Den Eingangsbeitrag schrieb ich noch einigermaßen überrascht, aber gefasst aus dem Bureau. Dann fuhr ich nach Hause: Der ICE 74 ist angeblich wegen eines Corona-Verdachtfalls nicht bis Kiel gefahren, der EC 378 wendete schon in Berlin, um rechtzeitig vor Mitternacht wieder auf tschechischem Gebiet zu rollen. So landete ich im Regionalexpress, in dem sich sogleich zwei Fahrgäste in die Wolle bekamen, weil der eine den anderen wohl angehustet hat.
Dann steige ich in Kiel aus, laufen mir gleich Polizisten mit Atemschutz über den Weg. Beim Supermarkt um die Ecke ist eine Warteschlange von ungefähr fünfzig Personen vor dem Eingang, in den üblichen Facebook-Gruppen werden die Fotos von leeren Regalen geteilt und die sogar leicht berechtigte Panik geschürt, dass der Großhändler frühestens Mittwoch wieder liefert. Dann denke ich mir, tja, kein Problem, EDEKA hat ja einen Lieferdienst und die Abholstation ist quasi gegenüber unserer Wohnung, aber Pustekuchen: Der nächstmögliche Liefertermin ist Dienstagnachmittag.
Währenddessen haben die USA den Notstand ausgerufen, Polen und Dänemark ihre Grenzen geschlossen, Schleswig-Holstein wird morgen per Erlass das öffentliche Leben quasi abwürgen.
Das alles ist in anderthalb Stunden passiert.
Und ich fahre jetzt noch mal zum Supermarkt, um ein paar Vorräte zu organisieren. Und morgen muss ein kleiner Tiefkühlschrank organisiert werden, um die ganzen Vorräte, die wir jede Woche als Unterstützer der örtlichen solidarischen Landwirtschaft bekommen, haltbar zu machen.
Ich muss zugeben, ein bisschen Angst bekomme ich langsam schon. Und am Donnerstag dachte ich noch, geil, wenn die Bahn morgens leer ist, dann habe ich endlich meine Ruhe.
Das war's: Wir wurden quasi aus dem Bureau geschmissen. Ab Montag ist bei uns Teleheimarbeit angesagt, vorerst für eine Woche, aber mein weiß ja nie.
Ich muss zugeben, dass mich diese ganze Entwicklung momentan in ihrer Geschwindigkeit vollkommen überfordert. Letzte Woche hieß es noch, wir mögen bitte unser Notebook mit nach Hause nehmen, nur für den Fall der Fälle. Gestern hieß es plötzlich, wir müssten nun eine Woche lang von zu Hause bleiben. Heute munkelt man in der Belegschaft angesichts der Nachrichtenlage, dass es vielleicht gar nicht mal bei einer Woche bleibt. Immerhin haben wir in der IT-Branche die Chance, von zu Hause zu arbeiten, das geht in vielen anderen Bereichen nicht mal im Ansatz.
Am Anfang der Woche war ich noch zuversichtlich, gerade jetzt zu diesem Zeitpunkt in Falkensee aus der Bahn zu steigen, bei der Critical Mass mitzufahren und anschließend 333 Kilometer zurück nach Hamburg abzureißen. Nur: Die Critical Mass Falkensee findet nicht stat und mit der Bahn soll man auch nicht mehr so richtig fahren:
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In den letzten Tagen habe ich nebenbei noch etwas an einer Übersichtsseite für das bundesweite Kidical-Mass-Wochenende am 21. und 22. März gearbeitet. Die Touren finden nicht mehr statt.
Die Critical-Mass-Touren am letzten Freitag im Monat werden wohl sehr klein ausfallen, in bei der Critical Mass Hamburg, die im März 20 Jahre alt wird, wird schon eine „offizielle Absage“ diskutiert, sofern denn eine solche Absage überhaupt offiziell erfolgen kann. Vor ein paar Tagen habe ich noch Pressevertretern gegenüber erklärt, was eine Critical Mass ist und warum wir fahren und so weiter und so fort.
Gestern waren die Züge zwischen Kiel und Hamburg rappelvoll, heute morgen, an einem Freitag (!), waren wir im ICE 73 beinahe allein. Es geht alles so schnell und es fühlt sich so sehr nach Endzeit-Sci-Fi an, eigentlich fehlt nur noch irgendein Nachrichtensprecher, der uns alles Gute und Gottes Segen wünscht und anschließend wird der Sendebetrieb eingestellt.
Für mich bedeutet Teleheimarbeit eine ganz wesentliche Änderung: Theoretisch vier Stunden mehr Schlaf pro Nacht. Ich kann anschließend erstmal eine Runde Laufen gehen, in Ruhe Frühstücken, dann arbeite ich vier Stunden, esse Mittag, arbeite noch mal vier Stunden, dann ist Feierabend und ich muss nicht noch anderthalb Stunden bis nach Hause gurken. Ich glaube, nach ein paar Tagen wird mir diese fehlende Trennung zwischen Arbeit und Freizeit auf die Nerven gehen.
Und was ist, wenn aus Präventionsgründen das morgendliche Laufen nicht mehr stattfindet? Oder ich keine Radtouren mehr unternehmen kann, die bei mir ja im Regelfall auch eine Bahnfahrt beinhalten?
Puh. Und was mir am meisten Sorge bereitet: Nicht nur das Virus breitet sich mit extremer Geschwindigkeit aus, sondern auch unsere Gegenmaßnahmen. Bislang machte ich mir Sorgen, wie wohl unsere Welt im Angesicht des Klimawandel in 20 Jahren aussieht, nun wundere ich mich, ob ich Mittwoch wohl noch einkaufen gehen kann. Und was mir dann noch mehr Sorge bereitet: Was passiert denn eigentlich mit so genannten Risikogruppen, also Menschen, die nicht so fit oder jung sind wie ich? Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es solchen Menschen ergeht, wenn plötzlich doch nicht so ganz klar sein könnte, ob man ohne gesundheitliche Risiken noch einkaufen gehen darf.
Nun ja. Ich bin mal gespannt, wie es weitergeht. Wie ergeht es euch denn bislang so?
Einige Fahrten beginnen und enden aus mir unbekannten Gründen im benachbarten Burg auf Fehmarn, bis dahin fährt dann sogar ein Bus. Unbedingt attraktiv ist das Angebot allerdings nicht, aber vielleicht war das auch gar nicht das Ziel:
Nur fürs Protokoll für die ganzen Leute, die hier per Suchmaschine auf der Suche nach Dänemarkreisen mit dem Rad aufschlagen: Seit dem 1. Februar fährt die Bummelbahn ganztägig weiter nach Puttgarden. Lediglich die beiden Intercity-Verbindungen nach Hamburg und Köln starten in Burg auf Fehmarn und sind damit allein für Urlauber interessant, die auf Fehmarn bleiben wollen oder dort Urlaub gemacht haben.
Neuer Abend, neues Glück — damit es nicht zu langweilig wird, werden jeden Tag ein paar Kleinigkeiten geändert. Das macht es natürlich schwieriger, mit dem Rad trotz Benutzungspflicht von vornherein auf der Fahrbahn zu bleiben, weil man gar nicht erkennen kann, ob der Radweg im weiteren Verlauf der Straße noch gesperrt ist oder nicht:
Dieses Mal kommt man sogar ein bisschen vorbei, nachdem man sich mit dem Rad einen Hula-Hoop-Reifen geangelt hat. Allerdings ist angesichts der Absicherung hinter der Kreuzung und den auch dort ganz obligatorischen fünf falsch aufgestellten roten Lämpchen nicht klar, ob es sich um eine Vollsperrung handelt oder nicht und ob man mit dem Rad rechts vorbei kommt oder nicht und überhaupt:
Blick nach rechts von der Brunswiker Straße in die Feldstraße, dort sieht es genauso bunt zusammengewürfelt aus.
Okay, Blick geradeaus. Dort ist der Radweg nunmehr einer Baugrube zum Opfer gefallen, leider gibt es aber gar keine ordentliche Beschilderung, geschweigedenn eine Aufleitung des Radverkehrs auf die Fahrbahn. Im Endeffekt kommt man also mit dem Fahrrad hier angeradelt und stellt erst in diesem Bereich der Kreuzung fest, dass es nicht weiter geht. Entweder spielt man jetzt die eine Kampfradler-Karte und klingelt die tagsüber dort häufig anzutreffenden Fußgänger zur Seite oder man spielt die andere Kampfradler-Karte und fährt im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung auf der Fahrbahn weiter, legt sich dann aber dort mit dem Kraftverkehr an, der ein Fahrrad auf einem leicht ansteigend verlaufenden Fahrstreifen nicht schätzen wird.
Und überhaupt: Wie fährt man denn jetzt auf die Fahrbahn auf? Hier auf grünes Licht der Babyampel warten, dann über die kleine Brücke auf die Fahrbahn fahren, nach rechts abbiegen? Oder mit dem grünen Licht, mit dem man eben die Brunswiker Straße entlanggefahren ist, direkt auf die Fahrbahn wechseln? Tjoa.
Auf dem Gehweg wird es ganz schön eng, hier gesellt sich ein einsamer Parkscheinautomat zu der spätwinterlichen Außengastronomie:
Hier geht es eigentlich nach rechts in die Gerhardstraße rein, aber in Zeiten wie diesen, in denen die Stadt Kiel jegliche Bemühungen für Verbesserungen im Radverkehr fahren lässt, ist das nicht ganz so einfach:
Was man nämlich vom obigen Standpunkt nicht erkennen kann: Es soll sich mal wieder um eine Sackgasse handeln:
Das ist natürlich dreist gelogen, hält aber auch niemanden davon ab, auf der anderen Seite noch mal den gleichen Unsinn zu beschildern:
Vielleicht ist tagsüber, wenn hier gebaut wird, tatsächlich aufgrund von Baufahrzeugen keine Durchfahrt möglich, aber vielleicht könnte man ja ganz vielleicht abends die womöglich verwirrend wirkenden Schilder entfernen. Das könnte ja der Akzeptanz solcher Verkehrszeichen ganz zuträglich sein.
Und auch in einer Fahrradstadt immerzu nur „Anlieger frei“ zu schildern, aber nicht „Fahrräder frei“ darunter zu hängen, sofern es die Situation erlaubt, ist ja auch schon mal ein Zeichen dafür, dass auch in Zeiten des Klimanotstandes vor allem „der echte Verkehr“ zählt.
Anfang März hatte sich die Lage nicht wesentlich gebessert. Direkt im Kreuzungsbereich solche Gitter aufzustellen bedeutet eben auch den Radverkehr einem nicht unerheblichen Risiko auszusetzen; entweder beim Einfädeln in den Fahrbahnverkehr oder aufgrund der fehlenden Sichtachsen gegenüber abbiegenden Kraftfahrzeugen. Natürlich lässt sich das alles auch ganz einfach vermeiden, wenn man als Radfahrer absteigt und schiebt, aber wenn ich diese Strecke artig schiebend auf dem Gehweg zurücklege, brauche ich gleich 15 Minuten statt zwölf Minuten vom Bahnhof nach Hause.
Zurück zur Gerhardstraße. Hier drängeln sich wieder fünf rote Leuchten auf einem einzelnen Absperrgitter und zeigen damit eine Vollsperrung an, die es offenkundig gar nicht gibt.
Sieht doch aus, als könne man einigermaßen hindernisfrei fahren:
Eigentlich ist aber das Abbiegen in die Straße verboten, es gilt das bewährte „Anlüger frei“. Angesichts der Diskrepanz zwischen der Beschilderung und der Situation, die der Verkehrsteilnehmer anschließend vorfindet, obliegt die Interpretation dieser Beschilderung wohl wieder einmal dem einzelnen Verkehrsteilnehmer.
Es kann ja durchaus sinnvoll sein, das Rechtsabbiegen in die Straße zu vermeiden, weil beispielsweise die Absperrmaßnahmen den Kurvenradius beeinflussen und selbst Kleinwagen stecken bleiben könnten, während aus der Gegenrichtung weiterhin nach links in die Gerhardstraße abgebogen werden dürfte. Kann ja sein — aber dann war es sicherlich nicht Sinn der Sache, auf dem Radverkehr das Einfahren in eine Fahrradstraße zu untersagen. Also spätestens für Radfahrer gilt diese Beschilderung nicht? Oder gilt sie erst, wenn die Absperrgitter den gesamten Straßenquerschnitt versperren? Nichts genaues weiß man nicht.
wenn man das Forum nicht eingeloggt aufruft, kommt noch dieser Hinweis:
"Am 27. Februar 2020 ist das Forum von 9 Uhr bis mindestens 12 Uhr wegen Wartungsarbeiten nicht erreichbar."
Danke für die Nachricht, ich habe den Hinweis gelöscht — wenn man den mit dem Klick auf das kleine X schließt, sieht man ihn ja selbst nicht mehr, drum ist das vollkommen an mir vorbeigegangen.
Zu meinen Zeiten war die Ampel nach meiner Erinnerung noch nicht einmal mit Fahrradpiktogrammen in den Streuscheiben ausgerüstet und fiel mir mehrfach durch eine ganz besonders unfreundliche Schaltung auf. Nunja.
Die Strecke wurde je nach Quelle um 1985 stillgelegt, danach fand vereinzelt noch Güterverkehr statt, größtenteils aber wohl nur zu den Anschlussgleisen in Neumünster. Relativ schnell wurde nach der Stilllegung die Brücke kurz vor dem Bahnhof Ascheberg abgebrochen, so dass die Strecke nicht mehr durchgängig befahren werden konnte. Der steigende Lkw-Anteil war wohl ursächlich für die Entfernung der Brücke, wobei mir nicht ganz klar ist, ob die Brücke zu niedrig war oder der Schwerlastverkehr die Stabilität beeinträchtigte.
Im August 1996 wurde die Strecke ein letztes Mal von einem TALENT bis Wankendorf befahren, in den folgenden Jahren wurden wohl auch die Bahnübergänge entlang der Strecke sowie einige weitere Brücken zwischen Wankendorf und Neumünster abgebrochen. In Wankendorf sind von den einst umfangreichen Bahnanlagen und der Kreuzung mit der Kleinbahn von Bad Segeberg nach Kiel noch drei Gleise, das Bahnhofsgebäude, ein paar Weichen und ein zugewachsener Mittelbahnsteig übrig.
Zwischen Wankendorf und Neumünster kann auf einem Teil der Strecke mit einer Draisine gefahren werden. Darauf hätte ich ja auch mal Lust.
In der Begründung gibt es eine Aufzählung von Situationen, in denen die Begrenzung nicht gelten soll: Ampelschaltungen und Verkehrsverbote.
Spatestens damit ist doch klar, dass Variante 1 gemeint ist.
Gut, der Punkt geht an dich. Ich hatte irgendwie im Hinterkopf, dass in der Begründung etwas von „wo nach den Umständen entsprechend mit Radverkehr zu rechnen ist“ stünde, aber da habe ich mich wohl vollkommen verrannt.
Ich fand es eigentlich auch eindeutig: "Radverkehr (...) zu rechnen ist " ist eine Eigenschaft der Kreuzung und nicht der konkreten Verkehrssituation.
Damit ist innerorts an fast allen Kreuzungen Schrittgeschwindigkeit verpflichtend (die wesentlichen Ausnahmen sind Autobahnen, freie Rechtsabbieger und Abbiegerampeln).
Ich könnte deine Auffassung teilen, stünde im Verordnungstext „wo mit Radverkehr zu rechnen ist“ — das bezöge sich dann auf den gesamten Kreuzungsbereich, auf das gesamte Stadtgebiet, auf was auch immer. Der Verordnungsgeber hat sich aber für die Formulierung „wenn mit Radverkehr zu rechnen ist“ entschieden und zielt in der Begründung überdies darauf ab, die Anzahl der Situationen, in denen Lkw-Fahrer langsam abbiegen müssen, im Interesse der Verkehrsleistung der Knotenpunkte zu reduzieren. Ich halte es weder für abwegig noch für eine böswillige Interpretation, dass im Winter oder nachts vielleicht nicht mehr so sehr vorsichtig abgebogen werden muss.
Kiel möchte ja gerne eine Fahrradstadt sein, so dass ich ja grundsätzlich davon ausgehe, in der Verwaltung ein gewisses Verständnis für brauchbare Radverkehrsführungen vorfinden zu können. Anscheinend nimmt man es in der Straßenverkehrsbehörde mit Radfahraritäten dann aber doch nicht so ganz genau.
Die Holtenauer Straße ist ja nebenan bereits Thema, dort gibt es alte, untermaßige Hochbordradwege mit so genannten Übersehstellen an jeder Kreuzung, hastig geöffneten Autotüren und Geisterradlern und Fußgängern und Fahrgästen aus dem Bus, die hier und da mal aussteigen wollen. Die Hochbordradwege sollen eigentlich nicht mehr benutzt werden, sollen aber gleichzeitig nicht mehr instandgesetzt werden, weil man ja irgendwann mal eine Stadtbahn durch die Holtenauer Straße ziehen möchte. Das wird natürlich in absehbarer Zeit nicht passieren, also wurden zuerst einmal Stummelschutzstreifen in den Kreuzungsbereichen appliziert um anzuzeigen, dass der Radverkehr hier auch auf der Fahrbahn stattfinden darf. Im Endeffekt hat jeder Verkehrsteilnehmer seine eigene Interpretation für diese Schutzstreifen, sogar in der Verwaltung halten das einige offenbar für eine Warnung vor Radfahrern für abbiegende Kraftfahrer.
Damit es nicht allzu langweilig wird, gibt es im Bereich einer Arbeitsstelle auf dem alten Hochbordradweg jetzt einen kleinen Griff in die große Kiste mit lustigen Fahrradschildern:
Gebaut wird auf dem Radweg, beziehungsweise auf dem Seitenstreifen nebenan. Deshalb wird der Radverkehr erstmal mit auf den Hochbordradweg gelockt, dann ist aber doch plötzlich und den richtigen Pfeil hatte man auch nicht zur Hand. Grundsätzlich hätte man sich den ganzen Kram auch sparen können. Auf dem kleinen Schild nebenan hängt eine kleine Erklärung, dass hier was mit Wasser passiert.
Besonders toll finde ich ja den Notweg für Radfahrer, der im Bereich des eigentlichen Schutzstreifens verläuft. Den mit Baken zu schützen ist prinzipiell erstmal nicht ganz so dumm, schließlich wird es ja schon ein bisschen enger aufgrund der Baumaßnahmen und Absetzcontainer, aber andererseits fährt man sonst mit dem Rad ja auch nicht in diesem Abstand direkt an parkenden Kraftfahrzeugen vorbei.
Vor allem kommt man nur auf den Notweg, beziehungsweise auf den alten Schutzstreifen drauf, wenn man zuvor auf den Hochbordradweg kurbelt und anschließend über eine bröckelige Rampe herunterkraxelt. Das hätte man mit etwas gutem Willen auch besser konstruieren können. Immerhin stehen die Leitbaken wenigstens für den Fahrbahnverkehr richtig herum und ein paar der gelben Lämpchen funktionieren sogar.
Und: Man erkennt, dass vom rechten Fahrstreifen echt nicht mehr viel übrig bleibt, sobald dem Radverkehr denn wenigstens die Mindestmaße an Platz zugedacht werden.
Dann gibt es noch eine zweite Rampe zurück aufs Hochbord. Diese roten, beidseitigen Lampen sind übrigens unzulässig und für keinen Anwendungsfall im Straßenverkehr vorgesehen. Nach meiner Kenntnis kommen diese roten Lampen teilweise im Bereich der Eisenbahn beim Schutzhalt Sh2 zum Einsatz.
Und das ist übrigens der alte Hochbordradweg, auf dem man irgendwie in der Falle sitzt, wenn man sich ein paar Meter zuvor dem Zeichen 237 zu sehr genähert hat. Immerhin kann hier keine Autotür das Fahrrad stoppen, sondern nur das hastig geöffnete Scheißhaus.
Der EC hat im Fahrradabteil binäre Vorderradeinhänger
Das ist der ungarische EuroCity, der frühmorgens in Altona losfährt und spätabends wieder kommt. Den haben wir bislang leider immer verpasst, weil jedes Mal ein Ersatzzug aus tschechischem Rollmaterial fuhr. Gibt es da tatsächlich auch eine Pumpe im Fahrradwagen?
Die Münchner Polizei ist von den vielen Beschwerden über Falschparker genervt und vertritt die Auffassung, dass das Fotografieren von Kfz-Kennzeichen zum Zweck der Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten einen Verstoß gegen die Datenschutz-Grundverordnung darstellen kann und Fotografen dem Bayerischen Landesamt für Datenschutzaufsicht gemeldet würden:
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Nun muss man mit Kritik an der Polizei natürlich immer vorsichtig sein, aber wenn die Rechtsauffassung der Münchner Beamten so solide ist wie die der Hamburger Beamten, dann sehe ich das ganz gelassen.
Hmm... ich weiß aber auch nicht was in so einem Fall die bessere Lösung wäre. Das Fahrradabteil als voll anzuzeigen und demnach für die Fahrt Dammtor - Freiburg unbelegt zu lassen, nur weil es auf der kurzen Strecke Dammtor HBF zu einer Überbelegung kommt wäre irgendwie auch unbefriedigend und würde die vorhanden Transportkapazitäten nicht wirklich effizient nutzen.
Naja, wenn man es richtig machte, könnte man sich anzeigen lassen, von wo bis wo ein Fahrradstellplatz verfügbar ist und müsste nicht im Reisezentrum oder Online diese Klickstrecke durchkaspern, um im letzten Moment kurz vor der Bezahlung zu erfahren, dass die Stellplätze leider alle vergeben sind.
Nur wenn das Fahrradabteil wie in deinem Beispiel schon voll ist, dann ist im ICE 4 auch Schluss mit lustig. Da lassen sich noch mit Mühe drei Räder irgendwie im Gang platzieren, so dass die Tür noch schließen kann, aber mehr geht auch nicht. Wenn also tatsächlich im Sommer eine ganze Wagenladung von acht Rädern von Kiel bis Hamburg Hbf fährt, dann darf eben in Dammtor keiner zusteigen, sonst bricht drei Minuten später im Hauptbahnhof das Chaos aus, weil es im Gang ohnehin nicht mehr vor und zurück geht und die meisten fahrradbewehrten Fahrgäste ohnehin schon mit ihren schweren E-Rädern und Taschen gut beschäftigt sind.
Beim ICE-T sehe ich kein Problem: Da passen drei Räder ins Mehrzweckabteil und drumherum ist — sofern keine Kinderwagen oder Koffer im Wege stehen — genügend Platz für ein Tennismatch. Im Intercity mit 16 Stellplätzen im engen Gang sehe ich das aber auch nicht so locker.
Klar kann man sich irgendwie arrangieren, aber wenn ich beispielsweise in Hamburg Hbf nicht mit dem Rad zusteigen kann, weil noch ein paar Leute bis Hamburg-Harburg fahren wollen, und auf diese Weise meine Urlaubsreise in Gefahr gerät, dann wäre ich nicht mehr so entspannt.
Heute gelernt: Fahrrad- und Sitzplatzreservierungen gelten offenbar nur von Stadt zu Stadt ohne Rücksicht auf die einzelnen Bahnhöfe.
Ich hatte einen Fahrradstellplatz von Kiel Hbf bis Hamburg Hbf reserviert, aber schon in Hamburg-Dammtor stiegen drei weitere Fahrgäste mit Fahrrädern ein. Das wurde dann doch etwas eng aufgrund der Überbelegung des Fahrradabteils mit Kinderwagen und Koffern. Und die Dame, die dann Anspruch auf meinen Stellplatz erhob, hatte von Hamburg-Dammtor bis Freiburg reserviert. Toll.
Nun ist das in diesem Fall nicht dramatisch, dann steige ich notfalls in Hamburg-Dammtor aus und fahre von dort ins Bureau. Wollte ich aber in Hamburg Hbf in einen anderen Zug umsteigen umsteigen oder mein Fahrrad bis Hamburg-Harburg in die Werkstatt bringen, dann wäre es äußerst lästig, wenn ich aufgrund dieser „verschränkten Reservierungen“ früher aussteigen müsste. Und selbst in Hamburg mag das alles noch funktionieren, die 1,5 Kilometer von Dammtor bis zum Hauptbahnhof legt man notfalls in acht Minuten mit dem Rad zurück und erwischt dort mit Glück noch den nächsten Zug, aber wenn ich von Hamburg bis Berlin-Südkreuz fahren möchte, in meinen Zug aber schon in Berlin-Spandau jemand Anspruch auf meinen Platz erhebt, dann wäre das echt lästig.
Dann wird endlich gebaut. Damit der „echte Verkehr“ nicht beeinflusst wird, werden Kraftfahrzeuge, Baumaschinen und -material natürlich auf den Nebenflächen abgestellt, wobei leider wieder darauf verzichtet wurde, eine vernünftige Führung des Radverkehrs zu gewährleisten oder wenigstens der Ehrlichkeit halber aufzustellen. Der Radverkehr wird sich seinen Weg schon suchen und die örtliche Lokalzeitung freut sich schon über klickstarke Titelzeilen über die kampfradelnden Rüpel-Radler.
Man kommt auch gar nicht erst irgendwie über die Straße — wie gesagt: Radfahrer und Fußgänger werden sich ihren Weg irgendwie suchen.
Die eigentliche Vollsperrung für den Kraftverkehr sieht prinzipiell aus wie gestern, man muss schon sehr genau hinsehen, um den Unterschied zwischen den Warnbaken von gestern und den Absperrgittern von heute zu erkennen. Die fünf roten Lämpchen auf einem Absperrgitter entsprechen natürlich nicht ansatzweise den Vorschriften, hier wären rote Lämpchen über die gesamte Breite der Vollsperrung angezeigt.
Blick in die Gegenrichtung zurück zur Kreuzung, die für Radfahrer und Fußgänger nicht passierbar ist. Auch der Fahrbahnverkehr darf sich hier irgendwie seinen Weg zwischen lustig ausgerichteten Leitbaken suchen:
„Anlieger frei“, „Anlieger bis Baustelle frei“, aber Radfahrer, die die Arbeitsstelle auf dem freigehaltenen Radweg passieren wollen, sind keine Anlieger. Hier lernt man also wieder einmal, dass Zeichen 250 im Zweifelsfall nicht ganz so doll für den Radverkehr gilt.
Es ist von daher aber generell etwas schwierig normale Züge und S-Bahn hier auf dem gleichen Gleis fahren zu lassen.
Spielst du auf das Lichtraumprofil wegen der Stromschiene an?
Das müsste aber doch grundsätzlich passen. In Hamburg-Eidelstedt fährt ja auch ein LINT-54 im Bereich der Stromschiene und bis 2005 (?) gab es auch noch regen Güterverkehr von Hamburg-Altona über die S-Bahn bis Blankenese und weiter bis Wedel.
Derweil ist die Arbeitsstelle gegenüber in der Gerhardstraße in paar Meter gewandert, die Einbahnstraße wurde umgekehrt, der Radverkehr kann auf dieser eigentlich recht wichtigen Fahrradstraße mal wieder sehen, wo er bleibt. Umleitungen sind für den Radverkehr natürlich nicht vorgesehen — das ist schade, denn sieht man sich erst an dieser Stelle mit den beiden Spardosen konfrontiert, muss man entweder einen gehörigen Umweg in Kauf nehmen, der mit dem Rad genauso umständlich wie mit dem Auto ist, oder man steigt ab und schiebt oder man macht es wie mit dem Zeichen 250 und überlegt sich selbst, ob das wohl ernst gemeint ist oder nicht.
Ansonsten hat hier auch nicht so viel geklappt, eine einzelne gelbe Lampe steht einsam auf einer falsch herum weisenden Leitbake herum, aber immerhin sind die fünf roten Lampen für die Vollsperrung abgestellt:
Blick aus der Gegenrichtung. Na gut, wer mit dem Rad in diesen Bagger reinfährt, der sollte aufgrund der anscheinend vorliegenden Sehschwäche ohnehin nicht mit dem Rad fahren. Das lose Kiesgerümpel im Vordergrund ist allerdings wirklich gemeint, da gelangt man rasch in Kalamitäten bei einem Bremsmanöver auf zwei Rädern.
Aber Moment mal: Hier wird vor einer Sackgasse gewarnt, obwohl man in dieser Richtung durch die Straße fahren kann?