Seit Jahren wird gelabert, aber es tut sich so gut wie nichts, jedenfalls hier in Berlin.
Das ist eigentlich auch ganz gut: Nur wenige Radwege unterliegen einer Benutzungspflicht, häufig fehlen sie auch ganz, die Fahrbahnen sind in den meisten Fällen problemlos nutzbar. Auf den Hauptrouten (jedenfalls im Westen, den ich bevorzuge) sind die Busspuren faktisch herrlich überbreite Radfahrstreifen und als solche tatsächlich ein brauchbarer Kompromiß.
Ich glaube, wenn sich etwas täte, dann wäre die Folge eine deutliche Verschlechterung der Situation, beispielsweise die vielgepriesene PBL in der Hasenheide, die ziemlich sicher mindestens eine soziale, wahrscheinlich auch eine angeordnete Benutzungspflicht nach sich zöge. Das darf gerne als Konzept in den Schubladen der Planer überdauern, aber bitte auch nur als solches. So etwas will ich nicht als Realität, schon der alten Bäume wegen.
Berlin ist unter den deutschen Großstädten deshalb näher dran an einer Fahrradstadt, weil es eben keine ist. Das darf gerne so bleiben. Vor einem halben Jahr hatte ich den Zwangsvergleich, ich mußte aus privaten Gründen nach Leipzig. Es war die Hölle, Radwege überall, und alle benutzungspflichtig. Ich meine damit: Wirklich alle. Furchtbar.