon das Fahrradabteil mitgeführt haben muss — oder stand das womöglich irgendwo in Kiel zur Reparatur herum?

    Und dann gab’s noch den ICE 973, mit dem ich sonst gerne von Kiel bis Hamburg fahre. Der gondelte heute wohl mit ICE-1-Rollmaterial herum, hatte aber immerhin Ersatzfahrradstellplätze in Wagen 1 — und rammte zwischen Brokstedt und Neumünster ein Tier, so dass die Fahrt erst mit einer Dreiviertelstunde Verspätung weiterging.

    Will sagen: Die Fahrradmitnahme im Fernverkehr ist wirklich immer ein Abenteuer. Ich bin aber schon ganz froh, dass die Auslastung der Fahrradabteile aus saisonalen Gründen nun langsam sinkt und man wieder reelle Chancen hat, auch kurzfristig sein Rad mitzuführen.

    Als Anwender wäre für mich sehr rätselhaft warum eine wichtige Funktion nun gestrichen wird...

    Ich tippe mal drauf, dass die Nutzungszahlen der Apps so prächtig gar nicht sind und die meisten Anwender eben sowieso ihre Smartwatch oder andere Geräte zur Aufzeichnung nutzen. Dem gegenüber steht ein erheblicher Entwicklungs- und Wartungsaufwand, um den Bluetooth-Kram stabil hinzukriegen.Da kann man dann schon mal die Entscheidung treffen, dass der dazu notwendige finanzielle Aufwand in gar keinem Verhältnis steht und notfalls die fünf oder zehn Prozent der Nutzer vergraulen, die diese Funktionalitäten gerne genutzt hätten.

    Also ich würde mein Fahrrad schon wegen der Diebstahlgefahr nie im öffentlichen Straßenraum parken. Das Vandalismusproblem ist ein weiterer Grund.

    Fahrradparkhäuser müssen her.

    Das ist halt so in Kopenhagen. Da gibt es eine Menge größerer Fahrradabstellanlagen, aber die reichen natürlich vorne und hinten nicht. Und eben drum waren wir ja auch nur mit den Zweiträdern Dritträdern dort, bei denen uns die Schäden jetzt nicht so ganz auf die Palme bringen. Selbst wenn man uns die Räder geklaut hätte, wäre es halt superärgerlich gewesen, aber lieber lasse ich mir ein „Bahnhofsrad“ im Wert von 600 Euro klauen als das mehr als vier Mal so teure Schneeweißchen.

    aber die Teile haben doch ein Versicherungskennzeichen.

    Das bedeutet, die sind versichert. Die Schäden an Dritten reguliert damit der Versicherungsgeber und kann sich die Kosten dafür ggfs. vom Halter oder Führer wiederholen.

    Aber leider nicht in Kopenhagen. Da geht’s auch ohne Kennzeichen. Und wie Epaminaidos schon erwähnt, ist die Sache so einfach womöglich gar nicht — die vielen in der Gegend herumliegenden Roller legen es ja nahe, dass da jemand seiner Zerstörungswut freien Lauf gelassen und nicht der letzte Nutzer des Rollers sein Fahrzeug gegen mein Rad geschmissen hat.

    Strava ist für mich jetzt mal ein ganz schönes Stück uninteressanter geworden, weil per App jetzt nicht mehr der Zugriff auf externe Sensoren möglich ist, also Geschwindigkeits-, Tritt- oder Herzfrequenzsensoren nicht mehr angesprochen werden: Removing Direct Sensor Pairing from the Strava Mobile App

    Ich kann also Software-Entwickler die Entscheidung durchaus nachvollziehen; die Auswertung von gekoppelten Bluetooth-Geräten ist nicht so ganz die reine Geilheit und sorgt regelmäßig für Probleme. Nur ist Strava für mich damit nicht mehr brauchbar, denn eigentlich habe ich zwei Funktionen primär geschätzt: Die Heatmaps, die aus den gewonnen GPX-Daten gezeichnet werden, und eben die Auswertung der Sensor-Daten.

    Heatmaps habe ich mittlerweile selbst implementiert, die sind bald bei criticalmass.in nutzbar und den Vorbildern von Strava in optischer Hinsicht ganz ähnlich. Den ganzen anderen Kram mit Auswertungen der Sensordaten kann ich sowieso schon lange selbst umsetzen. Wozu dann also noch fünf Dollar im Monat für diesen Summit-Status zahlen? Nur für die Community-Funktionen? Puh.

    Und Malte, wenn ich deine Bude ungestört leerräumen wollte, dann wäre die Auswertung über STAVA, wenn sie denn für mich möglich wäre, viel zu kompliziert.

    So interessant ist meine Bude gar nicht mal, zumal potenzielle Einbrecher auch noch die Anwesenheitszeiten meiner Freundin abpassen müssen, die kein Strava nutzt. Die meisten Wertsachen führe ich stets mit mir, das eigentlich wertvollste dürfte das jeweils andere Fahrrad sein, das aber immerhin mit einem Stahlkabel am Heizkörper gesichert ist. Da ist man dann hoffentlich mindestens fünf Minuten lang beschäftigt.

    Im Zuge des #GlobalClimateStrikes in Kopenhagen parkten Lischen-Radieschen und ich unsere Räder neben dem Rådhuspladsen an einem Verkehrsschild, weil alle Fahrradstellplätze in der Nähe bereits belegt waren. So ist das halt im Stadtzentrum, überall Parkplatznot und so.

    Nach dem Klimastreik fand ich mein Rad beschädigt vor. Vier E-Roller des Anbieters „Lime“ und ein Fahrzeug des Anbieters „Voi“ waren umgekippt, zwei davon suchten die direkte Feindberührung mit meinem Fahrrad. Neben ein paar neuen Kratzern, die bei dem alten Zossen eher nebensächlich sind, gab es ein beschädigten, weil aufgedröselten Bremsbowdenzug, einen zersplitterten Spiegel und ein leicht beschädigtes Lenkerband zu beklagen.

    Beschädigung am Bowdenzug noch einmal nachgestellt. Die Roller sind so schwer, dass umkippende Fahrzeuge mit ihrem Lenker locker-flockig diesen Zug herausziehen und beschädigen können:

    Soweit, so ärgerlich. Dann kam ein Juicer von Voi vorbei und schmiss (!!!) Roller in seinen Wagen:

    Ungefähr so sorgfältig ging er dann auch mit dem Voi-Fahrzeug um, das zwischen den Lime-Rollern herumlag. Mit einem lockeren Ruck riss der den Roller heraus, so dass zwei Lime-Fahrzeuge noch einmal kreischend über den Lack meines Fahrrades kratzten.

    Mir ist in diesem Moment ein biiiischen der Kragen geplatzt und ich habe dem Herrn deutlich gemacht, dass ich es nicht schätze, wenn er mein Fahrrad noch weiter beschädigt. Wir wurden uns nach einem im radebrechenden Englisch geführten Wortgefecht nicht so richtig einig, aber er machte mir deutlich, dass er und sein Arbeitgeber einen „fucking fuck“ daran interessiert wären, was mit meinem „fucking bike“ passiert. Etwas unsouverän trat ich seinem Roller auf die Bremse, als er ihn beiseite schieben wollte, woraufhin er ihn mir offenbar beinahe ins Gesicht geschmissen hätte, wenn, ja wenn das Ding nicht so schwer gewesen wäre, dass er es kaum vom Boden angehoben bekam. Tja.

    Einerseits: Der Mann, der da mutmaßlich einen Knochenjob zum Mindestlohn in der so sehr gefeierten New Economy leistet, ist mit Sicherheit der falsche Ansprechpartner für solche Belange. Dem kann ich eine Blase ans Ohr labern und ihm noch mehr Stress machen, als er mutmaßlich von seinem Arbeitgeber bekommt, oder ich lasse es bleiben. Andererseits: Diesen Roller dort rauszurupfen, dass mein Fahrrad noch weiter beschädigt wird, ist halt auch nicht geil.

    Nun denn. Ich schrieb dann eine freundliche Mail mit meinen bescheidenen Englischkenntnissen an Lime, dass hier nun bitte jemand den Schaden beheben möge. Mir ist vollkommen klar, dass das niemals passieren wird, weil sich solche Firmengeflechte effektiv vor zivil- oder gar strafrechtlichen Ansprüchen schützen. In Deutschland scheint es schon einige Anwaltskanzleien mit Spezialisierung auf von Rollern dieser Anbieter verursachten Sachschäden zu geben, aber wer macht sich schon den Aufwand, für nicht mal 50 Euro Materialkosten und vielleicht noch mal 50 Euro Montagekosten einen Anwalt aufzusuchen? Das ist ja jenseits jeglicher Bagatellgrenzen.

    Ich schrieb:

    Ich bekam tatsächlich eine Antwort — natürlich zusammengesetzt aus Textbausteinen:

    Zitat

    Dear Malte,

    We appreciate your patience, and we are sorry you had a bad experience with our Lime rider. Please be assured that Lime makes every effort to urge our customers to #RespectTheRide and follow all local laws for operating vehicles. We constantly make every effort to educate riders on the responsible use of our services, as we value being an asset to the communities we serve. You can find out more information about our Respect the Ride campaign here.

    In your case, the user was the sole, proximate cause of the accident for improper use and negligence. We are happy to provide you with the riders information if you can provide us with a court-ordered subpoena.

    While we regret we are unable to pay this loss, we value your trust in our company. If you have any additional information that you feel may alter our decision, feel free to contact us.

    Das mit dem Vertrauen in deren Firma liegt wohl einem Missverständnis zugrunde. Ich könnte gut damit leben, wenn diese Roller, die meines Erachtens nur eine gehypte Gelddruckmaschine auf Kosten der Umwelt und unserer Innenstädte sind, gleich jetzt sofort von unseren Straßen verschwänden. Aber klar, natürlich zahlt das niemand. Ich nehme an, hätte ich ein Auto und dank der Roller einen Außenspiegel und eine Fensterscheibe weniger, lautete die Antwort genauso. Nur wird ja der für diese Roller zuletzt hinterlegte Fahrer nicht derjenige sein, der die Roller umgeschmissen hat, denn rund um den Rathausplatz hatte sich jemand flächendeckend an der neuen Art des Mobilitätswandels ausgelassen. Und selbst wenn ich jetzt einen Anwalt aufsuchte: Warum sollte sich ein Anbieter dieser E-Roller mit Sitz in den USA ohne Impressum oder Kontaktmöglichkeiten für das Schreiben eines deutschen Anwalts interessieren?

    Nur das alberne #RespectTheRide könnte man sich sparen. Bei diesen Geräten, die dem Nutzer nicht gehören, die einem prinzipiell relativ egal sein können, geht man nunmal nicht sorgfältig um. Ich gehe davon aus, dass die Anbieter solche Schäden durchaus in ihr Geschäftsmodell mit einpreisen.

    Nun denn — auf den Kosten für Spiegel, Bowdenzug und Lenkerband bleibe ich wohl sitzen. Und ich wundere mich noch einmal, warum wir diese Teile, bei denen Fußgänger, Radfahrer oder Kraftfahrer auf ihren zivilrechtlichen Ansprüchen sitzen bleiben werden, unbedingt in unseren Städten haben wollen.