Beiträge von hugo790


    Da geht's nicht drum, ob die dich anhalten dürfen und ob du Folge leisten muss. Das bleibt völlig unbestritten. Nur aufgrund welcher konkrteten Rechtsgrundlage, da weiß es das OLG besser.


    Äh, du liest ein BGH-Urteil und sagst danach, dass es das OLG besser weiss? Kannst du das irgendwie begründen oder hast du dich nur vertippt?

    Wo konkret steht denn, dass man anhalten muss? Ausserdem finde ich den Unterschied zwischen "Du musst anhalten, aber wenn du es nicht machst, passiert nichts" und "Du musst nicht anhalten" jetzt nicht so gravierend. (Ok, juristisch vielleicht schon)

    Das ist bekannt?

    Zitat

    Ein - möglicherweise - Betroffener ist nicht verpflichtet, bei der Erforschung und Ahndung einer von ihm begangenen, beendeten Ordnungswidrigkeit aktiv mitzuwirken. Daß der Gesetzgeber eine solche Pflicht nicht bestimmen wollte, zeigen die von ihm eingeführten Auskunftsverweigerungsrechte für den Fall der Gefahr der Selbstbelastung (vgl. § 22 Abs. 3 des Gaststättengesetzes, § 10 Abs. 6 des Waschmittelgesetzes; § 58 Abs. 2 des Weingesetzes).

    Dieser Grundsatz würde im Recht der Verkehrsordnungswidrigkeiten durchbrochen, wenn man einen Verkehrsteilnehmer durch Androhung einer Geldbuße zwingen wollte, allein wegen der Verfolgung einer bereits beendeten Verkehrsordnungswidrigkeit auf eine polizeiliche Weisung hin anzuhalten.

    Weil es gerade zum Thema passt:
    Ich bin gestern seit Jahren mal wieder mit dem Bus gefahren. Wollte eigentlich zur S-Bahn, 2,5 km. Es schüttet aus allen Wolken und ich habe keine Regenkleidung mit.

    Der Bus fährt ein paar Meter länger, laut Fahrplan braucht er 10 Minuten zur S-Bahn und er fährt im 10-Minuten-Takt.
    Also 30 Minuten bevor die S-Bahn fährt, stehe ich an der Haltestelle. Es soll laut Anzeigetafel 13 Minuten dauern, bis der nächste Bus kommt, nagut 3 Minuten Verspätung. Daraus wurden laut Tafel erst 8 Minuten Verspätung, später dann zum Glück 6.

    Das eigentlich interessante war aber die Fahrt. Fahrpläne lesen während der Fahrt, Lichthupe ohne für mich ersichtlichen Grund, anstatt das Lenkrad richtig zu halten, nur eine Hand in die Mitte legen, sowie auf der Fahrbahn statt auf der Haltestelle halten, waren noch die harmloseren Dinge. Dass man bei einer bereits > 10 Sekunden roten Ampel nicht nur über die Haltelinie fährt, sondern auch über die Fussgängerfurt und erst mitten auf dem Radweg zum Stehen kommt, geht in meinen Augen gar nicht. Mein Sitzplatz war mittig über der Fussgängerfurt. Ob ein Radfahrer überhaupt noch vorbeikommen wäre, konnte ich aus dem Blickwinkel nicht beurteilen. Ein Autofahrer von links hat bei der Aktion auf die Bremse getreten. Der konnte das Verhalten vom Busfahrer auch nicht wirklich einschätzen und hat wohl befürchtet, der fährt ihm rein.

    "Sie müssen schon anhalten, wenn sie ein Polizist dazu auffordert", sagt die Staatsanwältin.
    Klar gibt es die Weisung eines Polizeibeamten im Straßenverkehr (kostet ca. 20 Euro, wenn man sie nicht befolgt). Es gibt aber auch die Auffassung, dass das Recht sich nicht selbst zu belasten höher wiegt. Halte ich an, können die Personalien festgestellt werden und ich belaste mich somit selbst.

    Widerstand _gegen_ die Polizei ist auch so zu verstehen. Fahre ich _weg_, ist es kein Widerstand _gegen_ die Polizei. Fahre ich den Polizisten bei der Flucht über den Haufen, schon.

    Der ungeduldige Kraftfahrer poltert: Dann ruf halt die Polizei, Radweg bleibt Radweg! Ist ja ein toller Tipp! Hat schon mal jemand die Polizei gerufen, um im Wiesendamm die hundert ordnungswidrig abgestellten Kraftfahrzeuge entfernen zu lassen?


    Das ist sonst mein Spruch an die Autofahrer: Sie sollen die Polizei rufen oder mich anzeigen, aber nicht mich abdrängen, anhupen oder blöd von der Seite anquatschen.

    Und findet ihr, dass die fortlaufende Dokumentation per Kamera/Photo das eigene Fahrverhalten bzw die eigene Wahrnehmung negativ beeinflusst, im Sinne von vorher war's auch nicht doll, aber man ist doch wesentlich entspannter geradelt?


    Erstmal beeinflusst die Kamera eindeutig das eigene Verhalten. Man hält die Verkehrsregeln genauer ein. Was bringt ein Film, wenn darauf 10 eigene Owis und eine fremde zu sehen ist? Auch ist der Stress weg sich unbedingt ein Kennzeichen merken zu müssen.

    Wie es die Wahrnehmung beeinflusst, ist eine gute Frage. Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Muss ich mal drauf achten.

    Radfahrer überschätzen sich.

    Innerorts, beidseitige Benutzungspflicht.

    Trotzdem ist bei einem Unfall der Radler Schuld, laut Polizei:

    Zitat

    In Deutz fuhr am Abend ein 24-Jähriger auf der falschen Radwegseite und kollidierte mit einem Daimler-Fahrer (36). Der 36-Jährige verließ mit seinem Fahrzeug das Tankstellengelände auf der Deutz-Kalker-Straße. Hier stieß er mit dem Radfahrer zusammen.

    Auch der 24-Jährige verblieb zur stationären Behandlung im Krankenhaus.

    Wenige Meter nach der Unfallstelle wird an der nächsten Kreuzung die linksseitige Benutzungspflicht wiederholt:

    Davon hab ich schon mehrere angezeigt:
    Überholen, schneiden und sagen dann, sie haben mich nicht (mehr) gesehen.

    Achja, die Straßenbahn hat an vielen Stellen aus Platzmangel den linken Aussenspiegel eingeklappt. Ratet mal, was passiert, wenn man an einer Straßenbahn vorbeifährt, die nicht verkehrsbedingt wartet. Und Nein, der Straßenbahnfahrer steckt seinen Kopf nicht aus dem Fenster um zu schauen.

    Gab es das hier schon?

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    Aus 2.2 Standort von Schildern:

    Zitat

    (7) Sind innerorts keine Geh- und/oder Radwege bzw. Seitenstreifen oder Nebenanlagen vorhanden oder werden diese durch die Aufstellung von Verkehrsschildern unter die Mindestbreiten eingeengt, ist im Ausnahmefall die Aufstellung unmittelbar am Rand des rechten Fahrstreifens zulässig. Aus Sicherheitsgründen dürfen dann maximal zwei Fußplatten übereinander verwendet werden und die Fahrstreifen dadurch nur bis zur Mindestbreite eingeengt werden. Können diese Bedingungen wegen der erforderlichen Standsicherheit oder den räumlichen Verhältnissen nicht eingehalten werden, sind diese Verkehrsschilder wie eine Arbeitsstelle zu sichern ggf. mit Anordnung von Behelfsfahrstreifen.

    Die Liste ließe sich fortsetzen.


    Vorallem wenn Platz für vier einspurige (oder zwei zweispurige) Fahrzeuge ist. Ein zweispuriges Fahrzeug will ein einspuriges Fahrzeug überholen, was aber nicht geht, weil ein zweites zweispuriges Fahrzeug entgegenkommt.

    Schuld ist das einspurige Fahrzeug, das am wenigsten Platz wegnimmt.

    Ja, mein erster Gedanke war auch, der böse LKW-Fahrer sagt "Ich sehe nichts" und fährt trotzdem.
    (Böse wegen dem Gesichtsausdruck und, von mir hineininterpretiert, böse wegen der Tat.)

    Das sind alles gute Argumente, also gestiegene Einwohnerzahl, möglicherweise gesunkene Fahrleistung pro PKW.

    Aber die zwei Statements "Die Hamburger werden immer mehr aufs eigene Autos verzichten." und "Und die Grünen wollen sogar Teile des Ballindamms in einen Park umwandeln, weil‘s angeblich so wenig Autos gibt" beziehen sich, zumindest auf den ersten Blick, ja auch nur auf die Anzahl der PKWs.

    Ansich finde ich den Ansatz die Aussagen der Poltiker anhand der Zulassungszahlen zu prüfen, nicht verkehrt. Besser als die Aussagen 1:1 zu übernehmen.

    Vorallem wird der Parkplatzbedarf größer, je mehr PKWs es gibt, unabhängig von der Einwohnerzahl/Fahrleistung.

    Kann mich mal jemand aufklären, was an dem Artikel in der Bild so schlecht ist?

    Wenn die Politik davon redet, dass immer mehr aufs Fahrrad umsteigen, finde ich es schon interessant, dass die Zulassungszahlen beim Auto weiterhin steigen. Soweit finde ich den Artikel eigentlich sachlich.

    Er soll wohl einen Widerspruch zwischen Zahlen und Aussagen aufdecken.

    Dass danach einige weitere widersprüchliche Aussagen kommen, unterstützt das nur.

    Insbesondere unterstellst Du, dass ausgerechnet der VW Golf mit zwei Personen besetzt ist, um diesen Wert mit dem Durchschnittsverbrauch der KVB zu vergleichen.

    Sorry, ich unterstelle da nichts. Die Kernaussage sollte sein: Ein Golf mit mindestens zwei Personen hat weniger CO2-Ausstoss als eine Fahrt mit der KVB.
    In anderen Ländern werden voll/gut besetzte Fahrzeuge gefördert (mit speziellen Fahrspuren). In wieder anderen Ländern werden viel mehr kleine Busse eingesetzt (Türkei, Ägypten), ca. doppelt so lang wie ein PKW und 12-20 Plätze. Dafür fahren davon natürlich mehr rum, i.d.R. ohne Fahrplan. Da ist die Auslastung viel viel besser.

    Der Platzbedarf bei Nichtbenutzung ist auch nur vorhanden, wenn das KFZ einer Person gehört. Ein Carsharing-Auto soll 10-12 normale PKWs ersetzen. Für mich wäre es ein Traum, wenn auf einen Schlag 90% aller PKWs weg wären (von den Parkplätzen) und die anderen 10% von jedem jederzeit genutzt werden dürfen. Dann gäb es in Köln mal wieder richtig viel Platz. Wenn dann noch (z.B. wegen Förderungen) ein Umdenken der Leute stattfindet und Autos mit durchschnittlich 4 Personen besetzt werden *träum*

    Ich habe jetzt bewusst hier gegen den ÖPNV geschrieben, einfach weil in anderen Beiträgen rausklang: "Der ÖPNV ist gut, egal was es kostet".

    Das sehe ich so pauschal eben nicht. Der ÖPNV ist derzeit sicher in vielen Dingen besser als ein Privat-KFZ, aber auch der ÖPNV verbraucht mehr Energie, stösst mehr CO2 aus und kostet mehr Menschenleben als das Fahrrad.

    Dass man den ÖPNV mehr fördert als ein privates KFZ, ist für mich verständlich. Dass er aber mehr gefördert wird, als das Fahrrad, nicht.

    Das liegt daran, dass die Stadtbahn oder Straßenbahn in Köln auf eigenem Gleiskörpern mitten auf den Straßen fahren. Diese haben eine extreme Trennwirkung in den Straßenräumen.


    Was meinst du mit "extreme Trennwirkung"? Hier fährt die Straßenbahn häufig ganz normal im Verkehr mit. Teilweise bei 30 km/h hinter einem Fahrrad mit weit weniger als 1m Abstand. Da will man als Radfahrer unbedingt Fehler vermeiden. Ein Einfädeln in die Straßenbahnschienen ist dann sehr wahrscheinlich tödlich.

    Ich habe eben mal in einem Umweltbericht der Kölner Verkehrsbetriebe nachgeschaut:
    Im Durchschnitt werden pro 100 Personenkilometer 16,1 kWh verbraucht. Das entspricht dem Brennwert von 2,1l Benzin. Das finde ich ganz schön happig.

    Bzw. 65g CO2 pro km. Ein VW Golf 4-Türer z.B. 129g. Klar, ist das doppelte, aber es passen auch 5 Personen rein.

    Ein Golf mit zwei Personen verursacht also weniger CO2 als eine Fahrt mit der KVB. Und da ist noch nichtmal eingerechnet, dass der Golf exakt von A nach B fährt und die KVB eine vorgegebene Strecke. Gerade Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwägen/Gehbehinderungen müssen enorme Umwege in Anspruch nehmen, weil nur ein Teil der Haltestellen behindertengerecht ist.

    Im Durchschnitt sitzen 13 (von 84 möglichen) Personen in einem Bus und 35 (von 180 möglichen) in einer U-Bahn.

    Im Durschnitt kostet der km bei der KVB den Fahrgast 19 Cent, die KVB zahlt pro Kilometer 24 Cent. Die 5 Cent Differenz zahlt die Stadt Köln an die KVB.

    2012 sind 9 der 24 tödlichen Verkehrsunfälle in Köln in Zusammenhang mit der KVB passiert.

    -> Ich sehe absolut keinen Grund, warum die KVB an Kreuzungen gegenüber dem Radverkehr bevorzugt wird.

    Panke: Dürfen die bei euch denn schneller als 50 km/h fahren?
    Unterirdisch fahren die in vielen Städten häufig (legal) mit 80 km/h. Oberirdisch zumindest hier in Köln häufig > 60 km/h, aber illegal.
    Ob das ein Grund ist, warum hier soviele tödliche Verkehrsunfälle mit Straßenbahnen passieren? Bei der U-Bahn liest man so gut wie nie von tödlichen Unfällen (Selbstmorde ausgenommen).

    Wiegt so eine U-Bahn nicht 72 Tonnen? Wenn dort zu den Randzeiten 10 Leute drin sitzen, macht das über 7 Tonnen pro Person. Aber da die Straßenbahn umweltfreundlicher ist, wird sie an den Kreuzungen gegenüber dem Individualverkehr (ja, auch gegenüber dem Fahrrad) bevorzugt.

    Ich will damit nur sagen: Insgesamt ist das Thema U-Bahn sehr komplex und es gibt viele Argumente dafür und dagegen.