Ich durfte letzte Woche eine Klassenfahrt einer 6. Klasse begleiten, wo selbstverständlich Helmpflicht für die Kiddies und Lehrer bestand (Schulauflage; rechtlichte Grundlage unbekannt).
Weil niemand die Verantwortung dafür übernehmen will, wenn doch mal was passiert.
Das Kind trägt einen Helm und verletzt sich nicht / nur leicht: Der Helm hilft. Helmpflicht!
Das Kind trägt einen Helm und verletzt sich schwer(st): Der Helm hat die Folgen abgemildert. Helmpflicht!
Das Kind trägt einen Helm und stirbt: Selbst der Helm konnte nicht helfen. Shit happens, aber Helme erhöhen die Sicherheit. Helmpflicht!
Das Kind trägt keinen Helm und verletzt sich nicht / nur leicht: Diesmal gerade noch Glück gehabt. Aber nächstes mal bitte mit Helm. Helmpflicht!
Das Kind trägt keinen Helm und verletzt sich schwer(st) / tödlich: Mit Helm wäre das glimpflicher ausgegangen. Helmpflicht!
Erklär doch mal den aufgebrachten Eltern, warum du deren Kind keinen Helm aufgesetzt hast und es nun am Kopf blutet (oder schlimmer). Da heißt's dann sofort Vernachlässigung der Aufsichtspflicht und schlimmer!
Ob Helme objektiv gesehen sinnvoll sind, interessiert bei der Argumentation überhaupt nicht.
Das Prinzip kannst du auch überall anders verwenden, wo eine beliebige Maßnahme einen gewünschten Effekt erziehen soll.
Du kannst zu Quetzalcoatl beten, dass es morgen nicht regnen wird. Wenn es nicht regnet, hat das Beten geholfen. Wenn doch, hat er dich halt nicht erhört. Aber wenn du nicht betest und es morgen regnet, dann bist *DU* Schuld!