Lindner und Konsorten haben doch längst ihr Bauernopfer zurücktreten lassen und werden schamlos schon ein paar Tage nach dem Nachweis, dass die gesamte Parteispitze der fDP systematisch die Öffentlichkeit schambefreit mit fake-news und kackdreisten Lügengeschichten überzogen hat, wieder in den diversen 'Talk-SHOWS' präsentiert, auf dass sie wieder mit guten Chancen in den Ring steigen können und die Millionäre und Millionärinnen der Chefetagen der privaten und öffentlich-rechtlichen Medien angemessen bedienen.
Reiche reicher zu machen ist halt bei den Reichen beliebt, und es ist nunmal scheinbar unverrückbar die Kaste der Reichen 1% die - mit kollaborierende Zustimmung der wohlhabenden 20% - mittlerweile die längsten Hebel zur medialen Wahlbeeinflussung in den Händen hält.
Der intensiv gepflegte Mythos russischer oder chinesischer Wahlbeeinflussung verschafft der 'demokratischen Mitte', also den neoliberal eingenordeten Schwarz/Gelb/Pseudorot/Olivgrünen Parteien, zuverlässig weitere Prozente (volksgemeinschaftliches Zusammenhalten gegen den 'Feind' usw.), so dass eh nur die diversen, und im politischen Output nahezu austauschbaren, Koalitionen der neoliberalen Status-quo Parteien nach der nächsten Wahlauszählung zustande kommen können.
Da die Bevölkerung sich mittlerweile längst damit abgefunden hat, dass fast bei allen Parteien keinerlei Zusammenhang mehr zwischen Wahlkampfversprechen und anschließender politischer Praxis besteht, werden wir wieder mal den 'Kampf' unterschiedlicher Werbeagenturen gegeneinander erleben, die wie immer versuchen werden die angeblichen 'Markenkerne' ihrer Auftraggeber nach eingehender Analyse des Stimmenpotentials taktisch angemessen zu modellieren und so in ihrem auf PR-Polarisierung angelegten Zusammenwirken durch die Konstruktion von scheinbaren Unterschieden die Fiktion der Bedeutsamkeit von 'Richtungswahl' und von 'Es macht einen deutlichen Unterschied wer von den Mitteparteien regiert' aufrecht zu erhalten. Qualitative mediale Analysen unserer medial abgesicherten 'Koalitions-Demokratie'?
Fehlanzeige.
Die jeweiligen Koalitionsparteien werden weiterhin und unverändert die Politik des 'Mitte-Konsenses' praktizieren dürfen und bei Offenbarwerdung des angerichteten Desasters jeweils ihre jeweiligen Koalitionspartner verantwortlich machen können, was dann oft auch noch auf begeisterte Zustimmung ihres jeweiligen Wahlklientels führt ("Ja, ein desaster, aber die fDP ist schuld", "Ja ein Desaster, aber die Grüonen sind schlud' "Ja ein Desaster, aber ..." "..." etc.
Interessant finde ich dabei, dass im medialen Demoskopiereigen der 'Sonntagsfragen' gelegentlich die <5% Parteien zusammengenommen bereits mehr Stimmen erhalten (>20%) als einige der 'Etablierten'.
Zusammen mit den Nichtwähler:innen ist das ein recht starkes Votum, wenngleich natürlich ohne jede Chance auf parlamentarische Repräsentanz oder politische Wirksamkeit.
Ist mittlerweile bei realistischem Blick noch von einer
' Krise der Demokratie '
zu reden, oder befinden wir uns bereits im Stadium von
' Krise der "Demokratie" '?
Lösen sich die mittlerweile wieder in den Hintergrund getretenen Theorien von 'Postedemokratie' und 'Neofeudalismus' vor unseren zeitzeugigen Augen ein?
Vielleicht ist der Zeitpunkt passend für eine (Wieder)-lektüre des vor über 50 Jahren erschienenen Buches von J. Agnoli?