Beiträge von hugo790

    Ich habe eine sehr dünne wasserdichte Jacke, Hose und Überschuhe. Kann ich bei Regen rausholen und anziehen. Für kältere Tage habe ich noch eine normale Jacke (3,5 Jahre), die ich für alles nehme. Fahrradfahren ins Büro, im Alltag, beim Skifahren, sowie fürs reine Fahrradfahren das schon leicht abgewetzte Vorgängermodell (ca. 9 Jahre alt).

    Aber jetzt bei dem Wetter? Kurze Hose, T-Shirt und im Büro umziehen.


    Ich finde es erstaunlich, welchen Aufwand man betreiben muss und welche Probleme es gibt, wenn man will, dass der (KFZ-)Verkehr ein einfaches Schild (Gewichtslimit!) beachtet.

    Ein Modelfall, dass ein Schild beachtet wird. Andere Städte haben sich nach Details erkundigt, können das Konzept aber nicht übernehmen, weil die Kosten zu hoch sind...
    Das umstrittene Projekt ("Schild beachten") hat sich ausgezahlt...
    "Wir leisten hier Pionierarbeit..."

    Maßnahmen, die notwendig sind, damit ein Schild beachtet wird:
    - weiträumige Ankündigung
    - Bau von Schrankenanlagen
    - Bau zusätzlicher Zufahrten, um Stau zu verringern, der durch die Schrankenanlagen entsteht
    - Bau zusätzlicher Ampeln
    - Wartungsvertrag über Schrankenanlagen wegen Vandalismus/Diebstahl
    - 24/7 Sicherheitspersonal vor Ort
    - 24/7 Techniker vor Ort
    - Ersatzteillager vor Ort
    - Foto-Aufnahmen
    - Video-Aufnahmen
    - Sicherheitskonzept für Feuerwehr/Rettungsdienste/Schneeräumer etc.
    - Ursachenforschung, warum das Schild nicht beachtet wird
    - Flyer in 10 Sprachen + Versand an Spediteure
    - Zeit....viel Zeit (das Schild muss sich ja rumsprechen!)

    Und das beste: Es klappt und man klopft sich dafür auf die Schulter! Gute Arbeit, weiter so! Gibt ja noch ein paar Schilder mehr in Deutschland.

    Ich bin der Meinung, dass es durchaus einen Unterschied gibt zwischen Situationen, die ich als Radfahrer aktiv beeinflussen kann und solchen, die ich mehr oder weniger nicht beeinflussen kann (so z.B. der Busfahrerdrecksack, der den Radfahrer in die Botanik drängt, um ein Beispiel aus dem Video zu nennen).

    Da gehe ich eben einen Schritt weiter und sage fast alle Situationen kann man aktiv beeinflussen. Z.B. indem man innerorts mit einem SUV rumfährt, statt mit einem Fahrrad.
    Speziell beim Busfahrer: Sorry, aber Bus von hinten + Fahrbahnverengung. Das habe ich auf meinem täglichen Arbeitsweg, da bin ich immer zu 100% bremsbereit und beobachte den Bus (bzw. allgemein das Fahrzeug) hinter mir im Spiegel. Und obwohl ich das selbst so für mich handhabe, würde ich nie einem anderen Radfahrer vorwerfen, dass er nicht schlau ist, wenn er dort einen Unfall hat. Er kann abgelenkt sein, die Situation falsch einschätzen, die Gefahr nicht erkennen, ortsunkundig sein etc. In meinen Augen ist immer der Überholende der dumme.

    Da ist es nicht mehr weit zu dem was meine Mutter sagt:
    "Wer in der Stadt Fahrrad fährt, wird früher oder später einen Unfall haben. Da nimmt man besser das Auto." Die Oberbürgermeisterin von Köln sagt ja inzwischen sinngemäß das gleiche:
    "Mir ist das Radfahren in Köln zu gefährlich."

    Du siehst ja auch hier im Forum, wir sind engagiert, kennen die Gefahren und trotzdem erwischt es immerwieder einen von uns.

    Und einem (unaufmerksamen) Rechtsabbieger hinten ins Heck zu rauschen ist auch eher...seltsam...

    Ich finde das nicht seltsam!

    Man hat Vorrang und darf erstmal davon ausgehen, dass der Autofahrer hält. Die Erfahrung sagt einem natürlich etwas anderes und man passt entsprechend auf. Es reicht aber eine relativ leichte Ablenkung, um einmal nicht aufzupassen. Daraus darf man dem Radfahrer keinen Vorwurf machen. Weder rechtlich noch moralisch.

    stego:
    Da gibt es aber ein paar Ausnahmen: Mord, Totschlag, Sprengstoffexplosionen, terroristische Vereinigungen (soweit durch die Tat Leib oder Leben eines anderen gefährdet worden ist), ...

    Und zum Thema Wiederholungsgefahr: Ich würde nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass der Unfallverursacher in 2-3 Monaten nicht erneut bei rot über eine Ampel fährt, wenn er spät dran ist.


    Die Schreibweise vom Artikel geht finde ich gar nicht.

    LKW nimmt Radfahrer den Vorrang, Radfahrer stirbt:
    "Das Unglück ereignete sich auf der Rechtsabbiegerspur von der Subbelrather Straße in die Innere Kanalstraße. Der Radfahrer war dort von einem Lastwagen überrollt worden, er hatte unmittelbar vor dem Lkw den Fahrradüberweg passieren wollen."

    Damit LKWs in Zukunft Radfahrern beim Abbiegen nicht mehr den Vorrang nehmen:
    "Konkret fordern die Bezirksvertreter, dass die Sichtverhältnisse verbessert werden, damit sich die Verkehrsteilnehmer untereinander besser wahrnehmen und verständigen können."

    Innerorts (und das ist quasi mittendrin) gilt Tempo 50. Lernt doch jeder in der Fahrschule. Oder etwa nicht?
    "Um den häufigen Geschwindigkeitsüberschreitungen auf der Inneren Kanalstraße zu begegnen, soll die Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern deutlicher beschildert und deren Einhaltung durch Geschwindigkeitskontrollen überwacht werden."

    Wenigstens wird dann noch der so ziemlich vernünftigste Polizist Kölns zitiert, leider nicht in der Funktion als Beamter:
    "Unsere Forderung lautet, generell alle freilaufenden Rechtsabbiegespuren zurückzubauen"

    Achja, lieber ab und an mal ein Toter Radfahrer beim Abbiegen als ständig Rückstaus, in denen Autofahrer sterben...
    "Da die Gefahrenstellen meist an verkehrsreichen Straßen liegen, müsse aber auch untersucht werden, ob der Rückbau einer Rechtsabbiegerspur nicht möglicherweise zu Rückstaus und damit zu mehr Unsicherheit führen könne."

    Abschliessend natürlich noch der Rat an alle Radfahrer bei fehlendem Blickkontakt den Autofahrer fahren zu lassen und auf den Vorrang zu verzichten.

    Mit so einem Mini-Roller habe ich ja auch vor einiger Zeit angefangen, allerdings ohne Motor. Anfangs kam ich da auf ca. 20-22 km/h und es hat mich etliche Male hingelegt.
    Mit den Schuhsohlen bei der Geschwindigkeit bremsen oder ohne es zu üben einfach abzuspringen, keine Chance.

    In Köln bin ich die Sternfahrt auch mitgefahren, hier meine Eindrücke:
    Erstmal wurde eine kürzere Route bei gleicher Zeit genommen, im Vergleich zu früher. Dadurch waren wir recht gemütlich unterwegs. Hinten sorgte ein Streifenwagen dafür, dass kein Autofahrer überholt, vorne sicherten zwei Beamten auf Motorrädern die Kreuzungen ab. Entweder bis ein Teil vom Teilnehmerfeld an der Kreuzung war oder bis jemand (vermutlich vom ADFC) mit Warnweste und teils Ordner-Aufschrift vor dem Auto stand.
    Problem: Die Motorräder müssen dann nach vorne am Trupp vorbei zur nächsten Kreuzung. Der Trupp belegt die ganze Fahrbahn. Also wird mit dem Motorrad wild auf dem Radweg/Gehweg vorgefahren, mit geschätzt 50-60 km/h und teils unter 10cm Abstand zu unbeteiligten Passanten. Teils ging es auch über die Gegenfahrbahn nach vorne, wenn gerade nichts entgegen kam. Hier hat sicher das ein oder andere Motorrad die 100 geknackt.
    Später trafen sich alle Gruppen und fuhren durch die Innenstadt. Da rissen, aus welchem Grund auch immer, zwei Lücken ins Teilnehmerfeld. Deswegen wurden wir vorne auf ca. 6 km/h runtergebremst. Das war für manche, ich sag mal rüstigere Teilnehmer mit E-Bike, schon recht grenzwertig. Leute vom ADFC protestierten. Darauf kam dann aber nur die Begründung mit den Lücken im Feld.
    Interessant fand ich, dass sogar ein Auto der Stadt Köln vom Ordnungsamt ganz normal gecorkt wurde und dass die Motorradfahrer bei Pausen (Warten auf andere Gruppen) sogar um Poller, Fahrradständer etc. ihre Slalom-Übungen machten. Mal im Stehen, mal im Sitzen, meist ohne Sicherheitsabstände an Hauseingängen vorbei.

    Später ging es dann nach Köln Deutz, zum Tag des guten Lebens, ein Stadtviertel ohne Autos. Also, theoretisch. Ich sag zu meinem Sohn beim Reinfahren mit dem Rad, ab hier darf kein Auto fahren. 10 Sekunden später kam uns das erste entgegen. Dabei hat es uns natürlich die Vorfahrt genommen. Viele Autos standen im absoluten Halteverbot, mit Strafzettel dran. Abgeschleppt wurden sie offensichtlich nicht. Manche haben die Nerven verloren, sind bis auf wenige Zentimeter an Fußgänger rangefahren und eine Frau hat auch mit ihrem Aussenspiegel die Handtasche einer anderen Frau mitgenommen, die ihr nicht schnell genug aus dem Weg ging.

    Auf den Straßen wurde gegrillt, Tische aufgebaut, Zelte hingestellt und natürlich auch über Lieferdienste Essen bestellt. Die kamen natürlich nicht mit dem Fahrrad. Ich war noch bei einer Straße am überlegen, ob ich mein Fahrrad dort durchschiebe oder aussenrum gehe, weil dort einfach viele viele Fußgänger waren, während ein Autofahrer der Meinung war, dort durchfahren zu können. Ein Ordner hat ihn aber aufgehalten.

    So einen Tag des guten Lebens kann man mal machen. Erinnerte mich aber eher an ein Straßenfest als an historische Aufnahmen von Köln zu Zeiten, in denen es noch nicht soviele Autos gab. Ich glaube hier wurden viele viele Augen zugedrückt. Zelte sind beim kleinsten Windstoß umgefallen (TÜV?!?), Waffeln und Kuchen wurden von Anwohnern verkauft, ohne jegliche Deklaration etc. Wie gesagt, kann man mal machen, hat aber mit "wie wäre ein Leben ohne Autos" absolut nichts zu tun.