so, ich hab dann mal ein paar Fotos gesichtet und mich wieder an die aberwitzigen "Konstruktionen" erinnert, die den Radfahrer dort erwarten.
Hier der 2-Richtungsradweg der Via Fausta

Über die Hindernisschilder mitten auf dem Rad-Fußweg kann man sich amüsieren. Richtig heimisch fühlte ich mich, als ich erkannte, dass es sich um eine Bettelampel handelt. Ich hab den Bettelknopf mal eingekreist...
Und wenn man glaubt, es kommt nicht mehr schlimmer, fährt man einfach mal 200m auf den "Radwegen" dort.
Ja, auch hier 2-Richtungsradweg. Welchen Weg die allermeisten Radfahrer wählten, um an den blauen Hindernissen vorbeizukommen, muss ich nicht erwähnen, oder?
"Packtaschenkiller".

Eher in die Kategorie "lustig" fällt dann die Auffahrt (Aufschiebe?) zum Fahrradparkhaus direkt am Bahnhof Mestre.
Pro Tag kostet das Abstellen des Rades locker-flockige 50ct. Wirklich. 50 cent. Und da sitzen mehr oder weniger motivierte Mitarbeiter am Schalterhäuschen, die die Zeit totschlagen, Geld kassieren und Tickets aushändigen, mit denen man (s)ein Fahrrad abholen kann.
Und damit der letzte Depp bloooooß nicht auf die Idee kommt, die Rampe hoch- oder gar runterzufahren, stellt man ein Schild auf, dass das Rad an der Hand zu führen, vulgo zu schieben ist.
Und da viele Schilder immer noch besser als nur ein, zwei oder drei Schilder sind, stellt man so viele auf, wie nur irgendmöglich auf die Rampe passen.

Hier mal das, was einen etwas östlich von Venedig in den ganzen Tourismus-"Zentren" an Radwegen erwartet:

Der geneigte Leser fragt sich natürlich gleich: "und der Gehweg?"
Naja, das ist Italien. Damit ist eigentlich alles gesagt.
Die Touristen trauen sich meist nicht, im Ausland das Arschloch raushängen zu lassen und den Fußgänger niederzuhupen.
Den Italienern selbst ist es reichlich egal, wo da Fußgänger rumlaufen. Außerhalb von Stadtzentren nimmt die Breitschaft zum zu-Fuß-Gehen ohnehin rapide ab.
Wer da im Hintergrund den schön dekorierten Kreisverkehr sieht, dem muss sich zwangsläufig die Frage stellen, wie das mit dem Radweg dort gelöst ist.
Klare Sache - der Radweg führt einfach entgegen der Fahrtrichtung um den Kreisverkehr. Halleluja! 
Aber im Gegensatz zu Deutschland gibts in Italien wohl Zebrastreifen, die auch für Radfahrer gedacht sind.
da am linken rand das blaue Schild unter dem Fußgängerüberweg-VZ

Wenn man natürlich auf einer Straßenseite einen 2-Richtungsradweg hat mit derartigen baulichen Trennungen, kommt unweigerlich der Punkt, an dem man den ganzen separierten Mist nun irgendwie entflechten muss, da die ganzen Verkehrsteilnehmer möglicherweise andere Richtungen einschlagen wollen.
Aber dem Ingenör ist nichts zu schwör. 3 Eimer Farbe, eine handvoll Schablonen und der feste Glaube daran, dass sich die Leute schon nicht gegenseitig über den Haufen fahren werden.

Wo in Deutschland das Recht des Stärkeren regiert, gilt in Italien noch immer "fahr forsch, aber stets bremsbereit"
Auf 400km süddeutscher Radwege hab ich nach den ersten 30
-Schildern an einmündenden Feldwegen, Grundstückszufahrten und größeren Kreuzungen aufgehört zu zählen.
In Italien humpelt die Schilder-Lobby am Bettelstock; es gibt kaum
im Straßenraum. So blieb mir bis zur Abfahrt aus Italien unklar, wer denn hier nun Vorrang vor wem genießt. Aber hey - das war auch irgendwie nicht schlimm. Denn dort wurde kaum schneller als 40km/h gefahren.
Ich hab mich da teilweise nicht über die Straße getraut. Nicht etwa, weil da so viel Verkehr war oder ich den Autofahrern dort nicht getraut hätte. Nein, ich bin Hamburg-Konditioniert. Quere ich hier die Straße, weiß ich, wie weit ein Auto entfernt sein muss, damit ich noch rüberkomme. Jeder fährt 60km/h in Hamburg, Straßenbreite, eigene Geschwindigkeit... da hat man irgendwann den Dreh raus.
In Italien ist es mir so oft passiert, dass ich nicht die Straße gequert hab, weil "oh, das wir dzu knapp..."
Nur um dann festzustellen, dass ich in der Zeit nicht nur die Straße locker hätte überqueren, sondern mir unterwegs auf der Fahrbahn noch die Schuhe zubinden können.
Ja, auch in Italien wird schnell gefahren. 70km/h außerorts werden da so sehr als grober Richtwert aufgefasst wie in Deutschland. Aber innerorts fahren die Italiener dort augenscheinlich gesitteter als die allermeisten Hamburger.
Neee, in Italien ist wahrlich nicht Radfahrer-Himmel.
Da ist noch ganz vieles ähnlich schlimm und "au-weia" wie in Deutschland; einiges wohl sogar noch schlimmer. Aber auch jetzt, nachdem ich mir nochmal das ein oder andere Video der LenkerCam angesehen hab, Fotos geguckt und dann auch wieder 100km in Hamburg unterwegs war - das Einsteigen in den Zug nach Deutschland war doch irgendwie so ...
Das Bild triffts ganz gut 
