Um meinen Ausspruch noch einmal darzulegen:
Ja, es gibt Menschen, für die ist das Auto nichts weiter als ein technischer Gegenstand, ein Werkzeug, um Irgendwas von A nach B zu bewegen. Von diesen Menschen rede ich nicht.
Religion ist laut Wikipedia "Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte transzendente (überirdische, übernatürliche, übersinnliche) Kräfte ist, sowie häufig auch an heilige Objekte". Und "Religion kann Wertvorstellungen normativ beeinflussen, menschliches Verhalten, Handeln, Denken und Fühlen prägen, und in diesem Zusammenhang eine Reihe von ökonomischen, politischen und psychologischen Funktionen erfüllen".
Das heilige Objekt ist hier natürlich das Auto. Die übernatürlichen Kräfte, an die geglaubt sind, ist zum Beispiel die Unverwundbarkeit, solange man im Auto ist. Oder der Glaube daran, dass man in einem 2-Tonnen-Objekt, das 300 km/h Spitze schafft, in der Stadt schneller unterwegs ist als ein Radfahrer. Oder der Glaube daran, Diesel sei umweltfreundlich.
Dass Autos Wertvorstellungen und Verhalten, Handeln, Denken, Fühlen beeinflussen und o.g. Funktionen erfüllen, brauche ich hoffentlich nicht näher erläutern.
Ein anderer Punkt, der für Glauben zentral ist, ist die Stellung dessen im Weltbild des Gläubigen.
Für den Anhänger einer der Abrahamitischen Religionen ist es z. B. Fakt, dass es einen Gott gibt. Wenn jemand das Gegenteil behauptet, greift der damit die Grundfeste des Weltbilds an. Der Gedanke, der Atheist könnte Recht haben, kommt den meisten Gläubigen wohl nicht. Dem Atheist wird entweder mit seltsamsten Argumentationen (Siehst du denn nicht, wie perfekt/komplex die Natur ist? Das kann doch alles kein Zufall sein!) begegnet, oder es wird am Verstand des Atheisten gezweifelt oder manchmal auch mit Gewalt reagiert.
Und nun erzähl mal einem Autogläubigen, er solle die 5km zur Arbeit lieber mit dem Rad oder Bus fahren und sein Werkzeug loswerden.
Eine Religion ist das Auto nicht, da wehre ich mich als religiöser Mensch aber ganz entschieden gegen. Aber für viele ist das Auto leider eine Ersatzreligion, dem alles andere untergeordnet wird.
Kann es sein, dass du keine Religion neben deiner eigenen akzeptierst, und diese deshalb als Ersatzreligion diffamierst? 
(Und ja, ich diffamiere Auto und alle anderen Religionen als Religion, weil ich keine Religionen mag.)